Nach Geldstreit mit Gartenverein: „Glück Auf“-Wirtin hat ein neues Restaurant

hzGartenverein „Glück Auf“

Der Geldstreit zwischen dem Gartenverein „Glück Auf“ und der Wirtin der gleichnamigen Gaststätte eskaliert immer mehr. Doch für ihre Zukunft hat die Wirtin gesorgt: Ihr Restaurant zieht um.

Dorstfeld

, 09.10.2020, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Frieden ist es im Gartenverein „Glück Auf“ in Dorstfeld schon länger vorbei. Spätestens seit Jasminka Jurcevic, die Wirtin der Vereinsgaststätte, den Geldstreit mit dem Vorstand öffentlich gemacht hat.

Während Jasminka Jurcevic und ihr Anwalt von einer fehlerhaften Nebenkostenabrechnung (2016-2018) sprechen und 19.000 Euro einfordern, fordert der Verein eine Nebenkosten-Nachzahlung über 3000 Euro und die Auszahlung der Pacht, die die Wirtin seit April einbehält.

Inzwischen ist auch die Nebenkostenabrechnung für 2019 eingegangen und auch die soll fehlerhaft sein. Hinzu kommen weitere Vorwürfe: So soll der Verein die defekte Alarmanlage seit Monaten nicht reparieren und stattdessen im September ohne das Wissen der Wirtin zwei Kameras im Außenbereich der Gaststätte angebracht haben.

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Vorwürfe häufen sich

„Wir wurden nicht darüber informiert, wir wissen nicht wann die Kameras laufen und wo die Bilder hingehen“, sagt Jasminka Jurcevic. „Viele Gäste fühlen sich jetzt unwohl und beobachtet.“ Denn zumindest eine der Kameras ist so angebracht, dass sie die Terrasse filmt. Die zweite hängt über der Kellertreppe.

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Doch die Überwachung ist abseits des Geldstreits nicht das einzige Ärgernis für die Wirtin. Die Eingangstür sei morsch, Gartenabfälle werden einfach im Küchen-Müll der Gaststätte entsorgt, Jasminka Jurcevic werde vom Vorstand öffentlich schlecht gemacht und die Schaukästen der Gaststätte mit Speisekarte seien einfach abgenommen worden.

Der vordere Schaukasten gehörte zur Gaststätte. Nun ist er abmontiert.

Der vordere Schaukasten gehörte zur Gaststätte. Nun ist er abmontiert. © Privat

Zudem wartet die ehemalige Schwägerin der Wirtin, Sabrina Gräber, die die Gaststätte „Glück Auf“ bis 2015 führte, bis heute auf die Rückzahlung ihrer Kaution. Und dabei geht es immerhin um gut 1200 Euro. „Ich bin alleinerziehend und hätte das Geld nach der Kündigung der Gaststätte gut gebrauchen können“, sagt Sabrina Gräber.

Ohnehin habe sie von der Kündigung erst durch Lieferanten der Gaststätte erfahren, weil diese an eine alte Adresse geschickt worden sei. „Manche im Vorstand sind einfach Betrüger“, sind sich die beiden Frauen einig. Der Gartenverein teilt auf Anfrage über seine Anwälte mit, dass man sich nicht weiter zu den Vorwürfen äußern wolle und die Gerichtsverhandlung abwarte.

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Neues Restaurant für die Wirtin

Indes hat Jasminka Jurcevic für die Zukunft vorgesorgt. Weil mit dem Geldstreit auch die Kündigung der Pachtzeit zum 31. Dezember einhergeht, hat sie sich um ein neues Restaurant bemüht, um an anderer Stelle von vorne anzufangen.

Ab dem 1. Februar 2021 wird sie das Alte Brauhaus an der Ecke Martener Straße/An der Wasserburg übernehmen. „Es tut weh, weil wir auch in diese Gaststätte viel investiert haben“, sagt Jasminka Jurcevic. „Aber wir nehmen unsere Gäste mit und freuen uns auf den Neustart.“

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