Mit solchen Bildern eines Clusters von Covid-19-RNA-Molekülen werden Mutationen nachgewiesen. © dpa
Corona-Pandemie

Gefährliche Mutation: Weitere Fälle mit brasilianischer Variante in Dortmund

Die Stadt forscht weiter nach den Ursprüngen der brasilianischen Corona-Variante, die nun erstmals in Dortmund aufgetreten ist. Inzwischen sind weitere Fälle mit der Mutation bekannt.

Als Variante P.1 ist die brasilianische Coronavirus-Mutante bekanntgeworden, die sich nun auch Europa erreicht hat. Am Montag (12.4.) wurde der erste P.1-Fall in Dortmund gemeldet. Jetzt ist sogar von insgesamt drei Fällen mit der brasilianischen Variante die Rede.

„Bei den drei Personen, die positiv auf die brasilianische Virusvariante getestet sind, handelt es sich um einen Einzelfall sowie zwei Fälle, die zu einer häuslichen Gemeinschaft gehören“, teilte die Stadt am Dienstagnachmittag (13.4.) mit. „Die Infektionswege sind nicht bekannt. Es gibt keinen Zusammenhang mit einer Reise.“

Bislang seien die Verläufe bei allen drei Personen symptomlos beziehungsweise mit milden Symptomen, heißt es. Die Umgebungsuntersuchungen seitens des Gesundheitsamtes liefen weiter.

Entdeckt worden sei die Variante durch eine sogenannte Sequenzierung, hatte Dortmunds Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner am Dienstagmittag erklärt. Mit diesem Verfahren versucht man mittels Genom-Analyse Mutationen des Coronavirus nachzuweisen. Dazu wird aus positiven PCR-Proben Virus-RNA herausgelöst und vervielfältigt, um das Erbgut des Virus zu entschlüsseln.

Das aufwendige Verfahren wird nicht in allen Fällen angewendet. Es fänden inzwischen aber grundsätzlich Vorsequenzierungen statt, um mögliche Mutationen zu erkennen, erklärt Birgit Zoerner. Denn die meist ansteckenderen Corona-Varianten erforderten einen höheren Aufwand bei der Untersuchung des Umfelds der Infizierten.

Ursprungsvariante spielt fast keine Rolle mehr

Fakt ist: Die britische Virus-Mutation B 1.1.7 hat inzwischen die Vorherrschaft bei den Neuinfizierungen übernommen. Bundesweit beträgt der Anteil dieser Variante an den Infektionen inzwischen knapp 90 Prozent. In Dortmund wurde die Mutation nach den ersten bekanntgewordenen Fällen Anfang Februar bislang in 2057 Fällen nachgewiesen.

Dazu kommen acht Fälle der südafrikanischen Mutation B 1.351. „Die Ursprungsvariante des Corona-Virus spielt fast gar keine Rolle mehr“, stellt Birgit Zoerner fest.

Neu sind in Dortmund die drei Fälle mit der Variante P.1, die im November 2020 in der brasilianischen Stadt Manaus entdeckt wurde. Auch sie steht im Verdacht, ansteckender zu sein als die Ursprungsvariante des Coronavirus. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hält eine erhöhte Übertragbarkeit für „denkbar“. Unklar ist, ob und wie die bislang entwickelten Impfstoffe gegen das Coronavirus gegen die Mutante wirken.

Wissenschaftler sprechen von Hinweisen, dass Infizierte mit den Corona-Varianten B.1.351 und P.1 schlechter auf herkömmliche Therapien und Präparaten ansprechen als Infizierte mit dem Ursprungsvirus. Der Impfschutz könne möglicherweise reduziert sein.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt