„Gegen das Vergessen“: Ausstellung über NS-Opfer war schon weltweit zu sehen

Jetzt im Westfalenpark

In der Ausstellung „Gegen das Vergessen“ werden Überlebende der NS-Zeit abgebildet. Die Bilder waren unter anderem schon in New York, Berlin und Washington – und sind nun kurz in Dortmund.

von Alexandra Wachelau

Westfalenpark

, 23.10.2020, 16:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Von links: Luigi Toscano (Fotograf), Markus Günnewig (Leiter Mahn- und Gedenkstätte Steinwache) und Klaus Kaiser (Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW). Die Ausstellung wird bis zum 9. November (Montag) im Westfalenpark zu sehen sein.

Von links: Luigi Toscano (Fotograf), Markus Günnewig (Leiter Mahn- und Gedenkstätte Steinwache) und Klaus Kaiser (Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW) vor dem Porträt des Auschwitzüberlebenden Horst Sommerfeld. © Stadt Dortmund/Torsten Tullius

Eine Ausstellung, die für den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis nominiert wurde - ab dem 24. Oktober (Samstag) ist dieses Erinnerungsprojekt mit dem Titel „Gegen das Vergessen“ im Westfalenpark zu sehen. Bis zum 9. November (Montag) wird die Open-Air-Ausstellung dort gezeigt.

Dokumentarische Fotografien

Der deutsch-italienische Fotograf und Filmemacher Luigi Toscano ist mit seiner Kamera um die ganze Welt gereist, um Menschen zu fotografieren. Menschen, die die Verbrechen des Nationalsozialismus überlebt haben. Hinter jedem der 70 Portraits verbirgt sich eine Geschichte: Von Familien, die auseinandergerissen wurden, von Kindern und Jugendlichen, die verschleppt wurden. Erinnerungen an Krieg, Leid und Hunger – aber auch von Mut und Hoffnung.

Der Fotograf Luigi Toscano vor dem Portrait des Auschwitzüberlebenden Horst Sommerfeld.

Der Fotograf Luigi Toscano vor dem Portrait des Auschwitzüberlebenden Horst Sommerfeld. © Stadt Dortmund/Torsten Tullius

Luigi Toscano hat sich in seiner Laufbahn aufs Dokumentieren spezialisiert. Neben Ausstellung erschuf er Bildbände und Dokumentarfilme von Überlebenden des Holocaust, deren Schicksale nicht vergessen werden dürfen. Die Bilder im Westfalenpark sind bereits um den halben Erdball gereist, unter anderem wurden sie in Kiew, Berlin, Wien, New York City und San Francisco ausgestellt.

Gesichter und Geschichten für jeden zugänglich

Dem Fotografen ist es dabei wichtig, seine Werke einer großen Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Er verweist in Interviews auf die Relevanz des Themas in der heutigen Zeit. Daher werden die Bilder an Hauswände gehangen, auf Plätze aufgestellt oder – wie in Dortmund – in Parks sichtbar gemacht. Über eine Million Besucher haben die Open-Air-Ausstellung bereits besucht.

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„In Gesprächen mit den Überlebenden wurde immer wieder deutlich: Es begann nicht plötzlich mit Vertreibung und Ermordung, sondern schleichend mit rassistischen und antisemitischen Feindbildern und Mythen, die nach und nach immer offener verbreitet wurden. Dass so etwas auch heute wieder passiert, ist nicht nur unerträglich, es ist hochgefährlich“, sagt Toscano.

Eines der Portraits aus der Ausstellung.

Eines der Portraits aus der Ausstellung. © Stadt Dortmund/Torsten Tullius

Die Ausstellung wird durch die Initiative des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW möglich gemacht. Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär des Ministeriums, sagt dazu: „Eine solch persönliche Begegnung mit Zeitzeugen ist der beste Weg zur Nachdenklichkeit und Ehrfurcht vor Mensch und Leben zu bewegen. Sie ist auch der beste Weg, um nicht rechtsradikalen Parolen auf den Leim zu gehen und dankbar auf unser demokratisches Gemeinwesen zu blicken“.

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Die Werke der Open-Air-Ausstellung sind im Westfalenpark vom Eingang Ruhrallee bis zum Florianturm zu sehen. Der Besuch im Park kostet 3,50 Euro. Die Ausstellung kann zwischen dem 24. Oktober (Samstag) und dem 9. November (Montag) zu den aktuellen Park-Öffnungszeiten besucht werden.

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