Geheimnisvolle Mauerreste vor dem Hilton in Hörde gefunden

hzBaustellen am Phoenix-See

Die Arbeiten zur „neuen“ Faßstraße sind wie Spatenstiche in das alte Hörder Herz. In diesem Bereich hat es angefangen zu schlagen. Hier stößt man immer wieder auf historische Überbleibsel.

Hörde

, 01.10.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es muss um das 13. Jahrhundert gewesen sein, als sich an der heutigen Faßstraße das Leben in Hörde abspielte. Dort waren die Burg, das Kloster und zwei Tore, durch die man in die damals noch recht kleine Stadt kam.

Jetzt lesen

Bei der Offenlegung des Hörder Baches kamen einige dieser alten Gemäuer wieder ans Tageslicht - oder besser gesagt, was davon noch übriggeblieben ist. Zwischen der Hörder Burg und dem Phoenix-See sind einige historische Überbleibsel noch zu sehen. In einem freigelegten Bereich - ein wohl einzigartiges Bodendenkmal.

Die heutige Faßstraße hieß einmal Goldstraße

Und es ist anzunehmen, dass noch viele alte Dinge im Bereich der Faßstraße im Boden schlummern. Denn die Straße ist vermutlich so alt wie Hörde selbst. Nur hieß sie vor langer Zeit noch Goldstraße und verlief ähnlich wie die heutige Faßstraße.

Jetzt lesen

Immer wieder kommt es in der Hörder-City zu Funden aus den Anfängen der ehemaligen Stadt. Erwähnt wurde Hörde im Übrigen das erste Mal um das Jahr 1198, in den folgenden Jahrzehnten wurde dann auch die Hörder Burg erbaut.

Zu welchen Gebäuden die Mauern einmal gehört haben, steht noch nicht fest.

Zu welchen Gebäuden die Mauern einmal gehört haben, steht noch nicht fest. © privat

Aber was ist, wenn Arbeiter bei Ausschachtarbeiten auf alte Mauerreste stoßen? Wird so etwas überhaupt gemeldet? Zeit ist ja bekanntlich Geld und ausgiebige geschichtliche Erkundigungen an vermeintlichen Bodendenkmälern kosten Zeit.

„Alle Funde, die während der Arbeiten gemacht werden, werden natürlich kommuniziert“, sagt Christian Schön, Pressesprecher der Stadt Dortmund. Es geht dabei beispielsweise um Mauerreste, die bei der Verlegung von Versorgungsleitungen im Zuge des Faßstraßenumbaus gefunden wurden - genau vor den Eingang des Hotels Hampton by Hilton.

Arbeiten werden von einer Grabungsfirma betreut

An einer Stelle, an der „wohl einmal die schmalste Stelle der Goldstraße gewesen sein muss“, sagt Willi Garth, Vorsitzender des Hörder Heimatvereins. Die Sorge war groß, dass die alten Mauerreste überhaupt keine Beachtung finden würden.

Kurz nach dem Fund ging die Baustelle weiter, die Mauerreste verschwanden unter Sand.

Kurz nach dem Fund ging die Baustelle weiter, die Mauerreste verschwanden unter Sand. © Jörg Bauerfeld

Dem ist aber nicht so, war die Antwort der Stadt Dortmund. „Die gesamte Straßenumbau-Maßnahme wird von einer Grabungsfirma betreut“, so Christian Schön. „Die Bodendenkmale vor dem Hotel datieren aus dem das Spätmittelalter und der Neuzeit. Eine konkrete Zuordnung der Befunde - zum Beispiel zur Mauer der Hörder Burg - ist allerdings nicht möglich. Dafür müsste großflächig um die Straße herum ausgegraben werden.“

Eine Nachzeichnung des Urkatasters von 1826. Die Mauerreste müssen zu Gebäuden gehören, die südlich der früheren Lutherschule standen.

Eine Nachzeichnung des Urkatasters von 1826. Die Mauerreste müssen zu Gebäuden gehören, die südlich der früheren Lutherschule standen. © Privat

Dies sei in diesem Fall nicht möglich, aber alle Geschichtszeugnisse würden dokumentiert und kartiert, eventuelle Funde geborgen. Eine Auswertung sei noch nicht erfolgt.

Wie immer bei solchen Funden würde am Ende der Boden wieder verfüllt und geschlossen. Das Bodendenkmal bleibe damit für zukünftige Generationen erhalten, so der Dortmunder Pressesprecher.

Lesen Sie jetzt