Geheimnisvoller Begräbnisort: So soll der „Tempel der Ruhe“ gerettet werden

hzAn Schloss Bodelschwingh

Der „Tempel der Ruhe“ ist einer der geheimnisvollsten Orte der Stadt. Und ein sehr verwitterter. Jetzt soll das Denkmal im Park von Schloss Bodelschwingh gerettet werden.

Dortmund, Bodelschwingh

, 13.11.2019, 11:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mitten im Bodelschwingher Wald steht der „Tempel“ als Zentrum des Familienfriedhofs von Schloss Bodelschwingh. Ruhe und Erhabenheit strahlt der säulenumkränzte Bau aus. Doch schon der Blick von außen durch das meist verschlossene Tor zeigt, dass der Zahn der Zeit an dem Bauwerk genagt hat.

Doch es ist Rettung in Sicht. Erste Bauarbeiten zeigen, dass an dem „Tempel der Ruhe“ gearbeitet wird. Und schon bald kann die Sanierung starten – dank der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Sie stellt 100.000 Euro zur Verfügung, „finanziert aus Zuwendungen, Spenden und Erlösen der Glücksspirale von Westlotto“, wie Karin Lehmann als Ortskuratorin der Stiftung jetzt bei der Übergabe des symbolischen Spendenschecks erklärte.

Geteilte Finanzierung

Die Kosten für die Sanierung werden auf 240.000 Euro geschätzt, die vor allem von den Eigentümerm des Schlosses, der Familie zu Inn- und Knyphausen, getragen werden. „Doch nur die Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz macht den Erhalt des Tempels der Ruhe überhaupt möglich“, erklärt Schlossherr Felix Freiherr zu Knyphausen.

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Die Begräbnisstätte ist eigentlich Teil des denkmalgeschützten Bodelschwingher Schlossparks, der seit gut 50 Jahren allerdings von der Autobahn 45 durchtrennt wird. Deshalb liegt der „Tempel der Ruhe“ heute im öffentlich zugänglichen Bodelschwingher Wald - und ist bisweilen Anziehungspunkt für obskure Gruppen etwa aus der Satanistenszene.

Friedhof wird weiter genutzt

Dabei ist es ein ganz irdisches Bauwerk. Der „Tempel der Ruhe“ wurde um 1802 von Karl von Bodelschwingh-Plettenberg angelegt, der hier auch als erster seine letzte Ruhestätte fand, wie Michael Holtkötter von der Denkmalbehörde berichtet. Der Familienfriedhof, der das Bauwerk umgibt, wird noch heute genutzt.

Geheimnisvoller Begräbnisort: So soll der „Tempel der Ruhe“ gerettet werden

Die Schäden an de Säulen und an der Deckeneinfassung des Monopteros im Bodelschwingher Schlossgarten sind nicht zu übersehen. © Oliver Volmerich

Umso wichtiger ist, dass der Monopteros gerettet wird. Die Schäden sind unübersehbar. Der Boden ist uneben und teilweise abgesackt, die Säulen sind verwittert. Von der bemalten Holzvertäfelung der Decke ist nur noch ein kleiner Teil vorhanden. Das alles soll nach dem Konzept des Dortmunder Architekturbüros Spital-Frenking+Schwarz instandgesetzt werden. Die Hoffnung ist, in einem Jahr die Sanierung abgeschlossen zu haben, erklärt Architekt Michael Schwarz.

Geheimnisvoller Begräbnisort: So soll der „Tempel der Ruhe“ gerettet werden

Die bemalte Decke des „Tempels der Ruhe“ im Bodelschwingher Schlossgarten soll wiederhergestellt werden. © Oliver Volmerich

Der „Tempel der Ruhe“ ist eines von sechs Objekten, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Dortmund unterstützt. Hilfen gab und gibt es auch für die Instandsetzung von Fenstern in der Reinoldikirche, die Petrikirche mit ihrem Antwerpener Schnitzaltar, die historische Kirche in Brackel, die Große Kirche in Aplerbeck und die Schlosskirche in Bodelschwingh.

Die Plakette, die die Sanierung mit Stiftungsmitteln bescheinigt, wird Karin Lehmann in wenigen Wochen nach Bodelschwingh bringen.

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