Geisterfahrt mit Tempo 130: Diese Strafe kassierte der „Phoenix-Raser“

hzVerfolgungsjagd mit der Polizei

Nach einer atemberaubenden Verfolgungsfahrt mit der Polizei steht ein notorischer Verkehrssünder nun vor den Trümmern seiner Taten. Das Amtsgericht Dortmund hat jetzt hart durchgegriffen.

Dortmund

, 23.08.2019, 17:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor knapp neun Monaten lieferte sich ein BMW-Fahrer ein wildes Verfolgungsrennen mit der Polizei durch den halben Dortmunder Süden. Die Fahrt war gestartet auf Phoenix-West. Am Freitag verhängte das Schöffengericht in Dortmund gegen den vielfach vorbestraften „Phoenix-Raser“ zwei Jahre und zehn Monate Haft - und erlegte ihm außerdem eine lebenslange Führerschein-Sperre auf.

„Wir sind schlichtweg fassungslos, wie man sich so verkehrsfeindlich verhalten kann“, sagte Richter Jan Schwengers. „Das war eine Verfolgungsfahrt, wie sie im Buche steht - allerdings im Strafgesetzbuch.“ Und weiter: „Es grenzt an ein Wunder, dass bei dieser Fahrt niemand zu Schaden gekommen ist.“

Mehrere Hundert Meter als Geisterfahrer

In der Tat war es am 5. Dezember 2018 weder zu Personen- noch zu Sachschäden gekommen. Auf der Wittekindstraße waren der zuletzt in Schwerte lebende 33-Jährige und seine Verfolger mit Tempo 130 und sogar mehrere Hundert Meter als Geisterfahrer im Gegenverkehr unterwegs. Ein Polizeibeamter berichtete als Zeuge, dass der Streifenwagen zum Schluss die Fahrt sogar selbst abgebrochen hatte: „Das Tempo war einfach zu hoch.“

Szenen wie bei einer Formel-1-Fahrt

Die Szenen des am Amtsgericht abgespielten, rund achtminütigen Videos erinnerten mit Blick auf die bei der Geisterfahrt verkehrt herum auf den Betrachter zurauschenden Fahrbahnmarkierungs-Pfeile an eine Formel-1-Fahrt auf dem engen Stadt-Parcours durch Monte Carlo.

Mindestens acht Fahrzeuge waren dem BMW damals bei der Geisterfahrt entgegengekommen. Selbst Verteidiger Christian Isselhorst befand: „Das war brandgefährlich.“

„Ich war in Panik“

Der im Prozess voll geständige BMW-Fahrer, nach eigenen Angaben glühender Anhänger der Auto-Schrauber-Szene, sollte damals auf Phoenix-West von der Polizei kontrolliert werden. Warum er dann plötzlich voll aufs Gas getreten hat? „Ich war in Panik“, gab der 33-Jährige zu. Fakt ist: Der Wagen war weder zugelassen noch versichert, hatte zudem gefälschte Siegel aufgeklebt. Außerdem hatte sich der 33-Jährige nur neun Tage zuvor wegen diverser Verkehrsverstöße am Amtsgericht bereits zweieinhalb Jahre Haft eingefangen.

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Alles in allem stehen dem 15-fach und fast ausnahmslos wegen Verkehrsdelikten vorbestraften Mann nun somit mehr als fünf Jahre im Gefängnis bevor.

„Sie sind wirklich unbelehrbar“

„Sie sind wirklich unbelehrbar“, sagte Richter Jan Schwengers zum Angeklagten. Es habe eine „unglaubliche Gefährdung“ für Unbeteiligte bestanden. Wenn nur einem Verkehrsteilnehmer etwas passiert wäre, hätte der 33-Jährige sich auch durchaus als Mord-Angeklagter vor dem Schwurgericht wiederfinden können.

Das Urteil lautet auf Straßenverkehrsgefährdung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und verbotenes Kraftfahrzeugrennen.

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