Geld weg, Hund weg: Dobermann-Welpe geht zurück an die Züchterin – Dortmunder geschockt

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Über Ebay Kleinanzeigen hatte der Dortmunder Andreas Wighardt einen Dobermann gekauft. Der Hund wurde sichergestellt, landete im Tierheim. Nun erhält die Züchterin ihn zurück. Wie es dazu kam.

Dortmund

, 03.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Geld weg, Hund weg, Freude weg: Der Dortmunder Andreas Wighardt hat vor zwei Monaten über Ebay Kleinanzeigen einen Dobermann-Welpen gekauft, den er kurz darauf ans Tierheim abgeben musste. Nun hat das Amtsgericht Dortmund entschieden, dass der Hund das Tierheim verlassen darf – zurück zu Wighardt kommt er nicht. Sondern zur Züchterin.

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700 Euro hatte Wighardt Anfang April einem jungen Mann in Mönchengladbach für den weiblichen Dobermann-Welpen „Nala“ gezahlt. Die Freude des 48-Jährigen über seine neue Mitbewohnerin währte nur kurz: Nach einer Woche meldete die Recklinghäuser Züchterin ihre Besitzansprüche an – der junge Mann hatte den Dobermann von ihr erhalten, aber nicht gezahlt. Und ihn stattdessen umgehend an Wighardt weiterverkauft. Als die Züchterin bei dem Dortmunder auf der Matte stand, gab es Streit; die Polizei ließ den Welpen ins Tierheim bringen.

Kein „gutgläubiger Erwerb“, sagt der Richter

Wighardt hatte vom Käufer nur die Kopie einer Seite aus dem EU-Heimtierausweis des Tieres erhalten. Sonst nichts. Er habe sich darauf verlassen, dass der Käufer der Eigentümer sei, sagt Wighardt. Eben diesen „gutgläubigen Erwerb“ aber nahm der Richter Wighardt nicht ab.

Im Beschluss des Amtsgerichtes über die Herausgabe des Hundes an die Züchterin heißt es, Wighardt hätte erkennen müssen, dass der junge Mann nicht zum Verkauf berechtigt war: „Hierfür sprach bereits der Abschluss des Kaufvertrags über einen Rassehund im Internet. Aber auch die Übergabe des Hundes auf der Straße, ohne dass ihm außer einer Kopie des Impfpasses irgendwelche Unterlagen zu dem Hund übergeben wurden, hätte bei dem Zeugen Wighardt Zweifel an der Berechtigung des Beschuldigten erwecken müssen.“

Udo Kopernik, Pressesprecher des Verbandes für das Deutsche Hundewesen, warnt davor, Hunde über Online-Portale wie Ebay Kleinanzeigen zu kaufen: „Bei Ebay Kleinanzeigen ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man an einen unseriösen Hundehändler gerät.“

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Andreas Wighardt hat eine Bitte an Hundefreunde

Wighardt will „definitiv nicht mehr über Ebay Kleinanzeigen“ einen Hund kaufen. Derzeit sei ein neuer Hund ohnehin kein Thema, zu tief sitze der Schock. In den sechs Wochen, die „sein“ Dobermann-Welpe im Tierheim war, habe er „so viel geheult, dass ich schon keine Tränen mehr habe“.

Die Geschichte über Wighardts völlig schiefgelaufenen Hunde-Kauf hatte viele Leser bewegt; einige wollten sogar spenden, damit „Nala“ aus dem Tierheim herauskommen und zu Wighardt zurück hätte kommen können. „Für meinen Mist muss ich selbst aufkommen“, sagt Wighardt dazu. Wer Hunden etwas Gutes tun wolle, solle lieber „mal zwei Säcke Hundefutter fürs Tierheim kaufen, die würden sich bestimmt freuen“.

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