Gerettete Eichhörnchen-Babys aus Mengede werden in Waltrop aufgepäppelt

hzFeuerwehr und Arche 90

Bei diesem Anblick kann einem nur das Herz aufgehen: Zwei Mini-Eichhörnchen kuscheln sich auf einer Wolldecke eng aneinander. Es sind die geretteten Babys aus Mengede. Arche 90 hat gute Nachrichten.

Mengede

, 24.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Glück im Unglück hatten am 14. Juli zwei von drei Eichhörnchen-Babys in Mengede: Die Nestflüchter steckten auf einem Gebäude zwischen Dachrinne und Dach in circa fünf Meter Höhe fest. Die Feuerwehr Dortmund eilte den winzigen Hörnchen zur Hilfe und befreite sie aus ihrer misslichen Lage.

Dafür hob ein Brandschützer mit einem Brecheisen die Dachrinne vorsichtig an. Den anschließenden Sturz überlebte eines der drei Eichhörnchen-Babys nicht, die anderen beiden waren sehr geschwächt.

Nach der Rettungsaktion brachte Günther Herlemann, ehrenamtliches Mitglied der Tierschutzorganisation Arche 90, das Nager-Duo zur Pflegestelle nach Waltrop. Mit viel Liebe und Spezialmilch werden die Eichhörnchen-Babys dort seitdem aufgepäppelt.

Stets eng aneinander gekuschelt schlafen die beiden Eichhörnchen-Babys in ihrer Pflegestelle. Mittlerweile wiegen sie 80 bis 90 Gramm.

Stets eng aneinander gekuschelt schlafen die beiden Eichhörnchen-Babys in ihrer Pflegestelle. Mittlerweile wiegen sie 80 bis 90 Gramm. © privat

„Den beiden geht es gut, sie haben ordentlich zugenommen und wiegen mittlerweile zwischen 80 und 90 Gramm“, berichtet Arche-Mitarbeiterin Sabine Keller auf Anfrage. „Heute haben sie das erste Mal ihre Augen geöffnet. Sie sind circa drei Wochen alt.“ Sobald sie fit genug seien, würden sie wie alle Wildtiere aus den Pflegestationen wieder ausgewildert.

Die beiden Mengeder Eichhörnchen-Babys waren längst nicht die einzigen in Dortmund, die in diesem Sommer zu früh ihr Nest verlassen haben und danach ein Fall für die Tierschutzorganisation Arche 90 geworden sind. „In der letzten Zeit waren es mindestens 20“, schätzt Günther Herlemann. Jedes einzelne hat der 71-Jährige bei der Feuerwehr abgeholt und zu den Pflegestellen gefahren.

Günther Herlemann ist auch für junge Greif- und Singvögel im Einsatz

Sein Appell: Bürger sollten verwaiste Eichhörnchen-Babys nicht sofort einsammeln und der Arche melden. „Bitte erst mit Abstand beobachten, manchmal findet das Muttertier seine Jungen noch.“

So zerbrechlich und winzig waren die beiden Eichhörnchen am Tag ihrer Rettung.

So zerbrechlich und winzig waren die beiden Eichhörnchen am Tag ihrer Rettung. © dpa

Günther Herlemann vom Borsigplatz ist aber nicht nur für Eichhörnchen im Dauer-Einsatz, auch junge Greif- und Singvögel sowie Jungtauben, die ohne Hilfe nicht überleben würden, transportiert er zu den Pflegeeltern. „Gestern bin ich 200 Kilometer gefahren.“ Der Rentner, der den ehrenamtlichen Job seit acht Jahren macht und liebt, ist täglich bis 20 Uhr für „seine“ Tiere da. Die Nachtschicht übernimmt dann ein Kollege.

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Arche 90 braucht dringend weitere Pflegestellen

Freiwillige Helfer wie Günther Herlemann sind bei der Arche 90 stets willkommen. Besonders dringend würden weitere Pflegestellen für Hunde, Katzen, Vögel und Wildtiere gebraucht, betont Sabine Keller, die die Pflegestellen koordiniert.

Wer sich bei der Arche 90, engagieren möchte, kann sich unter Tel. 0231/87 53 97 melden.

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