Gewalt gegen Stadt-Mitarbeiter: Fallzahl steigt um fast 30 Prozent

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Städtische Mitarbeiter sind immer öfter Bedrohungen und Gewalt ausgesetzt - die Zahl steigt erheblich. Einige Berufsgruppen sind besonders stark betroffen.

Dortmund

, 06.11.2019, 07:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in letzter Zeit das Dienstleistungszentrum der Bürgerdienst im Stadthaus oder das Sozialamt besucht hat, kennt das Bild: Auf den Fluren wachen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes. Und das aus guten Grund: Immer wieder kommt es zu Übergriffen auf städtische Bedienstete. „Und die Zahlen steigen“, berichtet Personaldezernent Christian Uhr.

Konkret heißt das: 155 gemeldeten Gewaltvorfällen im Jahr 2017 stehen 206 im Jahr 2018 gegenüber. Dazu komme eine unbekannte Dunkelziffer an nicht gemeldeten Fällen, erläutert Uhr.

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Besonders betroffen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes unter anderem die Politessen, die Parksünder aufspüren, mit 111 gemeldeten Fällen im Jahr 2018, der Feuerwehr mit 66 Fällen und des Sozialamtes mit 18 Fällen.

Bedrohungen im Internet

Das Spektrum der Gewalt reicht von verbalen Aggressionen wie Beleidigungen, Beschimpfungen und Nötigungen über Sachbeschädigungen bis zu Bedrohungen und Übergriffen.

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Allen Betroffenen verspricht die Verwaltungsspitze mit einem neuen Sicherheitskonzept Hilfe, das mit dem Personalrat als Dienstvereinbarung ausgehandelt wurde. Es passt die bisherigen Regelungen aus dem Jahr 2016 an, erklärt Christian Uhr. Eine der wesentlichen Änderungen: Auch Beleidigungen und Bedrohungen im Internet und in sozialen Medien werden nun in den Blick genommen.

Ein wesentlicher Aspekt des Sicherheitskonzepts ist die Hilfe und die Nachsorge für die Betroffenen. Für alle betroffenen Beschäftigten müsse gewährleistet sein, dass sie kurzfristig aus der belastenden Situation herausgenommen werden, heißt es. Hilfe gegen die psychische Belastung bietet eine Beratungsstelle für Beschäftigte der Stadtverwaltung, die beim Betrieblichen Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement angesiedelt ist.

Rechtsschutz für Beschäftigte

Grundsätzlich verspricht die Verwaltung in der Dienstvereinbarung allen Opfern von Gewaltvorfällen Rechtsschutz. Dazu gehört, dass das städtische Rechtsamt die Aufgabe übernimmt, Strafanzeige oder einen Strafantrag gegen Täter zu stellen. Rechtsschutz soll aber auch städtischen Beschäftigten geboten werden, die selbst einer Straftat beschuldigt werden.

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Mit dem Sicherheitskonzept will die Verwaltung außerdem neue Regelungen aus dem Landesbeamtengesetz zu Schmerzensgeldansprüchen auf alle Beschäftigten übertragen. Dazu gehört, dass die Stadt finanziell einspringt, wenn die Täter selbst nicht belangt werden können.

Mit dem Maßnahmenpaket wolle man ein deutliches Zeichen setzen, erklärt Christian Uhr: „Für Gewalt ist in unserer Verwaltung kein Platz.“

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