Gibt es wenigstens die beliebten Tassen von Dortmunds Weihnachtsmarkt?

hzNach Corona-Aus

Die 2020er-Ausgabe des Dortmunder Weihnachtsmarkts ist der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen – doch gilt das auch für die als Sammlerobjekt beliebten Glühwein-Tassen? Wir haben nachgefragt.

Dortmund

, 03.11.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war 1991, daran erinnert sich Schausteller-Chef Patrick Arens noch genau, als der Dortmunder Weihnachtsmarkt das erste Mal Keramik-Tassen für den Glühwein einsetzte. Zuvor hatte es den beliebten Warmmacher für die Hände und Kater-Verursacher für den Kopf am nächsten Morgen nur aus Wegwerf-Bechern aus Styropor gegeben.

Was als Beitrag für den Umweltschutz begann, entwickelte sich schnell zum wertvollen Marketing-Mittel: Die Tassen, die ab 1992 ein wechselndes Design bekamen, wurden zu beliebten Andenken, die die Besucher gerne mit nach Hause nahmen und die deshalb häufig Tage vor dem Ende des Weihnachtsmarktes vergriffen waren. Es gab eigene Pressekonferenzen, in denen die jeweils aktuelle Tasse vorgestellt wurde.

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Die Dortmunder Weihnachtsmarkt-Tassen der letzten 18 Jahre

Die Glühwein-Tassen des Dortmunder Weihnachtsmarkts sind beliebte Andenken und Sammlerstücke. Hier zeigen wir alle Tassen seit 2002.
19.11.2018
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Ein schnörkelloser Stiefel mit Abendrot-Panorama: So sah die Glühweintasse des Dortmunder Weihnachtsmarktes 2002 aus.© Knut Vahlensieck
2003 gab es erneut einen Stiefel, dieses Mal allerdings in hellblau. © Knut Vahlensieck
2004 wurde der Glühwein-Stiefel knallrot. © Knut Vahlensieck
2005 tranken die Dortmunder den Glühwein aus einem Becher mit Relief. © Knut Vahlensieck
2006 waren die Becher weiß mit buntem Weihnachtsmotiv und hatten die Form kleiner Bierkrüge. © Aloys Reminghorst
2007 blieben die Becher weiß mit buntem Druck, diesmal mit angedeutetem Relief. © Aloys Reminghorst
Noch bunter wurden die Tassen 2008. © Aloys Reminghorst
Gaby Isken präsentiert die Becher von 2009. Nach fünf Jahren gab es die Rückkehr zum Stiefel. © Ulrike Böhm-Heffels
2010 gab es Ärger um die Tassen: Erwartet hatten die Weihnachtsmarkt-Händler das frishce, weiß-bunter Modell mit Relief (l.), bekommen haben sie dann nach langer Irrfahrt aus China das ergraute und weniger detailverliebte Stück (r.) Das Modell ähnelte eher einer Cappuccino-Tasse als einem Glühwein-Becher. © Dan Lareya/Dieter Menne
Eher schlicht und ohne Dortmunder Motiv, dafür aber in knallroter Herzchenform: der Becher von 2011. © Oliver Schaper
Aus Bechern in Schneemanngestalt mit lächelndem Gesicht und Möhrennase tranken die Dortmunder ihren Glühwein 2012. © Dan Lareya
Bei der Glühwein-Tasse 2013 wurde die beliebte Form des Vorjahres beibehalten. Auf ihr prangt diesmal ein Weihnachtsmann. © Oliver Schaper
Ein eher klassisches Stadt-Panorama bietet die 2014er-Ausgabe des Dortmunder Weihnachtsmarktes. © Dieter Menne
Schickes Mattglas! Das war die Weihnachtsmarkt-Tasse 2015. © Dieter Menne
Wieder in Glas-Optik, diesmal mit farbigem Druck: Der Becher von 2016.
Erstmals gibt es 2017 die Glühweintasse in schwarz-gelb. © Stephan Schütze
2018 ist die Weihnachtstasse wieder rot. Die Besonderheit ist der weiße Elch, der aus der Tasse hervorragt. © Jana Klüh
Die 2019er-Edition der Tasse brachte die Herzform zurück - und sie zierte ein Fehler: Auf ihr prangte nach wie vor der Schriftzug "Weihnachtsmarkt" anstatt des neuen Namens "Weihnachtsstadt".© Thomas Thiel

Dieses Jahr fällt die Präsentation genauso flach wie der gesamte Weihnachtsmarkt. Die rasant steigenden Corona-Neuinfektionen machen das Großereignis unmöglich.

Und doch wird so manch gut informierter Tassen-Sammler – und davon gibt es mehr, als man gemeinhin denkt – hoffen, dass vielleicht doch keine Lücke in seiner Sammlung entsteht: Denn normalerweise werden die Glühweintassen bereits im Frühjahr bei chinesischen Produzenten bestellt.

Werden sich die verhinderten Weihnachtsmarkt-Besucher ihren Glühwein Zuhause wenigstens in Original-Tassen erhitzen können?

Schausteller waren „sehr vorsichtig“ bei der Bestellung

„Nein“, sagt Markt-Organisator Arens. Denn bei der Bestellung waren die Schausteller „dieses Jahr sehr vorsichtig“.

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Weil das Zeitfenster für die normale Bestellung im März/April mit der ersten Corona-Welle in Deutschland zusammen fiel, entschieden sich die Schausteller lieber für eine mutmaßlich teurere, aber dafür flexiblere Variante: Sie suchten sich einen Tassen-Hersteller in Europa, genauer gesagt in Österreich. „Da wäre die Bestellung erst diese Woche fällig geworden“, so Arens.

Tassen-Design wird für Dortmunds Weihnachtsmarkt 2021 recycelt

Also sparten sich die Schausteller wenigstens diesen Kostenpunkt. Wie groß dieser gewesen und wie viele Tassen bestellt worden wären, daraus macht Arens ein Geheimnis. Das habe man noch nie verraten, sagt er. Lediglich, dass die Tassen einen fünfstelligen Betrag gekostet hätten, lässt er sich entlocken.

Ebenso geheim bleibt auch die Gestaltung und die Form der nun nie produzierten Dortmunder Glühwein-Tasse 2020. Die Entwürfe werden einfach 2021 recycelt, sagt Arens. Dann gibt es bestimmt auch wieder eine Pressekonferenz.

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