Gift in Hombrucher Boden: Untersuchung in Schutzkleidung läuft weiter

hzGiftige Altlasten

Vor drei Monaten fanden Bauarbeiter an der Kieferstraße alte Leitungen, die giftige Substanzen beinhalten könnten. Sind Anwohner in Gefahr? Die Stadt meldet sich erneut zu Wort.

Hombruch

, 07.10.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das, was Mitarbeiter der Donetz im Juli 2020 im Hombrucher Untergrund fanden, sorgt seit Monaten für reichlich Diskussionen im Stadtteil. Bei den Arbeiten am Versorgungsleitungsnetz wurde ein alter Schacht mit diversen Leitungen gefunden, deren Herkunft Rätsel aufgibt – auch noch drei Monate später.

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Fakt ist, dass in den Leitungen, die im Bereich der Kieferstraße ausgegraben wurden, Rückstände von Naphthalin gefunden wurden. Eine chemische Substanz, von der vermutet wird, dass sie krebserregend ist.

Jetzt hat es erneut Bodenuntersuchungen gegeben und es ist auch der Schacht geöffnet worden, von dem bislang niemand wusste, was sich dahinter verbirgt. Die Szenerie war wie in einem Endzeitfilm. Männer mit Schutzanzügen und Gasmasken begaben sich in einen Graben an der Ecke Kieferstraße / Harkortstraße.

Arbeiter einer Fachfirma untersuchten den Schacht

Mitarbeiter einer Fachfirma für Tanktechnik haben unter Atemschutz und bei gleichzeitiger Luftabsaugung den mit zahlreichen großen Gewindeschrauben gesicherten Stahldeckel der ominösen Grube geöffnet.

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Was verbirgt der Deckel mit einem Durchmesser von einem Meter? Einen ursprünglich vermutetet Heizungstank auf jeden Fall nicht, das stellten die Fachleute fest.

Sie stellten in dem geöffneten Schacht jedoch auch kristalline Naphthalin-Ablagerungen fest. So wie zuvor schon in den alten Leitungen.

Der ominöse Schacht an der Kieferstraße. Wie gefährlich sind die Altlasten im Hombrucher Boden wirklich?

Der ominöse Schacht an der Kieferstraße. Wie gefährlich sind die Altlasten im Hombrucher Boden wirklich? © Markus Halfmann

Auch Flüssigkeiten befanden sich in dem Schacht. Von denen wurden Proben entnommen und zur weiteren Untersuchung in ein Labor gebracht.

Ob die alten Leitungen, von denen noch etwa 90 Meter im Bereich der Kiefer und der Harkortstraße liegen und der alte Schacht eine Gefahr für die Umwelt darstellen, konnte auch nach dieser Untersuchung nicht einwandfrei gesagt werden.

Noch nicht entschieden, ob die Funde ein Risiko für die Umwelt sind

„Wenn alle Informationen aus der beauftragten Recherche und der aktuellen Probenahme vorliegen, entscheidet es sich, ob die Relikte aus der Vergangenheit aktuell ein Umweltrisiko darstellen und entfernt werden müssen“, sagt Christian Schön, Pressesprecher der Stadt Dortmund.

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„Sollte sich herausstellen, dass die Leitungen im Boden ein Umweltrisiko bedeuten, müssten sie aus dem Straßenraum herausgenommen werden – eine Maßnahme, die spezieller Vorbereitung bedarf“, so Schön weiter.

Kein sofortiger Handlungsbedarf

Da jedoch der Boden um die Rohre herum sehr lehmhaltig sei und der Grundwasserspiegel in größerer Tiefe liege, bestehe hier kein sofortiger Handlungsbedarf.

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