Giselle von der TanzStelle

DORTMUND Am kommenden Sonntag feiert das Ballett „Giselle“ in einer Inszenierung der TanzStelle Premiere. Wir waren bei den Proben.

von Von Katrin Pinetzki

, 14.01.2008, 12:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Giselle von der TanzStelle

Sie lächeln schon wie die Profis, die Ballett-Ratten von der TanzStelle.

Die Luft ist schon etwas stickig im Ballettsaal an der Sonnenstraße. Gut fünfzig Mädchen mit ordentlichem Dutt zupfen sich an ihren Kleidchen in zarten Pastellfarben, helfen sich beim Schließen der Häkchen. Wie auf Knopfdruck verstummt alles Geplapper – der Ballettlehrer ist da. „Schönen guten Abend meine Herrschaften“, begrüßt Wojtek Hankiewicz seine Eleven, unbeeindruckt davon, dass es sich bei den Herrschaften fast ausschließlich um kleine Damen handelt. „Wer von euch ist motiviert?“ Alle Finger schnellen in die Luft. Es ist die erste Stunde nach den Ferien – und es sind nur noch neun Tage bis zum großen Auftritt: das Handlungsballett „Giselle“ auf großer Bühne. Nach ungezählten Einzelproben soll es heute einen ersten Durchlauf geben. „Good luck“, wünscht Hankiewicz, der die Ballettschule mit seiner Frau Mahnaz betreibt, und startet die Musik von Adolphe Adam.

Wechsel in Profi-KarriereDer zehnjährige Luca ist der Erste: Ganz alleine eröffnet er das Stück. Seit zwei Jahren trainiert Luca in der TanzStelle, und schon gelingt ihm eine zweifache Pirouette. Doch wen dies schon wundert, der wird später aus dem Staunen gar nicht mehr rauskommen. Dass aus der TanzStelle unter Leitung der Hankiewiczs schon viele junge Leute in die Profi-Karriere gewechselt sind, überrascht niemanden, der die Arbeit dort verfolgt.

Unglaublich perfektDa ist die neunjährige Jana, die mangels männlicher Tänzer die Rolle eines Bauernjungen übernommen hat und dadurch einige Solo-Auftritte und Grand Pas de deux absolvieren darf – mit einer Kraft und Souveränität, die staunen macht. Die schwierigen, kraftraubenden Sprünge aus der Männer-Choreografie absolviert sie ebenso wie eine vierfache Pirouette – schwer atmend, aber technisch mit einer für ihr Alter unglaublichen Perfektion.

Bewundernde BlickeUnd da sind all die anderen Kinder, manche erst fünf oder sechs Jahre alt, die schon mühelos die Reihe halten, synchron drehen, ihre Füße strecken und in ihrem Auftritt viel vom Anspruch verraten, den diese Ballettschule an ihre Schülerinnen und Schüler hat. Die meisten Mädchen schauen jedoch bewundernd auf Sophia Gehrke. Die 12-Jährige tanzt die „Giselle“, die sich in Prinz Albrecht verliebt – und der ihr das Herz bricht. Sophia tanzt sicher auf der Spitze, sie dreht und springt und lässt sich vom „Prinzen“ in die Luft heben – Rodrigo Almarales ist Profi-Tänzer aus dem Ballett der Düsseldorfer Oper am Rhein, den sich die TanzStelle für ihre Winterproduktion ausgeliehen hat. 

„Ihr müsst supersüße Gesichter machen, wie die Lollis“, ruft Hankiewicz den Mädchen zu. Oje – bei all der konzentrierten Anstrengung auch noch lächeln. Doch die Mädchen kennen das längst und setzen routiniert ein strahlendes Gesicht auf.

„Giselle“ ist am 20.1., 17.30 Uhr in der Rudolf-Steiner-Schule, Mergeteichstr. 51 zu sehen. VVK/AK Erwachsene 12/15 €, Kinder 10/12 €, Vorbestellung unter Tel. 57 17 04 oder KulturInfoShop

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