Ab 10. Mai: Strikte Sitzordnung im Gottesdienst der Evangelischen Kirche

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Ab dem 10. Mai dürfen in Dortmund wieder die ersten Gottesdienste stattfinden. 250 Sitzplätze wurden in der evangelischen Kirche in Brackel auf 40 reduziert. Aufs Singen wird verzichtet.

Brackel

, 04.05.2020, 12:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wo postieren wir die Desinfektionsspender? Welche Tür wird Ein- und welche Ausgang? Und wohin mit den gebrauchten Einweg-Masken? All das sind Fragen, die sich Pfarrerin Sandra Sternke-Menne und ihr Team von der Evangelischen Kirchengemeinde in Brackel stellen müssen. Wie alle Gemeinden in Dortmund, Lünen und Selm, die zum Evangelischen Kirchenkreis Dortmund gehören, erstellen sie zurzeit ein Hygiene-Schutzkonzept.

Gottesdienste ab dem 10. Mai

In Dortmund sollen die Gottesdienste nach der Corona-Pause ab dem 10. Mai wieder starten können. Darauf haben sich alle Beteiligten im Kirchenkreis verständigt. Viele Gemeinden wollen dann wieder sonntägliche Gottesdienste anbieten.

Voraussetzung, so der Beschluss des Kreissynodalvorstands, des obersten Leitungsgremiums im Kirchenkreis, sei ein individuell erarbeitetes Schutzkonzept für jede Kirche. Das werde rechtzeitig vor Gottesdienstbeginn von der Superintendentur geprüft und genehmigt.

In Brackel und einigen anderen Gemeinden seien die Überlegungen zum Konzept schon weit fortgeschritten. Wenn in den nächsten Tagen die Desinfektionsspender eintreffen, die Gemeindesekretärin Michaela Komor bestellt hat, und sie an der Kirchentür und anderen wohlüberlegten Orten angebracht sind, kann es losgehen.

Für den Gottesdienst-Besuch ab dem 10. Mai in der evangelischen Kirche Brackel gelten einige besondere Hygiene-Regeln.

Für den Gottesdienst-Besuch ab dem 10. Mai in der evangelischen Kirche Brackel gelten einige besondere Hygiene-Regeln. © Stephan Schuetze

Auch 100 Masken hat die Kirchengemeinde besorgt, genau wie neue Mülleimer, in denen sie nach dem Gottesdienst entsorgt werden können. Eine Presbyterin oder ein Presbyter der Gemeinde, die/der jeweils für den Hygieneschutz des Sonntagsgottesdienstes verantwortlich ist, wird die Masken bei Bedarf für die Besucher am Eingang bereithalten.

Wer mag, darf auch seine eigene Maske mit in die Kirche bringen. Ohne Mund-/Nasenschutz wird eine Teilnahme am Gottesdienst nicht möglich sein.

Besucher müssen Name und Anschrift angeben

Selbst mit Maske und Schutzhandschuhen ausgestattet, wird das Presbyteriumsmitglied die Gäste begrüßen, ihnen die Schutzregeln erläutern und sie darüber hinaus nach Namen und Anschrift fragen. Die werden erfasst, um gegebenenfalls Infektionsketten nachverfolgen zu können, sollte es im Kreis der Gottesdienstbesucher eine Corona-Erkrankung geben. Ein ehrenamtlicher Teamer aus der Jugendarbeit soll beim Einnehmen der Plätze unterstützen, um die Kirche geregelt von vorne nach hinten zu besetzen.

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„Wir tüfteln im Moment täglich daran, das Konzept immer noch weiter zu verbessern“, erzählt Pfarrerin Sandra Sternke-Menne. Die Sitzplätze der Brackeler Kirche, die eigentlich 250 Personen fasst, wurden auf 40 reduziert. Damit, so die Pfarrerin, sei ein ausreichender Sicherheitsabstand gewährleistet.

Glücklicherweise verfüge die Kirche über Stühle anstatt der anderswo häufig anzutreffenden Kirchenbänke. „Die restlichen Stühle konnten wir an den Seiten stapeln“, berichtet die Pfarrerin. In der neuen Sitzordnung gebe es Plätze für Paare, Familien und Einzelbesucher.

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Auch die Liturgie des Brackeler Gottesdienstes wird der neuen Situation Rechnung tragen. So soll derzeit in den Kirchen generell auf gemeinsames Singen verzichtet werden. Denn beim Gesang würden verstärkt Speichelpartikel ausgesandt, somit steige die Ansteckungsgefahr. Einige liturgische Elemente im Gottesdienst sollen daher gesprochen oder allein vom Liturgen gesungen werden. Die Gemeinde könne sich am Orgelspiel erfreuen, zuweilen will Kantor Wolfgang Meier-Barth auch solo ein Kirchenlied anstimmen.

„In den kommenden Gottesdiensten wird es um Hören und Hineinfühlen gehen“, sagt Sandra Sternke-Menne, „weniger um das selbst-Mitsingen oder den unmittelbaren Kontakt untereinander“. Vielleicht werde sie irgendwann einen Liedtext von einem Kirchenlied oder einem Popsong in ihre Predigt einbauen – und das Lied dann über Lautsprecher einspielen. „Auch da werden wir ausprobieren und miteinander neue Erfahrungen machen.“

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