Gottesdienste starten wieder – nur in einer Dortmunder Gemeinde nicht

hzKirchen in Dortmund

Während in fast allen Lütgendortmunder Kirchen bereits Gottesdienste stattgefunden haben oder bald starten, hält sich eine Gemeinde noch zurück. Sie möchte ein anderes Konzept anbieten.

Lütgendortmund

, 12.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich wollte Pfarrer Robert Geßmann von der altkatholischen Gemeinde St. Martin in Kley bereits am 3. Mai wieder einen Gottesdienst abhalten. „Aber dafür kam die bischöfliche Verordnung zu spät, an die ich mich selbstverständlich halte“, so der Pfarrer.

Stattdessen ging es für seine Gemeinde am 10 Mai (Sonntag) wieder los. Bis zu 15 Plätze gibt es derzeit in der Kirche, zum Auftakt war circa die Hälfte besetzt. Für die Gemeindemitglieder, die sich noch nicht in die Kirche trauen, gibt es den Sonntagsgottesdienst weiterhin als Aufzeichnung im Internet.

Zudem plant die Gemeinde Open-Air-Gottesdienste zu Pfingsten und Fronleichnam, bei denen im Gegensatz zu Gottesdiensten in der Kirche gesungen werden darf. „Es ist schon gewöhnungsbedürftig, aber ich bin froh, die Gemeinde wiederzusehen“, sagt Robert Geßmann.

Christusgemeinde verteilt Platzkarten

Ebenfalls am 10. Mai startete die evangelische Christusgemeinde mit ihren ersten Gottesdiensten nach der Corona-Pause – allerdings vorerst nur in der Bartholomäus-Kirche und im Martin-Luther-King-Haus. „Das hat sehr gut funktioniert“, zieht Pfarrerin Heike Bährle Bilanz. „Die Leute haben gut mitgemacht.“

Zusätzlich zu regulären Gottesdienst-Besuchern seien in der Bartholomäus-Kirche auch Familien gewesen, deren Kinder normalerweise am Sonntag ihre Konfirmation gehabt hätten. Dennoch sei der Andrang nicht allzu groß gewesen. Etwas über 30 von 55 Plätzen waren belegt.

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Eine Erfahrung nimmt die Christusgemeinde aus den ersten Gottesdiensten mit: Zur besseren Orientierung innerhalb der Kirche will sie zusätzlich zu den Punkten an den Plätzen Platzkarten anbieten. So sollen dann auch voraussichtlich ab dem 17. oder 24. Mai Gottesdienste in der Katharinenkirche starten.

Auch der katholische Pastoralverbund Dortmunder Westen hatte am 10. Mai noch nicht alle Kirchen geöffnet. St. Magdalena in Lütgendortmund, Herz Jesu in Bövinghausen, Christus unser Friede in Oespel-Kley und Heilige Familie in Marten begrüßten am Sonntag wieder ihre Gemeinden.

Kommunion mit Handschuhen und Mundschutz

In allen vier Kirchen haben etwa bis zu 50 Menschen Platz. „Das war zum Auftakt auch ausreichend, wir mussten niemanden nach Hause schicken“, sagt Pfarrer Guido Hoernchen. „Das war ein verantwortlich zurückhaltender Andrang.“

Die kleinste Kirche des Pastoralverbunds, St. Laurentius in Marten, bietet derzeit mittwochs Gottesdienste an. „Viele haben es vermisst, in die Kirche zu kommen“, sagt Guido Hoernchen. „Deshalb sind wir dankbar, dass es wieder möglich ist.“ Dennoch sei alles natürlich ganz anders als gewohnt.

Beispielsweise gebe es die Kommunion derzeit nur mit Handschuhen und Mundschutz, das gemeinsame Singen fehle. Nun möchte der Pastoralverbund sein Konzept bis zum 24. Mai testen und dann möglicherweise nachjustieren.

Die neuapostolischen Kirchen Lütgendortmund-Bövinghausen und Marten werden nicht wie ursprünglich angedacht Ende Mai starten, sondern erst ab dem 7. Juni Gottesdienste anbieten. „Es wird Einschränkungen geben, die von den Gemeinden kommuniziert werden“, sagt Pressesprecher Frank Schuldt.

Elias-Gemeinde bietet keine Gottesdienste an

Indes verzichtet die evangelische Elias-Gemeinde vorerst trotz der Corona-Lockerungen bis auf Weiteres auf Gottesdienste. „Wir haben uns bewusst gegen Präsenz-Gottesdienste entschieden“, sagt Pfarrer Christian Höfener-Wolf.

Stattdessen werde die Gemeinde mit der Kirche in Oespel und der Immanuel-Kirche in Marten einerseits weiterhin Video- und Audio-Gottesdienste sowie Telefonandachten anbieten. Zudem sei ein Konzept der „Offenen Kirchen“ in Planung, so Höfener-Wolf.

Dazu soll es in den kommenden Tagen weitere Informationen geben.

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