Grabsteine unter der Schnettkerbrücke: Das Rätsel ist gelöst

hzNach ungewöhnlichem Fund

Grabsteine und deren Rohlinge unter der Schnettkerbrücke haben einige Fragen aufgeworfen. Mehrere Leser haben sich daraufhin gemeldet, nun scheint zumindest ein Rätsel gelöst.

Dortmund

, 12.10.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer unter der Schnettkerbrücke, zwischen Emscher, Bahngleisen und der A40 durch das Gelände streift, dem fallen neben liegengelassenem Müll und Bierflaschen Teile eines zerbrochenen Grabsteins mit einer Inschrift auf.

Unter der Schnettkerbrücke lässt sich auch noch eine andere Entdeckung machen: Wie zuvor berichtet, gibt es in einer Verlängerung des Leierwegs im Unterholz Reste, beinahe eine kleine Ruine, eines ehemaligen Steinmetzbetriebs, der in der Vergangenheit auch für den Südfriedhof tätig war.

Grab eines Steinmetzmeisters und seiner Frau

Wie der Betrieb zur Zeit seines Bestehens hieß, war zunächst unklar. Die Friedhofsverwaltung hält aber einen Zusammenhang mit einer bestimmten Grabstätte auf dem Südfriedhof für möglich. Hier liegen der Steinmetzmeister Heinrich Fussbahn (1911-1995) und seine Ehefrau Elisabeth (1913-1998) begraben. Auf dem Grabstein steht laut der Stadtverwaltung: „Er setzte vielen einen Stein – und dann bekam er selber ein'n“.

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Nach Erscheinen des besagten Artikels meldete sich ein Leser, der das Rätsel lösen kann. Jürgen Wolff ist in der Gegend rund um den Südfriedhof aufgewachsen und hat laut eigener Aussage oft mit seinen Freunden am Leierweg gespielt. Dort ist ihm damals der Steinmetzbetrieb Fussbahn aufgefallen, der am Rande des Leierwegs lag.

Michael Zimmerers vom „Freundeskreis historischer Eisenbahnen Dortmund“ meldete sich ebenfalls. Er und andere vom Freundeskreis haben im Rahmen einer Eisenbahnrecherche zum „Bahnhof Dortmunderfeld“ einen Artikel veröffentlicht, der auch den ehemaligen Steinmetzbetrieb Fussbahn thematisiert.

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Tonnenschwere Sandsteine auf dem Gelände

Während der Recherchen sind sie auf teilweise tonnenschwere Sandsteine gestoßen, heißt es in dem Artikel. Bei näherer Betrachtung sei aufgefallen, dass einige von den Steinen bereits behauen und geschliffen worden sind.

Als Michael Zimmerers und andere vom Freundeskreis historischer Eisenbahnen Dortmund dann ältere Anwohner befragten, bekamen sie weitere Anhaltspunkte. Der Standpunkt mit den großen Sandsteinen war wohl ursprünglich das Lager, beziehungsweise auch die Verladestelle der Natursteinwerke Fussbahn, die um 1920 gegründet worden sein soll und bis etwa Anfang der fünfziger Jahre noch in Betrieb war.

Auf dem Lagerplatz sollen immer noch teilweise beschriftete Grabsteine zu finden sein. Die Teile des Grabsteins, die unter der Schnettkerbrücke auf einer Betonfläche liegen, stammen jedoch nicht von dort, sondern von einer Grabstätte, die 2017 aufgelöst wurde. Somit ist zumindest ein Rätsel gelöst.

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