Grandiose Hommage an Walzerkönig

Ans Ufer der Donau rückten die Dortmunder Philharmoniker die voll besetzten Sitzreihen des Opernhauses am Neujahrstag. Unter der Leitung von Ekhart Wycik bescherten sie ihrem Publikum einen festlichen Jahresauftakt.

02.01.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Grandiose Hommage an Walzerkönig

Die Dortmunder Philharmoniker.

Antonin Dvoráks "Slawischer Tanz" (op.72 Nr.1) gab den Kurs vor. Akkurat betonte Wechsel verknüpften den Schwung der schnellen Passagen mit dem differenziert gespielten, ruhigeren Mittelteil des slowakischen Odzemek-Tanzes. Mit den drei ungarischen Tänzen von Johannes Brahms steigerte Dirigent Ekhart Wycik die Tempi-Wechsel zu einem spannungsreichen, ausdrucksvollen Kontrast. Elegant changierte der Gesamtklang zwischen dem seidenen Legato der Streicher und dem warmen Ton der Bläser.

"Leider nicht von mir", zitierte Ekhart Wycik Brahms' Neid auf den Donauwalzer von Johann Strauß und kündigte mit der "Hommage an den Walzerkönig" das zentrale Stück des Abends an.

Es gelang grandios: Mit einem langsamen, ausführlichen Einstieg befreite Wycik das so bekannte Thema vom überzuckerten Ballast des Zu-oft-Gehörten, gab allen Noten Ausdruck und balancierte meisterhaft entlang der Grenze ihrer Zusammenhänge. Technisch überzeugend und mit großer dynamischer Raffinesse verliehen die Philharmoniker der Komposition mitreißende Tiefe.

Auch die volkstümlicheren Werke des Programms wie die melancholischen Melodien aus Bartóks "Rumänischen Tänzen" glänzten im philharmonischen Gewand mit musikalischer Eleganz.

Ein besonderer Höhepunkt waren Ernst von Dohnányis "Variationen über ein Kinderlied". Als "launige Improvisationen mit wagnerianischem Anfang" angekündigt, beeindruckten die originellen Interpretationen auf der Grundlage der Melodie von "Morgen kommt der Weihnachtsmann" vor allem durch die virtuose Leistung der Pianistin Alexandra Goloubitskaia.

Die unterhaltsame Moderation von Ekhart Wycik verlieh dem musikalisch eindrucksvollen Abend eine persönliche Atmosphäre. Das Publikum bedankte sich mit langem Applaus. tag

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