Signalwert überschritten: Hagelt es Absagen bei Veranstaltern in Dortmund?

hzNeue Corona-Bestimmungen

Dortmund hat die 7-Tage-Inzidenz von 35 überschritten. Bei Feiern sind nun maximal 50 Personen erlaubt. Wir haben bei Veranstaltern und Caterern nachgefragt, ob sie das schon merken.

Dortmund

, 13.10.2020, 05:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Samstag liegt nun auch Dortmund bei der die 7-Tage-Inzidenz über dem Grenzwert von 35. 38,6 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen vermeldete das Robert-Koch-Institut am Montag.

Das hat zur Folge, dass nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW an besonderen privaten Festen wie Hochzeitsfeiern nur noch maximal 50 Personen teilnehmen dürfen. Davor waren Feiern mit bis zu 150 Menschen möglich.

Für einige Brautpaare aber auch Veranstalter von Geburtstagen oder auch Jubiläen stellt sich nun die Frage, ob ihre Feier überhaupt stattfindet oder ob sie die Party lieber absagen. Davon wären dann beispielsweise Event-Organisatoren und Caterer betroffen.

Zeitpunkt der Absage entscheidend

Bei Catering by Mohr sind noch keine Absagen eingegangen: „Aber da wir auch in umliegende Städte wie Hagen, Herne oder Unna ausliefern, haben wir schon von dort bereits einige Absagen erhalten“, erzählt Jürgen Mohr.

Ob für den Gast Kosten bei einer Absage entstehen, hängt vom Zeitpunkt der Absage ab. „Der Grenzwert ist etwa sieben Tage. Folgt die Absage weniger als sieben Tage vor dem eigentlichen Datum, sind meist schon Vorbereitungen für das Catering getroffen worden. In diesem Fall versuchen wir dann mit dem jeweiligen Gast einen guten Kompromiss zu finden“, berichtet Logistikleiter Mohr. Bei einer langfristigen Absage erstattet der Caterer die geleisteten Zahlungen zurück.

„Es ist mittlerweile unser ‚Daily Business‘“

An Absagen, Verschiebungen und Stornierungen hat sich Dennis Stolzenhoff von Stolzenhoff Catering schon gewöhnt. „Die neuen Corona-Bestimmungen sind für uns eigentlich nichts neues. Seit März haben wir mit Stornierungen oder Verschiebungen zu kämpfen. Es ist mittlerweile unser ‚Daily Business‘.

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In den meisten Fällen wird der Termin verschoben, erzählt Stolzenhoff. Wer ein reines Catering geordert hat und rechtzeitig absagt, kann problemlos stornieren. „Wenn jemand jedoch neben dem Catering auch eine Location dazu gebucht hat, behalten wir die Kaution ein. Das sind dann jedoch Kosten, die wir dann an den Veranstalter weiterleiten“, erklärt das Mitglied der Geschäftsführung.

Im Fall einer Corona-Neuinfektion oder einer Quarantäne ist eine sehr kurzfristige Stornierung möglich. „Dies muss jedoch offiziell bestätigt werden“, sagt Stolzenhoff.

Gutscheine als Ersatz

Für Christian Gutbier, Geschäftsführer der Tyde Studios, hätte ein Überschreiten der 7-Tage-Inzidenz über den nächsten Grenzwert weitreichende Folgen: „Bis zum Montagmittag gab es keine Absage. Es ist jedoch so, dass die Brautpaare ihre Hochzeit absagen, wenn sie nur noch 25 Menschen einladen dürfen, da die meisten unserer Gäste mit 80 bis 100 Personen planen.

Grundsätzlich versucht Gutbier mit seinen Gästen eine individuelle Lösung im Falle der Stornierung oder der Verschiebung zu finden. „Wir haben bei der überwiegenden Zahl an Brautpaaren einen Alternativtermin gefunden. Falls es keine Übereinstimmung gibt, sind Gutscheine unser letzter Ausweg. Diese sind unbegrenzt gültig.“

Einige standesamtliche Trauungen abgesagt

Beim Eventschiff Herr Walter gab es bisher auch noch keine Absagen. „Es sind aber für dieses Jahr sowieso nur noch zwei, drei Veranstaltungen geplant. Bei allen Events werden aber weniger als 50 Personen erwartet“, sagt Geschäftsführer Oliver Buschmann.

Und wie sieht es mit den standesamtlichen Trauungen bei der Stadt aus? „Zwischen dem 6. und dem 12. Oktober hat es lediglich drei Absagen von geplanten Trauungen gegeben. Die genauen Gründe für die Absagen sind aber nicht im einzelnen bekannt“, teilte Stadtsprecher Christian Schön mit.

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