Großbrand am Lütgendortmunder Hellweg: Polizei geht von Brandstiftung aus

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Ein leerstehendes Wohnhaus am Lütgendortmunder Hellweg hat in der Nacht zu Freitag gebrannt. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Lütgendortmund

, 17.01.2020, 15:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Brandgeruch liegt in der Luft. Die Spuren der Nacht zu Freitag (17.1.) sind deutlich spürbar. Eine Nachbarin des Hauses am Lütgendortmunder Hellweg 36 steht am Fenster. „Das war eine kurze Nacht“, sagt sie.

Es war kurz nach zwei Uhr, als die Frau, die ihren Namen nicht öffentlich nennen möchte, und weitere Nachbarn aus dem Bett geklingelt wurden. „Vorher habe ich nichts bemerkt“, erzählt sie. „Ich habe ja geschlafen.“

Gegen zwei Uhr war die Dortmunder Feuerwehr alarmiert worden. Drei Löschzüge, zwei weitere Einheiten und der Rettungsdienst waren gut dreieinhalb Stunden lang im Einsatz. „Der Brand war verheerend, daher der lange Einsatz“, erklärt Feuerwehr-Pressesprecher Oliver Körner.

Haus ist einsturzgefährdet

Glücklicherweise sei das Haus am Lütgendortmunder Hellweg 36 seit Jahren unbewohnt. Der gesamte erste Stock und das Dachgeschoss standen in Flammen. Die Feuerwehr musste mit Drehleitern arbeiten, die Nachbarhäuser wurden mit Strahlrohren abgeschirmt.

Dennoch wurden die Bewohner aus Sicherheitsgründen während des Einsatzes evakuiert. „Die Feuerwehr und der Rettungsdienst haben da einen guten Job gemacht“, erzählt die Nachbarin, die am Fenster steht. „Viel Schlaf haben wir aber natürlich nicht bekommen.“

Großbrand am Lütgendortmunder Hellweg: Polizei geht von Brandstiftung aus

Drei Löschzüge und zwei weitere Einheiten der Feuerwehr waren gemeinsam mit dem Rettungsdienst die halbe Nacht im Einsatz. © Helmut Kaczmarek

Vom Dachstuhl ist am Tag nach dem Brand kaum noch etwas übrig. Das gesamte Haus gilt als einsturzgefährdet. „Zur Vorsicht soll der Giebel zeitnah eingedrückt werden, damit er nicht unkontrolliert kippt“, erklärt einer der Arbeiter, die den Gehweg vor dem Haus abgesperrt haben.

Verkehr auf Lütgendortmunder Hellweg wird über Ampel geregelt

Weil ein Notgehweg auf dem Straßenabschnitt vor dem Haus eingerichtet wurde, ist der Lütgendortmunder Hellweg dort nur einspurig befahrbar. Der Verkehr muss derzeit über eine Ampelanlage geregelt werden. „Wie lange, ist noch unklar“, sagt der Arbeiter.

Unklar ist in der Nachbarschaft auch, wie lange genau das Haus schon leersteht. „Das kann ich nicht sagen“, sagt ein Anwohner und kratzt sich am Kopf. „Das muss schon ziemlich lange sein.“

Großbrand am Lütgendortmunder Hellweg: Polizei geht von Brandstiftung aus

Die Fenster des Hauses am Lütgendortmunder Hellweg sind eingeschlagen, auch in der Haustür fehlt Glas. Auf der Treppe und am Boden liegt noch Löschschaum. © Carolin West

Der Hausbesitzer selbst kann darüber aus gesundheitlichen Gründen keinen Aufschluss mehr geben. Er wohnt in einem Pflegeheim. Vermutlich wisse er noch gar nichts von dem Brand, so die Einrichtungsleitung.

Polizei bittet Zeugen um Hilfe

Klar ist allerdings laut der Dortmunder Polizei die Brandursache. „Wir gehen eindeutig von Brandstiftung aus“, sagt Pressesprecherin Cornelia Weigandt. Eine spontane Selbstentzündung könne ausgeschlossen werden.

Die Polizei bittet jetzt Zeugen um Hilfe. Wer etwas gesehen hat, kann sich unter Tel. (0231) 132 74 41 melden.

„Ich kann mir nicht vorstellen, welchen Grund der- oder diejenige gehabt haben könnte“, sagt die Nachbarin. Dann schließt sie ihr Fenster.

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