Dortmund kassiert Absage als Ausrichter der großen Uno-Konferenz

hzWorld Urban Forum 2022

Der Weg war geebnet, die Bewerbung eingereicht: Sieben Tage lang sollten rund 20.000 Besucher aus aller Welt in Dortmund über die Probleme der Städte beraten. Doch daraus wird nun nichts.

Dortmund

, 15.07.2019, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Möglicherweise waren es Dortmunds Erfahrungen mit dem Strukturwandel und dem Thema nachhaltige Stadtentwicklung, die den deutschen Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York, Jürgen Schulz, veranlassten, bei Oberbürgermeister Ullrich Sierau für Dortmund als Ausrichter des 11. „World Urban Forums“ 2022 zu werben. Das war bei einer USA-Reise von Sierau 2018.

Von der Uno 2001 ins Leben gerufen, ist das World Urban Forum die wichtigste Konferenz, um über die weltweiten Probleme der Städte zu beraten und nach Wegen für eine nachhaltige Entwicklung schnell wachsender Metropolen zu suchen. Die jüngste dieser alle zwei Jahre stattfinden Konferenz mit je 20.000 Besuchern, darunter viele offizielle Regierungsvertreter, fand 2018 in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur statt.

Als klar wurde, dass sowohl der Deutsche Städtetag als auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet eine Dortmunder Bewerbung als Gastgeber für das siebentägige World Urban Forum (WUF) unterstützen, reichte Dortmund im Verbund mit der Metropole Ruhr seine Visitenkarte beim UN-Habitat (Wohn- und Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen) für die Bundesrepublik Deutschland ein.

„Wären der prädestinierte Gastgeber gewesen“

Den eigentlichen Anstoß, Deutschland ins Rennen zu schicken, hatte zuvor die Große Koalition in Berlin gegeben: SPD, CDU/CSU hatten die Bewerberrolle bereits im Koalitionsvertrag festgelegt – ohne zu wissen, welche Stadt als Gastgeber auftreten soll.

Gedanken muss sich nun keiner mehr machen. Ende Mai hat das UN-Habitat seine Entscheidung getroffen: Dortmund bleibt außen vor. Den Zuschlag hat der Mitbewerber, das polnische Kattowitz, erhalten.

Exakte Gründe blieben unklar

Die exakten Gründe bleiben unklar. OB Sierau hat die Nachricht am 23. Mai an die Politiker im Ältestenrat weitergereicht. Eine aktuelle Stellungnahme des OB war nicht zu erhalten. „Es ist zu bedauern, dass Dortmund nicht Ausrichter des 11. World Urban Forums wird“, kommentiert dafür Verwaltungssprecher Frank Bußmann.

Die Stadt habe mit ihrer Bewerbung versucht zu verdeutlichen, dass sie mit ihrem Ansatz der nachhaltigen Stadtentwicklung in den vergangenen 20 Jahren genau richtig gelegen habe. „Dortmund wäre mit der Metropole Ruhr ein prädestinierter Gastgeber gewesen“, sagt Bußmann.

Stadt hätte 600.000 Euro zahlen müssen

Der Rat hatte die Bewerbung im Februar 2019 durchgewinkt – dabei aber klargestellt: Hält der Bund seine Zusage zur Übernahme der Kosten von immerhin rund 40 Millionen Euro nicht ein, zieht Dortmund seine Bewerbung zurück. Die Stadt selbst saß mit einem Anteil von rund 600.000 Euro im Boot.

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