Grüner Strom: Wilo eröffnet in Dortmund ein erstes Wasserstoff-Kraftwerk

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Schneider-Electric-CEO Jean-Pascal Tricoire, Wilo-CEO Oliver Hermes, Wilo-CTO Georg Weber und Christophe De Maistre von Schneider Electric eröffnen das „H2-Powerplant“.
Schneider-Electric-CEO Jean-Pascal Tricoire, Wilo-CEO Oliver Hermes, Wilo-CTO Georg Weber und Christophe De Maistre von Schneider Electric eröffnen das „H2-Powerplant“. © Wilo SE
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Wasserstoff, der aus grüner Energie wie Photovoltaik oder Windkraft erzeugt

wird, ist CO2-neutral, lässt sich lagern und transportieren. Damit könnte das Molekül der Energieträger der Zukunft werden. Auch das Dortmunder Unternehmen Wilo sieht darin eine Schlüsseltechnologie – nicht nur, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen.

„H2-Powerplant“ eröffnet

Daher hat das Unternehmen im Rahmen der Feierlichkeiten zum 150. Jubiläum ein sogenanntes „H2-Powerplant“ auf dem Firmengelände eröffnet. Wilo-Chef Oliver Hermes will damit zeigen, „wie Industrieunternehmen mit zukunftsweisenden und technologieoffenen Lösungen einen essenziellen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.“

Die Anlage im Wilopark kann in dem 29,8 Meter langen Tank bis zu 520 Kilogramm Wasserstoff speichern. Sie besteht aus einer Solaranlage auf dem Dach, einem Elektrolyseur, der Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff trennt, dem besagten Speicher und einer Brennstoffzelle. Sie kann den Wilopark, der die Kapazität beinahe eines ganzen Stadtteils hat, unabhängig von externen Anbietern mit Energie versorgen.

Zunächst dient das „H2-Powerplant“ nur der Notstromversorgung. Die aktuellen Planungen erlauben aber sogar eine Erweiterung für eine autarke Energieversorgung von bis zu zwei Tagen. „Mit dieser Anlage schaffen wir die Grundlage für ein autarkes, dezentrales und regeneratives Energieversorgungsnetz“, erklärt Oliver Hermes.

Kooperation mit Schneider Electric

Entstanden ist das Wasserstoff-Kraftwerk in Kooperation mit dem französischen Elektrotechnik-Konzern Schneider Electric. Die beiden Unternehmen unterschrieben dazu eine Absichtserklärung, um die strategische Zusammenarbeit zu vertiefen. Langfristiges Ziel sei es, bei der Erzeugung, Speicherung, Verteilung und dem Einsatz von klimaneutralem Wasserstoff ein Global Player zu werden, heißt es in der Pressemitteilung.

Daher planen die beiden Kooperationspartner, grüne Wasserstoffsysteme für die dezentrale Energieversorgung in Serie zu produzieren. Zielgruppe sind Verbraucher in der Logistik, Rechenzentren sowie der Industrie-Mittelstand. Nicht zuletzt durch die anhaltende Energiekrise bemühen sich viele Parteien um nachhaltige Lösungen.

Ergänzung für klimaneutralen Wilopark

„Als Innovationsführer der Branche war und ist Wilo Vorreiter in Sachen Energieeffizienz“, sagt Oliver Hermes. Schon im April hatte Wilo eine Kooperation mit dem europäischen Wasserstoff-Spezialisten Enapter vereinbart.

Im Wilopark, der im Februar offiziell eröffneten, neuen Firmenzentrale von Wilo, wird bereits klimaneutral produziert. Es gelang, den Energieverbrauch um fast 40 Prozent zu senken und den Kohlendioxid-Ausstoß um 3500 Tonnen pro Jahr zu senken, so das Unternehmen. Das Wasserstoff-Kraftwerk solle weiter dazu beitragen.

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