Gutscheinpflicht verunsichert Verbraucher: Fünf wichtige Tipps

Corona-Krise

Es ist amtlich: Verbraucher müssen für verfallene Tickets nun Gutscheine akzeptieren. So sollen die Corona-Folgen für Veranstalter abgemildert werden. Aber es gibt Ausnahmen.

Dortmund

, 18.05.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Verbraucher müssen jetzt Gutscheine für ausgefallene Veranstaltungen akzeptieren. Die Verbraucherzentrale Dortmund gibt Tipps, worauf geachtet werden muss.

Verbraucher müssen jetzt Gutscheine für ausgefallene Veranstaltungen akzeptieren. Die Verbraucherzentrale Dortmund gibt Tipps, worauf geachtet werden muss. © picture alliance/dpa

Bundestag und Bundesrat haben grünes Licht für die so genannte Gutscheinlösung gegeben. Sie verpflichtet die Kunden, im Zweifel Wertgutscheine von Veranstaltern zu akzeptieren, wenn Konzerte, Fußballspiele und andere Events wegen der Corona-Maßnahmen abgesagt werden mussten.

„Nach den Diskussionen der vergangenen Wochen sind viele Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt verunsichert, für welche Tickets die neue Gutscheinlösung gilt und in welchen Fällen doch das Geld zurückverlangt werden kann. Hier versuchen wir Hilfestellung zu geben“, sagt Helene Schulte-Bories, Leiterin der Dortmunder Beratungsstelle der Verbraucherzentrale. Sie nennt fünf wichtige Tipps zur Gutscheinregelung.

  • Nur bereits geleistete Zahlungen sind betroffen: „Das neue Gesetz regelt nur die Erstattung von Entgelten. Wenn Verbraucher Leistungen wie Tickets oder Monatsbeiträge noch nicht bezahlt haben und das Event abgesagt wird oder die Einrichtung geschlossen bleibt, können sie die Bezahlung auch weiterhin verweigern“, sagt Helene Schulte-Bories.

    Helene Schulte-Bories, Leiterin der Verbraucherberatungsstelle in Dortmund informiert darüber, worauf man bei einem Gutschein für ein verfallenes Ticket achten sollte.

    Helene Schulte-Bories, Leiterin der Verbraucherberatungsstelle in Dortmund informiert darüber, worauf man bei einem Gutschein für ein verfallenes Ticket achten sollte. © VZ NRW/Dieter Menne



  • Das Kaufdatum muss vor dem 8. März 2020 liegen: Ist das Ticket, die Zeitkarte für das Theater oder der Vertrag fürs Fitnessstudio vor dem 8. März 2020 ausgestellt worden? „Allein in diesen Fällen greift die neue Gutscheinregelung“, so Helene Schulte-Bories.
  • Ausstellung des Gutscheins: „Der Gutschein muss“, so der Hinweis der Verbraucherberaterin, „vom Veranstalter über einen Gegenwert in Euro ausgestellt werden. Alternative Angaben wie ‚Gutschein über ein Konzert‘ sind nicht gültig.“

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  • Angaben auf dem Gutschein: Aus dem Gutschein muss schriftlich hervorgehen, dass dieser aufgrund der Covid-19-Pandemie ausgestellt wurde. „Zudem“, so Helene Schulte-Bories, „muss dort stehen, wann Gutscheininhaber die Auszahlung verlangen können: Erstens, wenn der Gutschein nicht bis zum 31. Dezember 2021 eingelöst wurde. Und zweitens muss angegeben werden, dass der Gutscheininhaber eine frühere Auszahlung auch verlangen kann, wenn ihm der Gutschein aufgrund seiner persönlichen Lebensumstände nicht zugemutet werden kann.“

  • Ausnahme von der neuen Gutscheinregelung: „In besonderen Härtefällen“, erklärt Helene Schulte-Bories, „können Gutscheininhaber die Auszahlung auch schon vor Ablauf des 31.12.2021 verlangen. So zum Beispiel, wenn das Ticket gekauft wurde, um im Zuge einer Urlaubsreise an einer Veranstaltung teilzunehmen und der Nachholtermin einen hohen Einsatz von Reisekosten erfordert. Oder auch, wenn der Gutscheininhaber nicht mehr in der Lage ist, wichtige Lebenshaltungskosten wie Miete und Energie zu bezahlen.“
Verbraucherzentrale

Antworten auf viele Corona-Fragen

Antworten auf viele weitere Fragen zu Gutscheinen gibt es bei der Vertraucherzentrale unter Tel. (0231) 720 91 701 und per Mail an: dortmund@verbraucherzentrale.nrw Details zu Kontaktdaten und Terminvergabe finden Ratsuchende im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/beratung-vor-ort Spezielle Antworten auf Corona-Fragen zur Bewältigung des Verbraucheralltags gibt’s auch telefonisch unter (02 11) 3399 5845, montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr und online unter www.verbraucherzentrale.nrw/corona.
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