Hallenbad in Brackel: „Für Öffnung brauchen wir klarere Vorgaben“

hzHallenbad Brackel

Jörg Husemann ist Chef des Hallenbads in Brackel und blickt skeptisch auf die Wiedereröffnungs-Pläne der Schwimmbäder in Dortmund. Er fragt sich, wie man den Abstand im Wasser einhalten soll.

Brackel

, 12.05.2020, 13:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klarere Vorgaben, finanzielle Hilfen und jemanden, der Verantwortung übernimmt – das ist das, was Jörg Husemann, Geschäftsführer der Sportwelt Dortmund, vor der Wiedereröffnung der Frei- und Hallenbäder von Stadt und Land fordert.

Die Sportwelt Dortmund betreibt in der Stadt Dortmund vier Frei- und vier Hallenbäder. Darunter ist auch das Hallenbad in Brackel an der Oesterstraße. Es darf nach dem Willen der Landesregierung am 30. Mai wieder öffnen.

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Doch zuvor hat Jörg Husemann noch einige Fragen: Zum Beispiel sollen die Duschen ganz geschlossen bleiben. „Wie soll das in einem Hallenbad funktionieren?“, fragt er.

Abstand im Wasser halten

Berücksichtigt das Hallenbad die Abstandsregeln und das Einbahnstraßenschwimmen, dürften sich in Brackel gleichzeitig fünf Menschen im Wasser aufhalten. Husemann: „Wie sollen die Mitarbeiter das kontrollieren?“ Auf der einen Bahn soll hin-, auf der anderen zurück geschwommen werden, dazwischen bleibt eine Bahn frei.

Die Umkleidekabinen müssten dringend erneuert werden, wie die Gebrauchsspuren an den Türen deutlich zeigen

Die Umkleidekabinen müssten dringend erneuert werden, wie die Gebrauchsspuren an den Türen deutlich zeigen. © Andreas Schröter

Das größte Problem scheint aber das Finanzielle zu sein: Auch wenn nur wenige Menschen das Bad nutzen, muss trotzdem die volle Personalkapazität anwesend sein, um für Sicherheit und Hygiene zu sorgen, sagt Husemann.

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Mehr noch: Es müsse sogar zusätzlich jemand unten am Eingang stehen, der oder die den Einlass reguliert. Hinzu kommen die Kosten für den Betrieb des Bades. Das komplette Hochfahren eines Hallenbades koste 20.000 Euro – inklusive 300 Litern Desinfektionsmittel.

Neu dagegen ist bereits der Duschtrakt im Hallenbad Brackel

Neu dagegen ist bereits der Duschtrakt im Hallenbad Brackel. © Andreas Schröter

Im Gegensatz zu dem Bad in Eving haben die Brackeler das Wasser aus dem Becken gelassen und die Geräte abgeschaltet. Zwar sei es richtig, dass die Geräte Schaden nehmen können, wenn sie länger ausgeschaltet seien, das gelte aber eher für einen längeren Zeitraum als zum Beispiel für zwei Monate.

Auch könnten einige Fliesen auftreiben, wenn das Wasser fehle. Aber das sei etwas, was er angesichts der eingesparten Ausgaben in Kauf nehmen könne, sagt Husemann.

Facharbeiter sind im Brackeler Hallenbad derzeit damit befasst, die Fugen auszubessern

Facharbeiter sind im Brackeler Hallenbad derzeit damit befasst, die Fugen auszubessern. © Andreas Schröter

Die Sportwelt nutzt die gegenwärtige Auszeit für einige Reparaturen, die im Sommer 2020 angestanden hätten. Deswegen könne das Bad nun im Sommer durchgehend geöffnet bleiben.

Es werden Fugen nachgezogen, wie der Technische Leiter Sebastian Makowka erläutert. Zudem wird eine 60 Jahre alte Steigleitung erneuert, wozu auch Wände aufgestemmt werden müssen.

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Eigentlich sollten die Umkleidekabinen erneuert werden. Da sei nun aber der Beschluss zur Wiedereröffnung dazwischengekommen. Außerdem sei noch nicht klar, ob das nötigte Material, das aus Österreich kommt, derzeit zu kaufen sei.

E-Autos

Sportwelt Dortmund baut Ladestationen

Derweil baut die Sportwelt Dortmund an ihre Hallenbäder je zwei Supercharge-Ladestationen für E-Autos - die ersten dieser Art in Dortmund. Damit soll eine Autobatterie innerhalb von einer halben Stunde geladen sein. Der Strom kommt von der eigenen Solaranlage auf dem Dach und wird für den Badbetrieb nicht komplett gebraucht.
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