Hamster-Einkäufer auch in Mengede und Nette unterwegs: Top-Produkt ist Toilettenpapier

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Auch die Mengeder und Netter hamstern. Leere Regale geben Aufschluss über aktuelle Geschmäcker. Generell scheint die Versorgung gesichert. Ein Artikel sorgt derweil für Fassungslosigkeit.

Mengede, Nette

, 15.03.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Landläufig heißt es ja: „Und wer nicht kommt zur rechten Zeit, muss nehmen das, was übrig bleibt.“ In diesen Tagen scheint es das Motto der Wochenendeinkäufer zu sein. Auch Supermärkte und Discounter in Mengede sind gekennzeichnet von Hamsterkäufen angesichts der Corona-Krise.

Das zeigt eine Stichprobe vom Samstagspätnachmittag in fünf Super-, Drogerie- und Discountmärkten in Mengede und Nette. Die gute Nachricht vorab: Zumindest zu diesem Zeitpunkt gilt die Aussage von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner, die Versorgungslage sei gesichert. Aber es gibt Trends. Oder dem obigen Motto folgend: Neben dem Notwendigen sind einige Produkte besonders beliebt.

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Absoluter Top-Seller, der Begriff sei erlaubt: Toilettenpapier. Gänzlich leere Regale bei Aldi und Rossmann in Mengede, im Netto an der Käthe-Kollwitz-Straße und im Rewe Nette. Lediglich eine letzte aufgerissene Packung mit vier Rollen eines Markenprodukts verliert sich im Kaufland auf einem zweiseitigen langen Regal. Eine Verkäuferin zerlegt die Verpackungen.

Kundin ist fassungslos

Im Aldi an der Siegburgstraße steht eine junge Frau zwischen Hygiene-Artikeln und Kosmetik. Sie telefoniert, versichert sich noch einmal: „Also dann Küchenrolle, ja?“ Sie ist nicht allein. An der Kasse legen vier Leute ebenfalls Pakete mit Küchenrollen aufs Band – eine Alternative auch in anderen Märkten.

„Unfassbar, alles weg“, staunt eine Kundin am Freitagabend angesichts nahezu ausverkauften Toilettenpapiers im Rewe Nette. Sie zeigt auf Reste eines Markenherstellers: „Das ist mir zu teuer. Mal abwarten bis morgen.“ Am Samstagnachmittag sind auch diese Reste ausverkauft.

Ebenfalls schon länger Mangelware: flüssige Handseife. Es gibt noch welche. Vergriffen sind allerdings Spender eines bekannten Herstellers, die kontaktlos eine Seifenmenge abgeben. Fünf leere Sortimentskartons liegen in einem ansonsten freien Regal bei Kaufland.

Kirchererbsen, Kidneybohnen und Klassiker

In allen Märkten gibt es zu diesem Zeitpunkt noch Nudeln, Reis und Kartoffeln. Und gut gefüllte Theken mit Gemüse, Fleisch und Molkereiwaren. Toast ist rar. Konserven zeigen aktuelle Vorlieben: Bis auf Reste bei Kaufland sind Kichererbsen und Kidneybohnen ausverkauft. Klassiker wie Erbsen und Möhren, Schnibbelbohnen, Sauerkraut und Rotkohl hüten die Regale.

Einkaufen am Samstagnachmittag: Der Parkplatz am Mengeder Aldi ist so belegt wie an anderen Samstagnachmittagen auch. Kunden plaudern und haben normale Mengen in ihren Einkaufstaschen.

Einkaufen am Samstagnachmittag: Der Parkplatz am Mengeder Aldi ist so belegt wie an anderen Samstagnachmittagen auch. Kunden plaudern und haben normale Mengen in ihren Einkaufstaschen. © Uwe von Schirp

Die Stimmung ist indes entspannt. Kunden stehen auf den Parkplätzen und plaudern. „Es war der Horror“, stöhnt derweil ein Mitarbeiter an der Kaufland-Kasse über den Vormittag. „Wie gestern Abend.“ Mengeder Bilder auf Facebook vom Donnerstag und Freitag zeigen endlose Kassenbons. Und ein Paar bei Kaufland: in Schutzanzügen, mit Handschuhen und Mundschutz.

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