iPads verändern den Unterricht an einer Dortmunder Grundschule

Digitalisierung

An der Harkort-Grundschule programmieren Kinder kleine Maschinen. Was als lehrreicher Spaß begonnen hat, soll demnächst den Sachkunde-Unterricht verändern.

von Marc Dominic Wernicke

Hombruch

, 23.01.2020, 13:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
iPads verändern den Unterricht an einer Dortmunder Grundschule

An der Harkort-Grundschule in Hombruch lernen Kinder mit Bausätzen und Tablet-Computern die Grundlagen des Programmierens. © Marc D. Wernicke

Die Harkort-Grundschule in Hombruch stellt sich der Herausforderung der Digitalisierung. Seit Herbst 2019 können Schüler hier spielerisch Programmieren lernen.

Bei dem wöchentlichen Kurs kommen zwei Dinge zusammen, die auf viele Kinder schon an sich eine große Faszination ausüben: Lego-Bausätze und Tablet-Computer.

„Mir macht das Zusammenbauen der Maschinen am meisten Spaß“, sagt der 9-jährige Rayan. Sein Mitschüler Jona, ebenfalls 9 Jahre alt, sieht das ähnlich: „Nach dem Bauen schreiben wir am Tablet ein Programm und steuern die Funktionen.“

iPads verändern den Unterricht an einer Dortmunder Grundschule

Mechthild Erlenhofer (links) und Klaus Hansen sind Seniorenstudenten an der Technischen Universität. Seit September 2019 begleiten sie die Harkort-Schüler im Programmierkurs. © Marc D. Wernicke

Mit dabei im Programmierkurs sind Lena, Ela und Hannah, alle 8 Jahre alt. Zusammen mit den Seniorenstudenten Mechthild Erlenhofer und Klaus Hansen suchen sie sich das neueste Projekt aus: Einen automatischen Tormechanismus.

„Wir bauen ein Miniatur-Schleusentor, das sich je nach Wetter öffnet und schließt. Das Wetter simulieren wir anhand von Bildern, die auf dem Tablet angezeigt werden“, erläutert Hansen das Vorhaben.

Steuerbefehle auf dem Tablet

Grundlage für den Programmierkurs an der Harkort-Grundschule sind zwei Baukästen von Lego Education.

Jetzt lesen

Neben diversen Bausteinen und Mechanismen enthalten sie ein batteriebetriebenes Steuerelement, das die angebauten Teile in Bewegung versetzen kann. Die Steuerbefehle werden dazu in einer App auf dem Tablet-Computer programmiert.

Nach der Erklärung gehen die Kinder ans Werk. Innerhalb von 15 Minuten bauen sie zwei kleine Schleusentore und setzen an den Tablets aus vorgefertigten Befehlen ein Steuerprogramm zusammen.

iPads verändern den Unterricht an einer Dortmunder Grundschule

Hannah, Jona, Ela, Lena und Rayan (v. l. n. r.) haben kleine Schleusentore gebaut und programmiert. Gesteuert werden sie mit dem Tablet-Computer. © Marc D. Wernicke

Die Programmbausteine auf dem Bildschirm lassen das Schleusentor aufklappen, wenn ein Bild von sonnigem Wetter angezeigt wird. Das Bild der stürmischen See lässt das Tor zuklappen.

Bei anderen Projekten, die die Schüler anhand digitaler Pläne nachbauen, entstehen bewegliche Roboter, Neigungs- und Bewegungssensoren, steuerbare Ventilatoren und andere Mechanismen.

Digitaler Sachunterricht

Seit September 2019 findet der Programmierkurs wöchentlich statt. Was als Angebot für die Viertklässler begann, wurde inzwischen auch auf die Drittklässler erweitert.

Jetzt lesen

„Unser Ziel ist es, den Kurs dauerhaft für alle Jahrgangsstufen anzubieten“, sagt die Schulleiterin Maria Quel. „Die Kinder sind hochmotiviert und entwickeln auf spielerische Weise ein Grundverständnis für die Programmierung, die für ihre weitere Bildung und viele Berufe in Zukunft sehr wichtig ist.“

Darüber hinaus soll mit den neuen Möglichkeiten aus dem Programmierkurs auch ein moderner Sachunterricht entwickelt werden. „So können wir den Kindern zeigen, dass Maschinen durch Elektrizität und Programme funktionieren“, nennt Maria Quel ein Beispiel.

Lesen Sie jetzt