Harte Arbeit - süßer Lohn

Erdbeersaison hat schon begonnen / Selbstpflücker auf Hof Große Oetringhaus

25.05.2007 / Lesedauer: 3 min

Die Felder auf dem Hof Große Oetringhaus sind proppenvoll und warten auf die Selbstpflücker. Wie Fritz Wagner aus Brambauer. Schon früh ist der Rentner mit seinem blauen Eimer unterwegs. Er kommt seit sieben Jahren. «Die sind alle für meine Enkelkinder», erzählt er stolz. Zu den Stammkunden im Familienbetrieb Voerste gehören ebenfalls Marita Voss und ihr Vater Rudolf Gaedicke. Die beiden sind auch heute wieder da. «Davon mache ich leckere Marmelade», erklärt die Brechtenerin. Vor einigen Jahren hat ein Studienkollege aus dem Rheinland Malte Voerste auf die Idee «mit den Erdbeeren» gebracht. «Das ist ein hoher Kapitaleinsatz und ein schwieriges Geschäft, wenn man es richtig machen will», sagt der 37-jährige Agrarwissenschaftler, der mit Ehefrau Anja und den Eltern Gertrud und Karl-Georg den Hof, dessen Chronik bis zum 30-Jährigen-Krieg zurückreicht, bewirtschaftet. Denn Erdbeerkunden sind anspruchsvoll. «Es wird immer Top-Qualität verlangt», berichtet der Landwirt. Für die, die nicht selbst ins Feld wollen, ist die Familie täglich schon immer früh auf den Beinen. «Zwischen 6 und 8 Uhr ist die beste Zeit zu ernten», verrät der Landwirt. Anschließend schlägt dann die Stunde von Mutter Gertrud. «Sie ist eine leidenschaftliche Direktvermarkterin», verrät Sohn Malte und lächelt. Und tatsächlich. Gertrud Voerste steht auf dem Hof an ihrem kleinen Verkaufsstand. Hier gibt es täglich von 8 bis 19 Uhr frische Erdbeeren, aber auch Honig, Kartoffeln und Eier. Dazu einen kleinen, freundlichen Plausch am Rande - gratis. Doch die Seniorchefin kann auch sehr ernst werden. «Wir haben hier auch ein Eltern-Kind-Feld. Ich muss mich allerdings manchmal abwenden, wenn ich sehe, wie manche darin herumtrampeln. Wir sind doch kein Phantasialand. Das tut mir weh, denn oft sitze ich mit der Harke drin und lockere den Boden auf.» Die Mehrheit des Nachwuchses ist aber auf dem Hof Voerste an der Oetringhauser Straße immer herzlich willkommen. Kindergärten nutzen das Angebot zum Naturkundeunterricht unter freiem Himmel seit Jahren. Das Unkraut wird auf dem Hof Voerste «sanft bekämpft», das heißt mit den minimalsten Mitteln. Folglich ist viel Handarbeit erforderlich. Es steckt eben viel Mühe in der süßen Beere. Petra Frommeyer

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