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Hauptfriedhof in Brackel: Auf der Trauerhallen-Decke eröffnet sich ein Blick in den Himmel

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Die Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof in Brackel wird saniert. Besonders kompliziert sind die Arbeiten ganz oben unterm Dach. Dort entsteht ein Kunstwerk mit besonderer Perspektive.

Brackel

, 17.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Zu den vielen Sanierungsarbeiten, die derzeit in der Trauerhalle des Hauptfriedhofs laufen, gehört auch die Neugestaltung der Decke in 19 Metern Höhe. Dafür ist die Firma „ars colendi“ mit Sitz in Paderborn zuständig. „ars colendi“ bedeutet Kunstpflege, und dort arbeitet ein Team, das im Wesentlichen aus Restauratoren besteht, die nach Angaben von Projektleiter Andreas Ahlers (59) zu 80 Prozent in Kirchen arbeiten.

Hauptfriedhof in Brackel: Auf der Trauerhallen-Decke eröffnet sich ein Blick in den Himmel

Dieses Motiv der Künstlerin Anja Quaschinski wird die Trauerhallen-Decke schmücken. © Andreas Schröter

In der 1924 eingeweihten Trauerhalle habe sein Team zunächst versucht, die ursprüngliche Deckenbemalung freizulegen. Das war ein sternförmiges Motiv, das den Besuchern den Blick in den Himmel suggerieren sollte. Allerdings sei dieses Motiv nicht mehr zu finden gewesen - also musste ein neues her. Dazu gab es einen Wettbewerb, an dem vier Künstler teilnahmen. Gewonnen hat die Malerin und Glasgestalterin Anja Quaschinski aus Düsseldorf. Das Motiv, das sie für die Trauerhalle gemalt hat, lässt sich ebenfalls als einen Blick in den Himmel deuten - allerdings zeitgemäßer als das alte Motiv: Es handelt sich um die Farbe Blau, die in unterschiedlicher Stärke die Decke füllt.

Hauptfriedhof in Brackel: Auf der Trauerhallen-Decke eröffnet sich ein Blick in den Himmel

Das Innere der Trauerhalle besteht derzeit aus einem Gerüst mit vielen Etagen - hier von oben gesehen. © Andreas Schröter

Und genau darin liege die große Schwierigkeit für seine Kollegen Sebastian Haase und Leynhardt Bosch, so Ahlers: Es darf keine sichtbaren Brüche zwischen den unterschiedlichen Blautönen geben. Die Farbstärke muss langsam von kräftig auf blass übergehen und umgekehrt, es dürfen keine Flecken zu sehen sein, und das ursprüngliche Motiv der Künstlerin muss 1:1 auf die große Fläche von 12 x 12 Metern übertragen werden. Man könne das nur erreichen, indem man sehr schnell arbeite, damit es zu keinen Farbverläufen und Brüchen komme. Schon in wenigen Tagen soll das Deckengemälde fertig sein.

Hauptfriedhof in Brackel: Auf der Trauerhallen-Decke eröffnet sich ein Blick in den Himmel

So sah die frühere Deckengestaltung in der Trauerhalle aus. © Archiv Andreas Ahlers

Über die Künstlerin Anja Quaschinski, die 1961 in Frankfurt geboren worden ist, schreibt Dr. Holger Brülls, der heute beim Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt tätig ist: „Die Fähigkeit, große Flächen in reduzierter Farbigkeit zu bespielen, verdankt Quaschinski ihrer langjährigen Erfahrung in der monumentalen Wandmalerei.“ Seit 1994 ist sie freischaffende Künstlerin. Sie hat 2015/16 zum Beispiel auch den Altarraum (Wand- und Deckenmalerei) der katholischen Pfarrkirche St. Immaculata in Scharnhorst gestaltet.

Hauptfriedhof in Brackel: Auf der Trauerhallen-Decke eröffnet sich ein Blick in den Himmel

So sieht die Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof von außen aus. © Andreas Schröter

„ars colendi“ feierte 2018 sein 15-jähriges Bestehen. Es handelt sich um eine Fachwerkstätte für die Bau- und Kunstdenkmalpflege. Kerndisziplinen sind Begutachtung und Bestandsdokumentation sowie die Realisierung von denkmalgerechter Instandsetzung.

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