Haus Heimsoth: Traditions-Gasthaus in Berghofen sucht einen neuen Pächter

hzGastronomie im Dortmunder Süden

Es ist ein Gasthaus mit ganz viel Geschichte: Das Haus Heimsoth an der Berghofer Straße. Seit drei Monaten steht es leer. Die Eigentümer geben die Hoffnung auf einen neuen Pächter nicht auf.

Berghofen

, 27.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Es soll auf jeden Fall wieder Gastronomie in das seit Monaten leer stehende Haus Heimsoth an der Berghofer Straße einziehen. Das macht Dr. Axel Heimsoth, der für seine Mutter Doris die Verpachtung regelt, noch einmal ganz deutlich. Nur, einfach wird es nicht, jemanden zu finden, der das Traditionshaus übernimmt.

Gastraum, Gesellschaftszimmer und ein großer Saal – das muss erst einmal jemand stemmen. „Deshalb suchen wir auch einen erfahrenen Gastronomen“, sagt Doris Heimsoth. „Schön wäre, wenn derjenige auch gute deutsche Küche anbieten würde.“ Dass die Menschen in Berghofen eine Wiedereröffnung sehnlichst erwarten, machen die vielen Nachfragen deutlich. Vor allem auch die Chöre, die das Haus Heimsoth für Proben und Konzerte nutzen, brauchen wieder Platz. Drei sind es, die Haus Heimsoth zum Stammlokal gewählt haben - Der Frauenchor Höchsten, der Gemischte Chor Silberklang sowie der Chor Zeitlos.

Insgesamt gibt es 400 Quadratmeter Gasthausfläche

„Ich werde immer wieder gefragt, wann wir wieder öffnen“, sagt Axel Heimsoth. Rund 400 Quadratmeter Gasthausfläche sind es, die von dem neuen Pächter bewirtschaftet werden können. „Wir müssen dann bei den Bewerbern schauen, ob das Konzept stimmt. Auch Umbauten sind natürlich möglich“, so Heimsoth. Die Bestuhlung, die Tische und auch der alte Tresen passen unter Umständen nicht zu jedem. „Aber daran lässt sich auch etwas ändern. Es kommt auf die Idee an, die der neue Pächter mitbringt. Es ist eben ein großes Objekt, da muss man schon genau schauen, wer die Gaststätte hier weiterführt.“

Haus Heimsoth: Traditions-Gasthaus in Berghofen sucht einen neuen Pächter

Der große Saal mit eigenem Tresen und einer Bühne. © Jörg Bauerfeld

Gerade die Sache mit dem großen Saal, der eine Bühne, einen eigenen Tresen und eine kleine Galerie bietet, habe im Dortmunder Süden fast schon ein Alleinstellungsmerkmal. Hier gab es in den vergangenen Jahre beispielsweise Theateraufführungen oder Konzerte – natürlich auch große Familienfeiern.

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Auch für den Heimatverein Berghofen ist es das Stammlokal in dem auch der regelmäßige Plattdeutsch-Stammtisch stattfand.

Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen

Aber wie kommt es, dass die beliebte Gaststätte leersteht? Das hat gesundheitliche Gründe. Helma Göttke, die zwölf Jahre lang das Traditionshaus geleitet hat, schafft es nicht mehr. Jetzt wird also ein Nachfolger gesucht, der auch die Tradition des mehr als 150 Jahre alten Hauses nicht außer acht lässt.

Kontaktadressen

Hier können sich Interessenten melden

  • Wer gastronomische Erfahrung hat und sich das Haus Heimsoth einmal anschauen möchte kann sich mit den Besitzern in Verbindung setzen:
  • Doris Heimsoth, Telefon 48 09 89
  • Dr. Axel Heimsoth, E-Mail a.heimsoth@web.de

1882 hat alles begonnen mit dem Haus Heimsoth in Berghofen. Da hat der Landwirt Heinrich Heimsoth das Gebäude gekauft. Ein landwirtschaftlicher Betrieb mit angeschlossener Schankwirtschaft war es, der schnell zu einem Treffpunkt der Berghofer wurde. Auch die Pferdekutscher aus den südlichen Vororten und Dörfern machten auf ihrer Fahrt nach Dortmund gerne Pause in der Schankwirtschaft in Berghofen. So soll noch bis in die 1930er-Jahre eine hölzerne Futterkrippe vor der Gaststätte gestanden haben.

1902 wurde der Saal angebaut

Den Saal gibt es schon länger. 1902 wurde der heute noch bestehende Saal angebaut. Hier fand das gesellschaftliche Leben im Dorf Berghofen statt. Sogar standesamtliche Trauungen wurden im Saal abgehalten. Im Jahr 1974 kam es dann zu einem größeren Umbau der Gaststätte. In den vergangenen Jahrzehnten wurden immer wieder kleinere Veränderungen und Modernisierungen unternommen. Der alte Charme, vor allem mit dem großen Tresen im Eingangsbereich, ist aber bis heute geblieben.

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