Altes Haus wird wieder schick – und die Stadt Dortmund zahlt die Hälfte

hzFörderprogramm

Eine Dortmunder Siedlung findet mehr und mehr zu ihrer alten Schönheit zurück. Viele Eigentümer renovieren ihre Häuser. Sie erhalten die Hälfte der Kosten als Zuschuss.

Dorstfeld

, 14.11.2019, 16:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Haus an der Hügelstraße 12 in Dorstfeld ist ein Schmuckstück. Dunkelgrüne Schlagläden und Haustüren harmonieren mit der sandfarbenen Fassade und dem schmucken kleinen Erker.

Hinter der gelungenen Renovierung steckt das Hof- und Fassadenprogramm für die denkmalgeschützte Werkssiedlung Oberdorstfeld, das die Stadt Dortmund jetzt neu aufgestellt hat. Nach einem Ratsbeschluss im September übernimmt die Stadt nun die Hälfte der förderfähigen Kosten. Zuvor war die Förderung auf 12 bis 30 Euro pro Quadratmeter gestalteter Fläche beschränkt.

Jetzt lesen

Die neue „Villa Hügel“, wie Oberbürgermeister Ullrich Sierau das Zechenhaus an der Hügelstraße bei der Vorstellung scherzhaft nannte, stammt aus dem Jahr 1914 und war zuletzt in einem etwas traurigen Zustand. Eine schwarzgraue, verwitterte Fassade, braune Fensterrahmen und schlecht verputzte ehemalige Fensteröffnungen bestimmten die Optik.

„Die Renovierung war überfällig“, sagten die Eigentümer, Birgit und Erwin Ständeke. Sie hätten sie aber erst wesentlich später in Angriff nehmen können, wenn es das Programm nicht gäbe. „Und nicht so“, fügt Erwin Ständeke hinzu.

Altes Haus wird wieder schick – und die Stadt Dortmund zahlt die Hälfte

Der Eingangsbereich wurde komplett neu gestaltet. © Susanne Riese

Dank der 50-prozentigen Förderung konnten die Hausherren neben der neuen Fassade und neuen Fenstern einen Anbau realisieren und einen zugemauerten Seiteneingang wieder öffnen.

Info

Das Förderprogramm

  • Das Hof- und Fassadenprogramm für die Werkssiedlung Oberdorstfeld wird gemeinsam vom Stadtplanungs- und Bauordnungsamt und dem Amt für Stadterneuerung betreut.
  • Ansprechpartnerin ist die Denkmalbehörde am Burgwall 14: denkmalbehoerde@dortmund.de
  • Das Antragsformular, Info-Flyer und weiterführende Informationen gibt es online unter: www.werkssiedlung-oberdorstfeld.dortmund.de/

Das Ergebnis der äußeren Runderneuerung färbte ab: Auch die Nachbarn haben ihre bereits renovierte Fassade noch einmal neu streichen lassen, sodass die Reihenhäuser nun eine optische Einheit bilden.

„Wir hoffen natürlich auf den Schneeballeffekt“, sagt Susanne Linnebach, Leiterin des Amts für Stadterneuerung.

Programm ist 2017 angelaufen

Das 2017 gestartete Programm soll einen Anreiz bieten für Instandsetzungen, bauliche Maßnahmen und gestalterische Verbesserungen an den Fassaden und Grünflächen. Insbesondere die Vorgärten mit ihren Wegen, Treppen und Einfriedungen haben die Förderer im Visier.

Eigentümer können zur Verbesserung des Wohnumfelds beitragen und das Erscheinungsbild der denkmalgeschützten Siedlung verbessern. Gleichzeitig werten sie ihre Immobilien deutlich auf und schaffen sich schließlich auch selbst ein schönes Zuhause.

Beispiele wie das der Familie Ständeke sollen andere zum Nachmachen animieren, sagt OB Sierau. „Die Siedlung ist uns wichtig, sie ist ein städtebauliches Kleinod. Wir wollen das Programm nutzen, um den denkmalgeschützten Zustand der Gebäude und die alte Struktur wiederherzustellen.“

Altes Haus wird wieder schick – und die Stadt Dortmund zahlt die Hälfte

Vertreter der Stadt trafen sich mit den Hauseigentümern vor Ort. © Susanne Riese

46 Anträge zu dem Fassadenprogramm hat die Stadtverwaltung bisher bearbeitet. Rund 105.000 Euro sind als Zuschuss geflossen. „Das heißt, es wurde auch viel Geld privat dazugegeben“, sagt Susanne Linnebach.

Der Fördertopf sei erst zu einem Drittel aufgebraucht. Bis Ende 2020 können die Zechenhaus-Eigentümer auf die üppige Förderung zugreifen. Dafür stehen noch 290.000 Euro zur Verfügung.

Jetzt lesen

„Die Chancen auf einen Zuschuss stehen noch gut“, so die Stadt. Gefördert wird auch der Rückbau von gestalterischen Schwachstellen, zum Beispiel aus der Zeit vor der Unterschutzstellung.

Bevor 1993 der Denkmalschutz für die Siedlung in Kraft trat, hatten wilde An- und Umbauten das einheitliche Bild der gartenstadtähnlich aufgebauten Bergbau-Kolonie verfälscht.

Auch heute wünschen sich manche Bewohner mehr Freiheit in der Gestaltung. Das historische Erscheinungsbild sei aber maßgebend, um dieses Kleinod zu erhalten, betont Ulli Sierau: „Wenn alle in der Siedlung das richtig machen, dann wird das hier eine tolle Adresse.“ Dann wird das mit der Villa Hügel vielleicht doch nicht mehr ganz falsch sein.

Lesen Sie jetzt