Hellwach contra Rechts

Grünen-Expertin zu Gast in Dortmund / Warnung vor Einsparungen

30.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Dortmunds erfolgreiches Fan-Projekt könnte Vorbild für vergleichbare Einrichtungen im Osten Deutschlands sein. Findet die Grünen-Bundestagsabgeordnete Monika Lazar. Umgekehrt kann Dortmund aber auch von den Erfahrungen in den Regionen des Ostens beim generellen Umgang mit Rechtsextremismus lernen. So lautet eine Erkenntnis des Besuchs der Grünen-Frau aus Leipzig, die als Expertin für den Kampf gegen Rechts gerade auf Tour durch den Westen ist. «Der Rechtsradikalismus ist auch bei uns ein wachsendes Problem», stellte die Grünen-Landesvorsitzende Daniela Schneckenburger bei Lazars Besuch in Dortmund ernüchtert fest. Deshalb gelte es, die Strategien zu überdenken und ein gesamtstädtisches Konzept zum Handeln zu entwickeln. Etwa wenn es um die rechten Aufmärsche geht, von denen Leipzig seit Jahren ebenso betroffen ist wie Dortmund. Schneckenburger hat zwar Verständnis, dass die rechten Demonstranten am 1. Mai mit Bussen zu ihrem Aufmarschplatz transportiert wurden, um Zusammenstöße zu vermeiden. Dass die Polizei allerdings Plakate gegen Rechts entlang der Demo-Route der Neonazis entfernt hat, sei nicht zu akzeptieren. «So funktioniert Flagge zeigen gegen Rechts nicht», kritisiert Schneckenburger die Polizeiführung. Zumal die Plakatierung der rechten Demo-Routen in Leipzig seit langem geübte Tradition ist, wie Monika Lazar bestätigte. Ihr Rat: «Es gibt kein Allheilmittel gegen Rechts. Man muss immer hellwach sein.» Bei langfristig angelegten Aufklärungsaktionen etwa in Schulen könnten Bundesprogramme helfen. Umgekehrt ist es aus Sicht der grünen Expertin fatal, soziale Angebote zum Beispiel in der Jugendarbeit oder bei Beratungen von Arbeitslosen zu streichen. Denn die werden dann von den Rechten aufgegriffen. «Diese Lücke dürfen wir als Demokraten nicht lassen», warnte Lazar. «Geld, das man in diesen Bereichen einspart, zahlt man hinterher doppelt und dreifach drauf.» Oli

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