Die Hepatitis-B-Infektionen in Dortmund sind seit 2019 stark angestiegen. © picture alliance/dpa
Hepatitis B

Hepatitis-B-Zahlen in Dortmund sind explodiert

Die gemeldeten Infektionen mit Hepatitis B in Dortmund sind seit 2019 rasant angestiegen. Beim Gesundheitsamt sieht man es gelassen.

Ein sprunghafter Anstieg von 1 auf 35, dann eine Verdoppelung der Zahlen. Plötzlich liegen 68 Hepatitis-B-Infektionen für Dortmund vor, wo es doch wenige Jahre zuvor noch einstellige Zahlen waren.

Die Statistik der Fälle von Hepatitis B – eine Leberentzündung, deren Erreger unter anderem beim Sex übertragen werden – für Dortmund wirkt auf den ersten Blick besorgniserregend. Zwar sind befinden sich die Zahlen mit Blick auf die Bevölkerung Dortmunds im niedrigen Bereich, doch der extreme Anstieg zwischen 2018 und 2019 – von 1 auf 35 Fälle – fällt auf.

Der Grund für die kleine Explosion der Zahlen ist jedoch weniger besorgniserregend, als man meinen könnte. Wie Anke Widow, Sprecherin der Stadt Dortmund, erklärt, liegt das daran, dass ab 2019 auch die chronischen Hepatitis-B-Infektionen an das Robert-Koch-Institut gemeldet werden - und nicht nur die akuten.

Akute und chronische Infektionen werden erfasst

In aller Regel ist eine Hepatitis-B-Infektion nach einigen Wochen überwunden. Der Körper bildet Antikörper, Betroffene sind nicht mehr ansteckend. In diesen Fällen spricht man von akuter Hepatitis B, wie Gesundheitsamts-Leiter Dr. Frank Renken erläutert. Akute Hepatitis-B-Infektionen wurden vom Gesundheitsamt seit 2019 nur insgesamt fünf erfasst.

Bei rund zehn Prozent der Hepatitis-B-Infektionen erreicht die Krankheit jedoch ein chronisches Stadium, so Renken. Diesen Menschen gelingt es nicht, ausreichend Antikörper zu bilden. Die Viren bleiben im Körper, die Betroffenen sind dauerhaft ansteckungsfähig.

Erst seit 2019 werden auch diese chronischen Erkrankungsfälle an das Robert-Koch-Institut gemeldet. Das heißt, dass seitdem auch Fälle erfasst werden, die vorher durchs Raster gefallen sind und bei denen die Infektion vielleicht schon Jahre zurückliegt. Diese chronischen Erkrankungen machen den Großteil der Infektionszahlen seit 2019 aus.

Corona-Antikörpertests könnten Grund sein

Dies könne, so Anke Widow, auch den hohen Anstieg in 2020 von 25 auf 68 Fälle erklären, als wegen der Corona-Pandemie vermehrt Laboruntersuchungen durchgeführt wurden. Zwar kann der Nasen-Rachen-Abstrich der Corona-Tests keine Hinweise auf Hepatitis B geben, jedoch die Blutuntersuchung der Corona-Antikörper-Tests.

Vor diesem Hintergrund ist das Dortmunder Gesundheitsamt auch nicht sonderlich besorgt über das Hepatitis-Infektionsgeschehen in Dortmund. „Die tatsächlichen Neuinfektionen und somit akuten Erkrankungen in Dortmund befinden sich auf einem ganz niedrigen Niveau“, erklärt Anke Widow mit Verweis auf die fünf Neuinfektionen der vergangenen Jahre, „und erfordern keine weiteren Maßnahmen.“

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In Lippstadt aufgewachsen, zum Studieren nach Hessen ausgeflogen, seit 2018 zurück in der (erweiterten) Heimat bei den Ruhr Nachrichten.
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