Hersteller wollen Bier teurer machen - Das sind die Folgen für Kunden

hzWird Bier zum Luxusgut?

An dieser Nachricht werden Bierliebhaber schwer zu schlucken haben: Bierkonsum soll teurer werden. Verschiedene Hersteller kündigen eine Preisanhebung an. Flaschentrinker können hoffen.

von Tabea Prünte

Dortmund

, 14.01.2020, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob als Abkühlung für zwischendurch oder als Feierabendbier. Ob von Zuhause aus oder in der Kneipe. Das goldene Hopfen-Malz-Gebräu ist Kult - gerade in Dortmund. Doch es gibt eine schlechte Nachricht für alle Bierliebhaber: Das beliebte Getränk soll teurer werden.

Unter anderem die Radeberger Gruppe, zu der auch einige Dortmunder Brauereien gehören, kündigt eine Preiserhöhung ab März an. Darüber, wie hoch diese ausfallen wird, gibt die Brauereigruppe keine Auskunft. Laut Aussage des Unternehmens steigen vor allem die Preise für Fassbier. Auch Krombacher, vielleicht auch Veltins, schließen sich den Preiserhöhungen an.

Logistik, Energie und Verpackungen als steigende Kostenfaktoren

Gründe für den Anstieg der Bierpreise nennt die Radeberger Gruppe verschiedene. Unter anderem sei die Logistik teurer geworden, die Energiepreise bei der Herstellung gehen in die Höhe oder die Kosten für Verpackungen steigen. Insgesamt sei der Betrieb dadurch gezwungen, die Preise anzuheben.

In Dortmund sind vor allem die Brauereien Binkhoffs, Hövels, Dortmunder Actien Brauerei und Kronen als Teil der Radeberger Gruppe betroffen. Ab März wird die gesamte Fassware dieser Marken teurer. Bis auf das Flaschenbier der Marke Hansa bleibt die Flaschenware der Dortmunder Brauereien jedoch zunächst außen vor.

Gastronomen entscheiden selbst über Bierpreise

Ob dem einzelnen Kneipenbesucher die höheren Preise auffallen werden, bleibt noch unklar, so Thorsten Hellwig. Der Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands erklärt: „Die Entscheidung, den Preis auch für die Kunden anzuheben, muss jeder Gastronom individuell für seinen Betrieb treffen.“

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Dabei müsse jede Kneipe abwägen, ob sie die Preiserhöhung selbst tragen könne und wolle. Ob das Bier schließlich auch für Kunden teurer wird, kann dann zum Beispiel abhängig sein von laufenden Betriebskosten und den täglichen Einnahmen. Daraus generiere sich der endgültige Preis auf der Getränkekarte.

„Gerade beim Bierpreis ist der Kunde empfindlich“

Jörg Kemper, Betriebsleiter der Gaststätte Wenkers am Alten Markt, bezeichnet die Erhöhung der Bierpreise als Tagesgeschäft. „Es ist ganz normal, dass Zulieferer oder Hersteller ihre Preise ändern. Deshalb müssen wir unsere Preise jedes Jahr verifizieren.“ Zuletzt hat der Gastronomie-Betrieb Anfang letzten Jahres die Bierpreise auf der Karte geändert. In diesem Jahr hofft Kemper daher, die Preise stabil halten zu können. „Gerade beim Bierpreis ist der Kunde empfindlich.“

Besonders beim Preis für Bier herrsche unter Gaststätten eine große Vergleichbarkeit. „Salat ist nicht gleich Salat, da kann es in einem anderen Restaurant auch mal teurer sein“, erklärt Kemper. „Aber Bier ist nun mal Bier, das ist immer zu Preis X verfügbar. Wenn es bei uns teurer ist, geht der Kunde halt zum Nachbarn.“

Preiserhöhung kommt vermutlich nicht beim Gast an

Momentan rechne der Gastronom jedoch nicht damit, sein Bierangebot in diesem Jahr für die Kunden teurer machen zu müssen. Der Betrieb müsse das Gesamtbild betrachten und dann eine Kalkulation erstellen. Dazu gehören auch andere Lebensmittelpreise, bei denen der Anstieg noch deutlicher ausfalle, so Kemper. So könne der Preis für Bier erst einmal konstant gehalten werden, hofft der Gastronom. „Wir wollen nicht immer alles an den Kunden weitergeben.“

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