Nach Erdbeben-Katastrophe: Dortmunder Schüler unterstützen Schulaufbau in Nepal

hzNepal AG

Bei einem Erdbeben in Nepal 2015 wurde die Schule des Dorfes Mandra verschüttet. Seitdem setzen sich Dortmunder Schüler für den Wiederaufbau ein. Und der ist inzwischen ganz schön weit.

Mengede

, 19.12.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schule in dem nepalesischen Dorf Mandra war Anlaufstelle für Kinder aus vier Dörfern. Viele mussten weite Wege in Kauf nehmen, um sie zu erreichen – und um überhaupt eine schulische Ausbildung zu erhalten.

2015 dann die Katastrophe: Ein Erdbeben verwüstete weite Teile Nepals. Mandra liegt in der am stärksten betroffenen Region, die Schule wurde verschüttet.

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„Ein Freiberger Gymnasium, das schon länger eine Partnerschule im nahegelegenen Dorf Gati hat, hat dann die Initiative ergriffen“, erklärt Lehrerin Carina Porscha.

Das Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) in Mengede sei daraufhin angesprochen worden, ob es eine Schulpartnerschaft für die Schule in Mandra übernehmen möchte. „Und das haben wir sofort gemacht“, sagt Carina Porscha.

Die Namaste Nepal AG hilft

Unter dem Dach des HHG-hilft-Projektes wurde 2016 die Namaste Nepal AG gegründet. Die Lehrerinnen Sara Treppner und Carina Porscha treffen sich seitdem jeden zweiten Mittwoch mit den AG-Schülern.

„Am Anfang waren es sehr viele, inzwischen pendelt es sich bei durchschnittlich 20 bis 40 AG-Schülern ein“, sagt Sara Treppner. Aktuell sind es 32 Schülerinnen und Schüler. „Wer nicht zu den AG-Treffen kommen kann, kann auch nur bei Events mithelfen“, erklärt Treppner.

Nach Erdbeben-Katastrophe: Dortmunder Schüler unterstützen Schulaufbau in Nepal

Im Dezember 2019 wurde die Namaste Nepal-AG mit dem Dortmunder Siegel für nachhaltige Projekte ausgezeichnet. Die Lehrerinnen Sara Treppner (2.v.r.) und Carina Porscha (3.v.r.) freuen sich mit den Schülern ihrer AG. © Schule

Denn die sind die Haupteinnahme-Quelle der Namaste Nepal AG. Kinovorstellungen, Konzerte, Fußballturniere und weitere Veranstaltungen bringen das Geld ein, das den Wiederaufbau der Schule in Mandra unterstützt.

Und der ist inzwischen weit fortgeschritten. „Das neue Schulgebäude steht seit März dieses Jahres“, sagt Carina Porscha. Bis dahin wurden die knapp 170 Schüler in einem nur teilweise überdachten Holz-Wellblechverschlag unterrichtet.

Schüler reisen nach Mandra

Der stand auch 2018 noch, als zehn Schüler der AG mit Sara Treppner und Carina Porscha nach Mandra reisten. Im kommenden Jahr können die Schüler bei der nächsten Reise an dem Neubau sehen, wohin ihr Geld geflossen ist.

Vivienne, Hanna und Mia aus der neunten und zehnten Klasse werden dabei sein. „Ich freue mich auf die Wanderungen und darauf, die Kultur besser kennenzulernen“, sagt Mia. „Es wird toll sein zu sehen, wozu wir etwas beigetragen haben“, ergänzt Vivienne.

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Beim Besuch der Schule in Mandra 2018 stand der Holz-Wellblechverschlag noch. Die Schüler aus Dortmund wurden – wie in Nepal üblich – mit farbenfrohen Gebetsschals begrüßt. © Schule

Vor Ort werden die Schüler in nepalesischen Familien untergebracht. „Wir werden dabei helfen, einen Schulgarten und die Unterrichtsräume zu gestalten“, erzählt Hanna. Wie schon 2018 wird die Gruppe neben ihrem Aufenthalt in Mandra auch herumreisen.

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„Die kulturellen Unterschiede sind besonders spannend – und bei dem scharfen Essen muss man aufpassen“, sagt Lehrerin Carina Porscha und lacht. Die Nepal-Reise findet alle zwei Jahre statt. In der Zwischenzeit konzentrieren sich die Schüler weiter darauf, Spenden zu sammeln.

Das ist das nächste Event

Und das vor allem in ihrer Freizeit. Die AG-Treffen dienen mehr dazu, organisatorische Dinge zu besprechen. „Wir machen dann auch Upcycling-Bastelaktionen“, erklärt Neuntklässler Paul. „Zum Beispiel haben wir Portemonnaies aus Tetrapacks gemacht.“

Die Produkte aus den Bastelaktionen und Waffeln verkaufen die Schüler dann beispielsweise samstags vor Supermärkten. „Wir machen viel außerhalb der Schule“, sagt Neuntklässler Gabriel. „Aber wir machen das gerne – und wissen ja, wofür wir es tun.“

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Die Schüler der Namaste Nepal AG bei einer Verkaufs- und Backaktion vor dem Rewe. © Schule

Das nächste Event ist die Lesung „Morgens leerer, abends voller“. Autor Tobias Keller wird am 11. Januar (Samstag) aus seinem Buch mit witzigen Geschichten aus dem Schulalltag vorlesen. Los geht es um 19 Uhr in der Aula (PZ) des HHG, Einlass ist ab 18.30 Uhr.

Der Eintritt kostet 3 Euro für Schüler, Erwachsene zahlen 5 Euro. Tickets gibt es im HHG an der Dörwerstraße 34 und in der Buchhandlung am Amtshaus, Am Amtshaus 8.

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