Hier werden unsere Polizisten ausgebildet

Trainingszentrum Aplerbeck

APLERBECK Ob Amoklage, Fahrzeugkontrolle mit einem per Haftbefehl gesuchten Gewalttäter oder Zechprellerei - im neuen Fortbildungs- und Trainingszentrum der Polizei werden Einsätze geübt, die alltäglich passieren könnten oder passieren.

von Von Gaby Kolle

, 01.07.2009, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hier werden unsere Polizisten ausgebildet

Die Polizeibeamten Jörg Wagemann und Thomas Duisberg haben den Amokläufer gestellt. Am Boden liegen auch zwei geschockte "Kita-Mitarbeiter".

Der Hausmeister kommt herausgelaufen, versucht, den Polizisten etwas zuzurufen, bricht dann von einer Kugel getroffen zusammen. Die beiden Beamten gehen sich gegenseitig sichernd Rücken an Rücken ins Gebäude, folgen dem Lärm. "Ich bring dich um", schreit der Verdächtige in einem hinteren Raum. Als er die beiden Polizisten erblickt, schießt er sofort auf sie. Wagemann und Duisberg erwidern das Feuer, bringen den Angreifer zur Strecke.

Der Hausmeister kommt herausgelaufen, versucht, den Polizisten etwas zuzurufen, bricht dann von einer Kugel getroffen zusammen. Die beiden Beamten gehen sich gegenseitig sichernd Rücken an Rücken ins Gebäude, folgen dem Lärm. "Ich bring dich um", schreit der Verdächtige in einem hinteren Raum. Als er die beiden Polizisten erblickt, schießt er sofort auf sie. Wagemann und Duisberg erwidern das Feuer, bringen den Angreifer zur Strecke.

Ein lautes Hupsignal ertönt. Die Übung ist zu Ende. Hausmeister und Amokläufer erheben sich, ziehen sich die schwarzen Schutzhelme vom Kopf und reiben sich an den "Einschussstellen" ihre blauen Flecken von der Farbmarkierungsmunition. Sie sind Kollegen von Wagemann und Duisberg. Und die Kita ist keine Kita, sondern eine nachgebaute 80-qm-Wohnung im neuen Trainings- und Fortbildungszentrum der Polizei am Edelstahlweg (ehemals Tridelta-Gelände) in Aplerbeck.

Auf 2250 qm werden hier jährlich rund 2000 Polizeibeamte von 19 Einsatztrainern geschult. Jeder Dortmunder Polizist muss hier mindestens 24 Stunden pro Jahr trainieren: Taktik, Eingriffstechniken, Einsatzkommunikation sowie Training mit echten Dienstpistolen und Farbmarkierungswaffen.

Situationen wie die einer Amoklage wurden früher mit SEK-Beamten trainiert, berichtet Polizeipräsident Hans Schulze, "jetzt machen wir das auch mit Streifenbeamten" - ein Erlass des Innenministeriums.Polizei will jetzt sogar einen alte Straßenbahn nachbauen

Zwei Jahre hatte die Suche nach einem geeigneten Gelände gedauert. "Früher haben wir auf Industriebrachen, zuletzt auf der Westfalenhütte, und in Abrisshäusern geübt, doch die sind uns alle weggebrochen", erzählt Michael Klingner, Leiter des Fortbildungszentrums.

Derweil trainieren zwei Beamte die Fahrzeugkontrolle. Am Steuer sitzt ein per Haftbefehl gesuchter Gewalttäter, der prompt sein Messer zückt. Alles Situationen aus dem Alltag, versichert Polizeihauptkommissar Raimund Sobkowiak. Wie der Zechpreller, der in der nachgebauten Kneipe "Zum singenden Wirt" randaliert und mit "Pfefferspray" (Wasser mit Desinfektionsmittel) außer Gefecht gesetzt wird. Als nächstes, kündigt Klingner an, "möchten wir gern eine Straßenbahn und einen Bus nachbauen."

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