Hilfe für „steinreiche“ Patienten

DORTMUND Die Urologische Klinik am Klinikum Dortmund hat eine 50.000 Euro-Spende von der Sparkasse Dortmund sinnvoll existiert. Die neusten Errungenschaften: Ein Sonografiegerät, mit dem etwa 500 Untersuchungen pro Monat vorgenommen werden können, und ein Laser zur Harnsteinbehandlung.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 13.11.2007, 16:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hilfe für „steinreiche“ Patienten

Prof. Michael C. Truß freut sich über die Neuanschaffungen, möglich geworden dank der Sparkassenspende, u. a. von Jörg Busatta (Mitte) und Kundenbetreuer Rolf Pathmann.

Wir dürften uns nicht wundern, wenn demnächst auch die S-Klasse aus China komme und dann nur noch 30.000 Euro koste, unkte Prof. Dr. Michael C. Truß, dessen Urologische Klinik am Klinikum Dortmund jüngst erst in der Fokus-Krankenhausliste weit vorne landete. Zu seinen neuesten Errungenschaften gehört nämlich ein Sonografiegerät „made in China“, so hochwertig wie europäische Produkte, aber nur 8.000 statt 40.000 Euro teuer.

Da blieb genug Geld übrig für ein weiteres Gerät: Einen Laser zur Harnsteinbehandlung. Mit insgesamt 50.000 Euro unterstützte die Sparkasse Dortmund die Urologie im Klinikzentrum Nord an der Münsterstraße. Eine ungewöhnlich hohe Spende, aber Vorstandsmitglied Jörg Busatta ist sich sicher, dass sie gut angelegt ist: „Hier kommt das Geld wirklich einer breiten Allgemeinheit zu Gute.“

Das kann man wohl sagen, denn mit dem Lasergerät sind nun alle brandneuesten Verfahren zur Harnsteinbehandlung im Klinikum Dortmund verfügbar. In den hierbei zweifelhaften Verdienst, „steinreich“ zu sein, kommen übrigens sehr oft türkische Mitbürger. Prof. Truß erklärt warum: „Gerade Türken sind Steinbilder, das liegt in ihrer Genetik.“ Harnsteine bildeten sich nicht nur aufgrund von Ernährungsfehlern oder mangelhafter Flüssigkeitszufuhr. Immerhin: Etwa jeder zehnte Mensch entwickelt – über seine gesamte Lebenszeit gerechnet – Harnsteine.

Mit dem neuen Laser werden solche Steine behandelt, die sich nicht von außen zertrümmern lassen. Mit einem flexiblen Endoskop (das kostet allein 20.000 Euro), an dem vorne eine winzige Kamera leuchtet, bringt der Urologe eine kleine Lasersonde (oder auch verschiedene Mini-Werkzeuge) ein und kann mit Hilfe des Lasers Steine von einem Zentimeter Größe und mehr zerstören. Selbst in den äußersten Ecken der Nieren. Etwa 20 Anwendungen pro Monat werden mit dieser Methode in der Urologie künftig durchgeführt.

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