Hobby-Weinhändler in Dorstfeld entwickelten mit Hilfe eines Winzers ihre eigene Weinmarke

hzPrämierter Riesling

Wein ist die große Leidenschaft von Uwe Nows und Frank Drees. Zum Hauptberuf haben sie sie noch nicht gemacht. Aber eigene Sorten besitzen sie schon - sogar einen prämierten Wein.

Dorstfeld

, 05.06.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mitten im Dorstfelder Industriegebiet, zwischen Lkw, Containern und gestapelten Paletten, ist das Reich der nebenberuflichen Weinhändler Uwe Nows (52) und Frank Drees (53). Eine Garage, halb Weinkeller, halb Lager, ist das Zuhause ihrer eigenen Weinsorten: Lecker Rot, Lecker Weiß und Lecker Rosa. Wieso gerade hier? Die Garage gehört zur Frank Drees‘ Paletten-Firma Dotram GmbH, Auf dem Brümmer 5.

Wein spielt schon lange eine große Rolle im Leben der beiden Nachbarn, die in Kley und Lütgendortmund aufgewachsen sind und heute in Witten, knapp hinter Oespel/Kley, wohnen. „Wein ist unsere Leidenschaft“, sagt Uwe Nows. Vor 20 Jahren machten sie sich das erste Mal gemeinsam auf zu einer Weintour durch die Pfalz. Viele weitere, auch ins Rheingau, folgten.

Hobby-Weinhändler in Dorstfeld entwickelten mit Hilfe eines Winzers ihre eigene Weinmarke

In seiner Firmen-Garage hat Frank Drees (l., mit Uwe Nows) lauter Kisten mit edlen Tropfen gelagert. © Beate Dönnewald

Weinfeinschmecker-Runde und Wein-Detektive

Fast genauso lange existiert ihre private „Weinfeinschmecker“-Runde. Fünf Freunde, fünf Weinliebhaber, die immer wieder neue Weine testen. Daraus ergab sich vor Jahren ein ehrenamtlicher Job für Uwe Nows und Frank Drees: Sie wurden gewissermaßen zu Wein-Detektiven, die seitdem Freunden und Bekannten die Qual der Wahl beim Weinkauf abnehmen. Frank Drees: „Viele stehen im Supermarkt vor dem Weinregal und sind überfordert. Weil sie keine Ahnung von Wein haben, wissen sie nicht, was sie kaufen sollen.“

Das Wein-Duo urteilt nach zwei Kriterien: Der Wein muss lecker sein - und das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen. Und wann ist ein Wein lecker? Welche Faktoren muss er dafür erfüllen? Gegenüber Laien wollen die beiden Hobby-Weinhändler nicht mit kompliziertem Fachwissen auftrumpfen - obwohl sie sich davon im Laufe der Jahre reichlich angeeignet haben. Auf Messen, Seminaren, bei Winzern. „Lecker ist, wenn der Genuss sich mit Worten nicht beschreiben lässt“, sagt Uwe Nows, der hauptberufliche Versicherungskaufmann. So einfach ist das also.

Hobby-Weinhändler in Dorstfeld entwickelten mit Hilfe eines Winzers ihre eigene Weinmarke

Hier zeigen Frank Drees (r.) und Uwe Nows stolz ihre eigenen Weinsorten: Lecker Rot, Lecker Weiß und Lecker Rosa. Der Preis liegt bei 6,50 Euro pro Flasche. © Beate Dönnewald

Aus dem Hobby entwickelte sich eine Geschäftsidee

Irgendwann entstand eine Geschäftsidee: Die beiden Weinliebhaber gründeten einen Online-Shop namens „rot-weiß-lecker.de“. Hier bieten sie ausschließlich deutsche Weine an, die sie zuvor beim Winzer und auf Weingütern getestet haben. Und dabei sind sie durchaus kritisch: Keineswegs jeder getrunkene Tropfen landet auf ihrer Homepage beziehungsweise in ihrem Dorstfelder Lager. Mittlerweile handeln sie mit rund 50 Sorten.

Ein Wein bekam den Namen der Großmutter

Vor gut einem Jahr folgte dann die Kür. Uwe Nows und Frank Drees entwickelten mit Hilfe des Winzers Norbert Mack aus dem Rheingau und nach diversen Rohweinproben ihre eigenen Weinmarken: Erst „Lecker Weiß“, eine feinherbe Riesling-Spätlese, dann „Lecker Rot“, eine Mischung aus Dornfelder und Spätburgunder, und schließlich noch „Lecker Rosa“, ein 100 Prozent Pinot Noir-Spätburgunder. Rosa hieß übrigens Uwe Nows‘ Großmutter.

Auf den Flaschen-Etiketten ist ein Förderturm abgebildet

Auf allen Etiketten ist ein Förderturm abgebildet. Er soll die Verbundenheit zur Region symbolisieren und eine Hommage an die Zechen sein. „Die wie die Weinrebe tief verwurzelt ihre Kraft aus dem Boden förderten“, erklären die beiden. Mit „Lecker Weiß“ holten sie 2018 beim großen Rewir-Power-Wein-Test auf Anhieb den dritten Platz. „Eine Sensation. In der Jury saß sogar der Sommelier-Weltmeister Markus Del Monego“, so Nows. 2019 wollen sie wieder mitmachen.

Und es gibt weitere Pläne. Irgendwann wollen die beiden Freunde auch eine eigene Sekt- und Secco-Sorte herausbringen. Woran es fehlt, ist die Zeit. „Wir haben uns zwar gewerblich aufgestellt, aber im Grunde ist der Handel unser Hobby.“ Ohnehin sei es nicht einfach, in der Gastronomie Fuß zu fassen. „Natürlich wäre es schön, wenn sich unser Weinhandel irgendwann auch trägt.“

Lesen Sie jetzt