Hörde macht ein Fass auf

hörde 160 Jahre lang prägte die Stahlindustrie das Bild einer einst freien Stadt - jetzt krempelt Hörde die Ärmel hoch. So hoch, "dass Sie hier in 15 Jahren nichts mehr wiedererkennen."

10.01.2008, 17:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit dieser Vision öffnete der Planungsamtsleiter Ludger Wilde am Mittwochabend im Bürgersaal das Portal, das Hörde in den nächsten zwei Jahrzehnten in die Zukunft führt. Wilde sprach von "einem kompletten Wertewandel" und forderte die mindestens 250 Besucher auf, die Ideenarbeit nicht allein den Stadtplanern zu überlassen. "Bitte beteiligen Sie sich an diesem Prozess."

Landeszuschuss

Ein Prozess ist das, den das Land mit einem 25-Millionen-Zuschuss anschieben soll (wir berichteten), ein Prozess, der keinen Stein auf dem anderen lässt und ein Prozess, der Privatkapital loseisen soll, vor allem bei den Hauseigentümern und Immobilienbesitzern, deren Fassadengrau noch aus den 60er- oder 70er-Jahren stammt. Eine der wichtigsten Aussagen lautet:

Die Hörder Altstadt bleibt nicht nur wegen ihrer geografischen Lage zwischen Phönix-Ost und Phönix-West ein wichtiges Zentrum; es soll eine Schnittstellen-Funktion erfüllen. Einzelhandelsmagneten ziehen das Kapital auf die "Flaniermeile" Hermannstraße. Ein neuralgischer Punkt ist auch die Faßstraße, wo der Bauunternehmer Freundlieb wohl noch in diesem Jahr das Parkhaus anpackt. Die Geografin Ursula Mölders (Foto) bezeichnete den Umbau der Strecke zu einer urbanen Stadt-Straße als "besonders wichtig", um ihren Barrieren-Charakter zu durchbrechen. Sie soll später die Brückenfunktion zum See erfüllen.

Ebenso der Bahnhof, nach dem Hauptbahnhof in Dortmund der wichtigste Umsteigepunkt der Stadt. Ursula Mölders legte den Entscheidern in ihrem Konzept "einen Bahnhof als Visitenkarte Hördes" ans Herz.

Mit den Menschen

Nicht zu vergessen die vielen Seitenstraßen, die Hochofenstraße und die Hermannstraße am Südufer des Sees - "nach dem Ende der Montanindustrie ist Hörde einem großen Veränderungprozess ausgesetzt", so Ursula Mölders, die in den Vorbereitungen mit dem Blick von außen auch die eine oder andere "heilige Kuh" in Hörde bewegen konnte und der hoch anzurechnen ist, dass sie immer wieder betont hat, dass der Prozess nur mit den Menschen möglich ist. "Sie sollen weiter stolz auf Ihre Stadt sein." ban

Hörde macht ein Fass auf

<p>Die Faßstraße mit Blick auf die Kreuzungen an der Hermannstraße (vorn) und an der Bahnhofstraße (hinten): Zurzeit hat diese wichtige Nord-Süd-Verbindung einen Barriere-Charakter. Künftig soll sie eine Brücken-Funktion erfüllen. Bandermann</p>

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