Hörder Bahnhof soll ein Fahrradhaus bekommen

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Die Politik in Hörde hat vorgeschlagen, ein Fahrradhaus am Hörder Bahnhof errichten zu lassen. Allerdings: Stellplätze gibt es am Bahnhof bereits einige – es nutzt sie nur keiner.

von Alexandra Wachelau

Hörde

, 12.09.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Hörder Bahnhof gibt es keine sicheren Abstellplätze für Fahrräder – so konfrontierte ein pendelnder Anwohner die Hörder Bezirksvertretung (BV) in der vergangenen Sitzung am Dienstag (8. 9.). Nun könnte in Zukunft ein Fahrradhaus am Hörder Bahnhof entstehen.

In der Hörder Innenstadt stehen viele Fahrräder.

In der Hörder Innenstadt stehen viele Fahrräder – der Bedarf für ein Fahrradhaus wäre also da. © Alexandra Wachelau

Freie Fahrradbügel unter der Hörder Bahnhofsbrücke

Dabei gibt es momentan sogar ziemlich viele Fahrradabstellplätze am Hörder Bahnhof – sogar überdacht, zumindest, wenn der Boden der Hörder Brückenstraße als Dach bezeichnet wird. Das Problem: Der anonyme Anwohner scheint nicht der einzige zu sein, der diese Fahrradbügel übersieht – oder übersehen möchte.

Unter der Hörder Brückenstraße befinden sich über 30 Stellplätze für Fahrräder – nur sind diese selten in Benutzung.

Unter der Hörder Brückenstraße befinden sich über 30 Stellplätze für Fahrräder – nur sind diese selten in Benutzung. © Alexandra Wachelau

Ein Besuch vor Ort zeigt: Auffallend viele Räder parken vor dem Rewe, vor dem Buchladen oder neben einem der Bäcker in der Hörder Innenstadt. Auffallend wenige wiederum scheinen die rund 36 Plätze zu nutzen, die sich direkt neben dem Bahnhof Hörde befinden. Allerdings ist es auch ein wenig einladendes Bild, das die langen Reihen an Eisenbügel bieten: Nicht nur verwaist, auch ein wenig verwahrlost erscheint die Szene unter der Brücke.

Tauben scheinen sich hier sehr wohl zu fühlen, Fahrräder dagegen sind hier nicht.

Tauben scheinen sich hier sehr wohl zu fühlen, Fahrräder dagegen sind hier nicht. © Alexandra Wachelau

Doch ganz abgesehen von Taubendreck und Scherben ist es wahrscheinlich auch der Weg, der zumindest Radler aus dem Süden abschreckt: Von der Schildstraße / Alten Benninghofer Straße kommend, verläuft der kürzeste Weg zum Hörder Bahnhof über die Hörder Brückenstraße. Abgesehen von Treppe oder Aufzug müssen Fahrradfahrer bis zur Hermannstraße fahren, um danach wieder auf den Bahnhof zufahren zu können. Dabei liegen die Fahrradständer an der Schlanken Mathilde auf dem Weg.

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Hörder Bahnhof ist ein Streitpunkt

Zudem könnte der Pendler, der sich an die BV gewandt hat, auch an der Sicherheit seines Rads gezweifelt haben, sollte er es an den Stellplätzen unter der Bahnhofsbrücke befestigen. Am Bahnhof in Hörde, wo sich viele Pendler unwohl fühlen und ein bereits jahrelanger Streit über Müll und Vandalismus geführt wird, könnten Radbesitzer auch befürchten, dass ihr Rad beschädigt wird.

Ein Fahrradhaus würde dabei nicht nur vor Vandalismus schützen, sondern auch vor Witterungsverhältnissen. Die Bezirksvertretung hat sich dabei auf eine moderne Anlage von „DeinRadschloss“ geeinigt. Tatsächlich gibt es diese Häuser an vielen Bahnhöfen in NRW, allein in der Nachbarstadt Bochum sind rund zehn dieser Fahrradparkhäuser zu finden.

In Dortmund dagegen existieren momentan zwei: Eins steht in Mengede und seit einem Jahr auch eins in Aplerbeck. Zumindest in Aplerbeck ist jedoch der Ansturm ausgeblieben: Hier ist das moderne Radlerhaus vor allem dadurch aufgefallen, dass es keiner benutzen wollte.

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Die BV hat nun den Antrag gestellt, eine der Fahrradabstellanlagen zu der bestehenden Anlage unter der Brücke dazuzubauen.

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