Hörder Tennisclub HTC gibt es schon 90 Jahre - Anfänge im D-Zug

hzJubiläum

Der Hörder Tennisclub HTC war der erste mit Flutlichtanlage in Dortmund, zählte zu Spitzenzeiten 750 Mitglieder und ist ganz sicher der einzige, der einen D-Zug als Vereinsheim nutzte.

Hacheney

, 21.08.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In diesem Jahr wird der Hörder Tennisclub HTC 90 Jahre alt. Gebührend feiern werden das die jetzt rund 350 Mitglieder allerdings erst einmal nicht. Die für den 15. August geplante Jubiläumsfeier wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Doris Bischoff, die erste Vorsitzende des Vereins, hofft nun auf eine unbeschwerte nachträgliche Feier im kommenden Jahr. Neuer Termin ist der 22. Mai 2021.

Die Plätze des HTC liegen idyllisch neben dem Hörder Hallenbad. Vereinsvorsitzende Doris Bischoff hält seit 26 Jahren im Vorstand mit die Zügel in der Hand.

Die Plätze des HTC liegen idyllisch neben dem Hörder Hallenbad. Vereinsvorsitzende Doris Bischoff hält seit 26 Jahren im Vorstand mit die Zügel in der Hand. © Susanne Riese

Mit 90 Jahren ist der HTC mutmaßlich der älteste Tennisclub Dortmunds. Nach der Gründung am 24. Juni 1930 eröffnete der Verein schon 1931 den ersten eigenen Platz am Goystadion. 1936 gab es drei Plätze. Es fehlten allerdings Umkleiden und ein Vereinsheim.

Vereinsleben im alten D-Zug

Dieses Problem hat der Verein 1947 kreativ gelöst: Ein ausrangierter D-Zug-Waggon wurde am Goystadion aufgestellt und als Clubheim umfunktioniert. Drei Jahre später wurde das originelle Domizil durch ein echtes Clubhaus mit Dusche und Umkleideräumen ersetzt.

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Nach den Kriegsjahren hat sich der Verein schnell wieder aufgestellt, erzählt Doris Bischoff, die seit 26 Jahren zum Vorstand gehört und zum Verein sogar seit 41 Jahren. „Trotz Unterbrechung hat der Verein Erfolgsgeschichte geschrieben durch hervorragende Spieler, eine hohe Mitgliederzahl und große Präsenz bei sportlichen Ereignissen.“

In der Gaststätte Schmalhorst an der Wellinghofer Straße entstand vor mehr als 90 Jahren die Idee zur Gründung eines Tennisclubs.

In der Gaststätte Schmalhorst an der Wellinghofer Straße entstand vor mehr als 90 Jahren die Idee zur Gründung eines Tennisclubs. © HTC

1978, zur Blütezeit des Tennissports, zog der HTC zum heutigen Standort neben dem Hörder Hallenbad in Hacheney um. Es entstanden zunächst sieben Plätze und ein Vereinsheim. Zwei Jahre später, zum 50-jährigen Bestehen, konnte die Halle mit zwei Plätzen eröffnet werden, damals noch mit Aschebelag. Später kamen noch zwei weitere Außenplätze hinzu.

„Damals gab es Wartelisten, weil die Aufnahmekapazität erschöpft war“, erinnert sich Doris Bischoff. Davon können die Vereine heute nur träumen. Anfang der 90er Jahre war mit 755 Mitgliedern der Höchststand erreicht.

Clubhaus und Parkplatz in den Anfängen am heutigen Standort Eichsfeld 9.

Clubhaus und Parkplatz in den Anfängen am heutigen Standort Eichsfeld 9. © HTC

Die Boomjahre nach den großen Erfolgen von Steffi Graf und Boris Becker waren vorbei. Der Tennissport verlor seine Attraktivität, und auch im Hörder Club wurden die Plätze immer weniger bespielt. Die Zahl der Mitglieder schrumpfte auf 230.

Doch die Vereinsführung blieb am Ball, renovierte, modernisierte und leitete schließlich mit der Aufnahme einer selbstständigen Tennisschule einen erneuten Aufschwung ein.

Tennisschule brachte Aufwind

„Das Trainerteam hat mit seinem modernen Stil frischen Wind gebracht. Die Tennisschule hat dafür gesorgt, dass die Anlage wieder voll ist und die Mitgliederzahlen kontinuierlich steigen“, so die erste Vorsitzende. Unter den 350 Mitgliedern sind zu ihrer Freude auch wieder viele Kinder.

Heute verzeichnet der HTC wieder steigende Mitgliederzahlen.

Heute verzeichnet der HTC wieder steigende Mitgliederzahlen. © Susanne Riese

Natürlich mussten auch sie alle pausieren während des Corona-Lockdowns ab Mitte März. Seit dem 8. Mai kann wieder gespielt werden auf der idyllisch gelegenen Anlage am Hallenbad.

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So voll wie zur Blütezeit des Tennissports ist es dort zwar nicht, aber der schuldenfreie Traditionsverein ist sicher auf einem guten Weg.

Zu den erfolgreichsten Events auf der Anlage gehört der „Neven Subotic Cup“, ein Benefizturnier mit zuletzt 2019 mehr als 130 Doppelpaarungen und vielen Besuchern über vier Tage - fast wie zu Steffi Grafs besten Zeiten.

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