Hörder Wahrzeichen aus Schokolade hilft durch die Corona-Zeit

hzPatisserie und Chocolaterie

Eine Konditor-Meisterin verbindet die Liebe zu Gebäck und Pralinen mit Ideen zur Geschichte des Phoenix-Sees. In Handarbeit entstehen süße kleine Mitbringsel mit historischem Hintergrund.

Hörde

, 21.10.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der kleinen Patisserie und Chocolaterie Monika Wechsler macht allein der Geruch schon satt. Süße Frucht, Marzipan und Likör mischen sich unwiderstehlich mit dem Duft von warmem Gebäck und geschmolzener Schokolade.

Torten, Cupcakes und Pralinen sind das Metier von Konditor-Meisterin Monika Wechsler. Die süße Leidenschaft verbindet die 61-Jährige mit ungewöhnlichen Ideen, die einen Bezug zu ihrem Standort am Phoenix-See und dessen Geschichte haben. Wie bei „Pirum“, lateinisch für „Birne“.

Schoko-Kreationen zur Hörder Vergangenheit

Monika Wechsler hat mit Pirum die Thomasbirne, die als 68 Tonnen schweres Original auf der Kulturinsel am See steht, als kunstvolle Schoko-Kreation nachgebildet.

In einer liebevoll gestalteten Holzschachtel erinnern die eiförmigen Trüffelpralinen mit - natürlich - Birnenlikör und Goldstaub an die Stahlgeschichte.

Zudem gibt es die Thomasbirne auch als Zartbitter-Vollmilch-Duo in Tafelform mit Relief.

Die Patisserie und Chocolaterie liegt nur einen Steinwurf entfernt vom Phoenix-See an der Hermannstraße.

Die Patisserie und Chocolaterie liegt nur einen Steinwurf entfernt vom Phoenix-See an der Hermannstraße. © Susanne Riese

Auch die „Stahlgeister“ nehmen in Zartbitter und Vollmilch Bezug zur Vergangenheit des Phoenix-Areals. Monika Wechsler gestaltete die Figuren nach einem Entwurf des Künstlers Franz-Joser Oberkönig. Demnächst gibt es die Stahlgeister saisonbedingt auch wieder mit Nikolausmütze.

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Auch andere ausgefallene Kreationen gehören zum Angebot der kleinen Patisserie und Chocolaterie an der Hermannstraße; Brotaufstriche, Essig und Öl, Senf und natürlich Torten, Cupcakes und Petit Fours. Fast alle haben sie mit Schokolade zu tun, sogar der Senf kommt nicht ohne aus.

Genuss von Dunkel bis Schwarz

Monika Wechsler liebt die dunklen Sorten, von denen sie immer neue Herkunftsregionen ausprobiert. Sie sagt nicht dunkle, sondern „schwarze Schokolade“, und schwärmt vom Geruch beim Auspacken neuer Sorten aus der ganzen Welt.

Die Schokis verarbeitet sie weiter zu Produkten mit einer ganz individuellen Note, versieht etwa 70-prozentige Schokolade aus Papua-Neuguinea mit einer Prise Salz, Olivenöl und einem Kakaokern oder Vollmilchschokolade mit 46-Prozent Kakaoanteil aus der Dominikanischen Republik mit Cashew-Kernen und Sylter Salz.

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Vor acht Jahren eröffnete die Konditor-Meisterin ihren kleinen Laden mit Küche und Produktionsstätte an der Hermannstraße 130. Ganz bewusst zog sie damals nach Hörde, in einen sich stark wandelnden Stadtteil mit sehr vielversprechenden Aussichten. „Die Lage hat mich fasziniert und auch der Wandel“, sagt sie.

Doch dann bremste sie die jahrelange Baustelle an der Hermannstraße aus. Jetzt leidet ihr Geschäft unter dem ewigen Umbau der Faßstraße. Und Corona macht es nicht einfacher. „Anfangs wurde noch gekauft, aber der Sommer war tot“, sagt sie. Auch ihre Pralinen- und Patisseriekurse fallen derzeit als wichtige Einnahmequelle weg.

Die kleinen Trüffel-Thomasbirnen sind mit Birnenlikör gefüllt.

Die kleinen Trüffel-Thomasbirnen sind mit Birnenlikör gefüllt. © Susanne Riese

Die süßen Hörder Wahrzeichen laufen weiterhin, ebenso Hochzeitstorten auf Bestellung und andere Kuchen-Kunstwerke. Die Mohntorte beispielsweise, die ganz ohne Mehl gebacken wird und deren Rezept sie streng hütet, das Cassis-Quark-Törtlein und die Mango-Passionsfrucht-Orangen-Torte. Butter, Zucker, Mehl, Ei sind bei der Kuchenexpertin die Grundzutaten; Margarine lehnt sie ab, es sei denn, es wird extra so bestellt.

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Sie selbst mag am liebsten Pudding, sagt sie, so wie sie ihn für die Cupcakes verwendet. Exotische Früchte kommen meist dazu oder heimisches Obst, das sie aus dem Garten einer Verwandten bekommt. Zurzeit riecht es im gesamten Hausflur nach frischen Quitten.

Monika Wechsler lässt sich eben auch durch Pandemie und Baustellen nicht entmutigen. Dazu liebt sie ihr Handwerk viel zu sehr, die Patisserie und den Duft dunkler Schokolade.

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