Hohe Corona-Zahlen in Unna sorgen auch für Stress an der Stadtgrenze

hzCoronavirus in Dortmund

Andreas Möser betreibt die Glücksgriff-Boulderhalle in Wickede. Viele seiner Kunden kommen aus dem nahen Kreis Unna. Und dort schnellen die Corona-Zahlen in die Höhe.

Wickede

, 06.10.2020, 16:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Kreis Unna liegt seit Dienstag (6.10.) der Sieben-Tages-Index für Corona-Neuerkrankungen bei über 35 bezogen auf 100.000 Einwohner, sodass weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Betroffen davon ist auch einer, dessen Betrieb sich nur wenige Meter entfernt von der Stadtgrenze zu Unna befindet: Andreas Möser (31), Betriebsleiter der Glücksgriff-Boulderhalle an der Straße Zum Lonnenhohl in Wickede.

„Klar“, sagt er, „viele unserer Kunden kommen aus Unna“, und er habe die Corona-Zahlen aus Unna und Dortmund jeden Tag im Blick.

Aber wenn er es richtig sehe, betreffen die hohen Werte nicht in erster Linie die Stadt Unna, sondern eher andere Städte und Gemeinden, die zum Kreis gehören - wie das etwas weiter entfernt liegende Selm, wo an einem Tag gleich 15 Neuinfektionen hinzukamen (bei nur 27.000 Einwohnern).

So sieht's im Inneren der Glücksgriff-Boulderhalle in Wickede aus

So sieht's im Inneren der Glücksgriff-Boulderhalle in Wickede aus. © Andreas Schröter

Andreas Möser richtet sich nach den Coronaschutz-Verordnungen des Deutschen Alpenvereins (DAV), auch wenn die Glücksgriff-Boulderhalle privat geführt und nicht Mitglied im DAV ist. Zu den Regeln gehören:

  • Beim Einchecken und generell im Thekenbereich soll eine Maske getragen werden. Beim Bouldern selbst muss man keine Maske tragen.
  • Wichtig ist die Kontaktverfolgung.

  • Die Anzahl der Duschen wurde reduziert, damit der nötige Abstand gewährleistet bleibt.
  • Möser empfiehlt seinen Kunden, außerhalb der Stoßzeiten zu kommen. Die sind unter der Woche üblicherweise von 18 bis 20 Uhr und sonntags von 10 bis 12 Uhr.

  • Die Maximal-Auslastung der Halle sollte bei einer Person auf sieben Quadratmetern liegen. Berücksichtige man nur die Mattengröße, dürften 57 Sportler gleichzeitig anwesend sein. Legt man die Nutzfläche zu Grunde, dürften über 65 kommen. Möser hat nun festgelegt, dass bei 50 Anwesenden gleichzeitig Schluss ist. Auf der Website ist jederzeit ablesbar, wie hoch die aktuelle Auslastung ist.

Seine Kunden seien zu 95 Prozent einverstanden mit diesen Regeln. Lediglich mit 5 Prozent müsse er über die Maskenpflicht und die obligatorische Hand-Desinfektion am Eingang diskutieren.

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Möser überlege mit einem Slot-System zu arbeiten. Das heißt, man muss seine Hallenzeit vorher buchen. Er hoffe aber, dass das nicht nötig wird. Die meisten seiner Kunden kommen spontan - auch, um hier Freunde zu treffen. Da sei ein solches System kontraproduktiv.

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Die Glücksgriff-Boulderhalle gibt‘s seit drei Jahren und Andreas Möser ist zufrieden mit der Auslastung - im Gegenteil: Er verzichte momentan auf Werbung jeglicher Art, um die Halle nicht zu voll werden zu lassen. Er komme finanziell zwar über die Runden, aber: „Das ist jetzt einfach nicht die Zeit, um großartig Geld zu verdienen.“ Je nach der weiteren Entwicklung in Unna werde er die Maßnahmen in seiner Anlage anpassen.

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