Holzhalle in Brackel soll mit Denkmalschutz-Fördermitteln saniert werden

hzHörder Straße

Die Halle hinter dem Balou hat eine lange Geschichte und steht auf der Denkmalliste der Stadt. Damit die rund 150.000 Euro teure Sanierung beginnen kann, fehlt es aber noch an etwas.

Brackel

, 12.04.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist alles andere als ein Geheimnis, dass es sich bei dem Lanstroper Ei um ein Denkmal handelt, dessen Sanierung die Deutsche Stiftung Denkmalschutz finanziell unterstützt.

Aber auch ein weitaus weniger bekanntes Denkmal soll künftig – unter anderem mit Fördermitteln – auf Vordermann gebracht werden: die Turnhalle an der Hörder Straße 29 in Brackel, direkt hinter dem Kulturzentrum Balou.

Vor allem das Dach der unter Denkmalschutz stehenden Halle muss auf Vordermann gebracht werden.

Vor allem das Dach der unter Denkmalschutz stehenden Halle muss auf Vordermann gebracht werden. © Oliver Schaper

55.000 Euro Fördergeld hat der Verein Takemusu Aikido Dortmund, dem die Halle seit 2003 gehört, bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beantragt. Das bestätigt Dr. Rudolf Preuss, der sowohl als Vorsitzender des Aikido-Vereins als auch als Kunstwissenschaftler von der besonderen Bedeutung der Holzhalle weiß.

„Wir haben 55.000 Euro aber nicht nur bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, sondern den gleichen Betrag auch bei der NRW-Stiftung beantragt“, erläutert Preuss. Die übrigen Kosten trägt unser Verein, der viel Zeit und Geld in die Halle steckt.“

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Denn die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 150.000 Euro, da neben dem kaputten Dach auch die Fenster dringend saniert werden müssen. Die Instandsetzung des Daches, bei dem unter anderem eine neue Lage Holz vonnöten sei, schlage mit etwa 70.000 Euro zu Buche, die Sanierung der Fenster sei voraussichtlich sogar noch etwas teurer.

Daran, dass diese Arbeiten aber unbedingt erforderlich sind, lässt Preuss keine Zweifel: „Die Halle ist von morgens bis abends immer ausgebucht. Neben unserem Aikido-Verein wird sie zudem von Akrobatengruppen, der Jugendkunstschule sowie dem Kulturzentrum Balou genutzt, das darin Reha- und Seniorenkurse anbietet.“

Unter der hölzernen Dachkonstruktion trainieren regelmäßig Akrobaten.

Unter der hölzernen Dachkonstruktion trainieren regelmäßig Akrobaten. © Oliver Schaper (Archiv)

Den historischen Wert der Holzhalle kennt neben Preuss auch Thomas Mertz, Pressesprecher der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der bei dem Brackeler Gebäude von etwas „Besonderem und Einzigartigem“ spricht.

1922 habe die Stadt Dortmund die 23,39 mal 7,55 Meter große Turnhalle nach dem sogenannten Doecker-System als Fertigbau für die damalige Hindenburgschule errichten lassen: „Rittmeister Johann Gerhard Clemens Doecker hatte das Patent für zerlegbare, transportable Militärbaracken entwickelt.“ Im Ersten Weltkrieg seien diese Hallen insbesondere als Feldlazarette verwendet worden.

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Allerdings sei der Fördervertrag zwar geplant, aber nicht geschlossen, so Mertz weiter; deshalb könne noch nicht genau gesagt werden, wie hoch die Beteiligung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am Ende ist.

Auch Preuss kann den Beginn der Arbeiten momentan zeitlich nicht exakt benennen. „Uns fehlt noch ein aktuelles Angebot für die Fenster – und das ist momentan gar nicht so einfach zu bekommen“, erklärt der Vereinsvorsitzende. „Aber wenn es da ist und das Geld fließt, können wir starten.“

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