Homeoffice extrem: 7 Tipps für Ersatz-Büros, wenn‘s zu Hause heiß wird

hzHitze

Dortmund knackt die 30-Grad-Marke: Wir haben uns auf eine nicht ganz ernst gemeinte Suche nach Homeoffice-Alternativen begeben. Mit schlechten Wortwitzen, fast nackten Menschen und Jesus.

von Kevin Kindel, Alexandra Wachelau

Dortmund

, 25.06.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer im Dachgeschoss wohnt, kann in diesen Tagen schon vormittags völlig entkräftet sein, weil es unter dem Giebel dermaßen heiß wird. Ist das eine hitzebedingte Wahnvorstellung oder schmilzt die Dachpappe tatsächlich? Ohne Ventilator oder gar Klimaanlage kann der Weg ins Wochenende hart werden.

Jetzt lesen

Doch in unteren Etagen wird‘s genauso unangenehm, wenn der Schreibtisch direkt an einem Fenster der Mittagssonne ausgesetzt ist: Erkennbar sind die Betroffenen übrigens an der sogenannten Truckerbräune - weil nur eine Körperhälfte UV-mäßig herausgefordert wird. Der Autor dieser Zeilen weiß, wovon er schreibt.

Wohin also, wenn man weiterhin am Computer malochen soll? Wir haben uns in Dortmund umgesehen und sieben – ehrlich gesagt nur teilweise empfehlenswerte – Alternativen gefunden:

1. Europabrunnen

Wer es zentral mag, findet auch im Herzen der Dortmunder City eine Abkühlung. Am Europabrunnen ist der Büro-Verstoßene aber nicht alleine: Zusammen mit Kindern, Hunden, Tauben und anderen Passanten kann er sich das kühle Nass im Brunnen teilen. Ob dies in Zeiten der Corona-Pandemie sinnvoll ist, sei dahingestellt.

Am Europabrunnen in der City ist man zumindest nicht allein, dafür besteht aber die Gefahr, nassgespritzt zu werden.

Am Europabrunnen in der City ist man zumindest nicht allein, dafür besteht aber die Gefahr, nassgespritzt zu werden. © Oliver Schaper

2. Freibad

Pünktlich zur Freibad-Öffnung ist der Sommer so richtig da. Auf den Liegewiesen ist es zwar nur mäßig kühl, dafür wartet nur wenige Meter weiter die Abkühlung im Schwimmbecken. Doch hier ist Schnelligkeit gefragt: Das Bad in Wellinghofen hat zwar seit Samstag (20.6.) wieder geöffnet, doch im Becken sind maximal 75 Personen erlaubt – im ganzen Bad rund 600. Weiterer Nachteil: Man sieht von anderen Menschen mehr Haut als man oft möchte.

Auf der Liegewiese braucht man schon einen Sonnenschirm - dafür ist die Abkühlung nicht weit.

Auf der Liegewiese braucht man schon einen Sonnenschirm - dafür ist die Abkühlung nicht weit. © Oliver Schaper

3. Kältekammer

Hier ist er: Der wahrscheinlich kälteste Ort der Stadt ist im Süden Dortmunds zu finden. Bis zu minus 110 Grad werden hier gemessen – das lässt sich schwer toppen. Eigentlich sind die eisigen Räume der Vitaluxe-Kältekammer am Phoenix-See für Rheumapatienten oder Spitzensportler gedacht. Wer sich kürzlich eine neue Winterjacke zugelegt hat, kann die hier aber vielleicht auch probefrosten.

In der Kältekammer am Phoenix-See kann es bis zu minus 110 Grad werden. Wie lange das der Laptop aushält, sei dahingestellt.

In der Kältekammer am Phoenix-See kann es bis zu minus 110 Grad werden. Wie lange das der Laptop aushält, sei dahingestellt. © Oliver Schaper

4. Dortmund-Ems-Kanal

Spitzensport im Wasser motiviert doch zu Höchstleistungen am Ufer: Am Kanal, wo der Deutschland-Achter der Ruderer trainiert, lässt sich die Hitze gut aushalten. Positiver Nebeneffekt: Sieht man die Parade-Athleten, führt das vielleicht dazu, selbst mehr Sport zu machen. Nachteil: Wer die durchtrainierten Damen und Herren anschmachtet, ist vielleicht ein klein wenig abgelenkt.

Das Hafenbecken ist relativ nah zur City - weiter den Kanal entlang, wo die Ruderer trainieren, ist es dazu noch schön grün.

Das Hafenbecken ist relativ nah zur City - weiter den Kanal entlang, wo die Ruderer trainieren, ist es dazu noch schön grün. © Oliver Schaper

5. Reinoldikirche

Wo ist es kühl und ruhig in der City? In den Kirchen! Auf unsere Anfrage, ob wir ein Foto mit Laptop in der Reinoldikirche machen dürfen, reagierte die Gemeinde ganz positiv: Von 14 bis 18 Uhr könne sich jede Person gerne in die Kirche setzen. Einen größeren Ansturm an Homeoffice-Exilanten sieht Jesus Christus vom Altar aus dennoch wohl nicht so gerne.

Hier findet sich zwar nicht der kühlste, dafür aber der ruhigste Ort von allen: Die Reinoldikirche bietet zwar nicht wirklich ein perfektes Ersatzbüro, dafür aber einen Ort zum Verweilen.

Hier findet sich zwar nicht der kühlste, dafür aber der ruhigste Ort von allen: Die Reinoldikirche bietet zwar nicht wirklich ein perfektes Ersatzbüro, dafür aber einen Ort zum Verweilen. © Oliver Schaper

6. U-Bahn-Haltestellen

Wer den grässlichen Sonnenstrahlen entfliehen will, kann auch unter die Erde gehen. Genug Platz für viele Dachgeschoss-Bewohner gibt es in den U-Bahn-Haltestellen der City, manchmal sind sogar Steckdosen und Wlan in Reichweite. Dass es an anderen Stationen gar keinen Empfang und nur ein paar bemalte Sitzplätze mit klebrigem Belag oder menschlichen Ausscheidungen gibt - das kann man ja wohl mal in Kauf nehmen.

In den unterirdischen Bahnhaltestellen gibt es Sitzplätze bei angenehmer Temperatur.

In den unterirdischen Bahnhaltestellen gibt es Sitzplätze bei angenehmer Temperatur. © Archiv

7. Auf dem Schnee

Ganz ehrlich: Diesen Witz konnten wir einfach nicht auslassen. Dieser Artikel gehört in diejenige Humor-Kategorie, in der mindestens ein schlechter Wortwitz praktisch Pflicht ist. Der Stadtteil Schnee im Süden der Stadt gehört also dazu, wenn man über den Sommer schreibt.

Schnee im Sommer! Na gut, am Witze-Niveau arbeiten wir vielleicht noch.

Schnee im Sommer! Klasse, oder? Na gut, am Witze-Niveau arbeiten wir vielleicht noch. © Oliver Schaper

Lesen Sie jetzt