Hubschrauber-Einsatz wegen Frauen-Schreien – waren das Paarungslaute?

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Der Anrufer, der nachts die Polizei wegen den Schreien einer Frau alarmierte, hat sich möglicherweise geirrt. Es könnte auch eine andere Erklärung geben.

Dortmund

, 15.11.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war in der Nacht zu Freitag (8. November), als bei der Polizei ein sorgenvoller Notruf von einem Bürger aus Schüren einging. Er habe anhaltend laute Schreie einer Frau gehört, habe aber die genauen Worte nicht verstehen können. Die Stimme der Frau habe ängstlich geklungen.

Die Polizei suchte daraufhin zwei Stunden lang das Gelände mit dem Hubschrauber ab, konnte aber nichts Ungewöhnliches feststellen. Vielleicht aus gutem Grund; denn möglicherweise gibt es eine ganz andere Erklärung für die Schreie. Eine entsprechende Vermutung äußerte eine Userin nach dem Polizeieinsatz auf Facebook.

Zwei Nächte lang die Schreie gehört

Eine ähnlich erschreckende Erfahrung habe sie vor einiger Zeit nachts in Hörde gemacht. Die Schreie hätten sich genauso angehört wie im Artikel beschrieben.

Auch sie sei kurz davor gewesen, die Polizei anzurufen. Als sie auch in der folgenden Nacht diese Schreie gehört habe, habe sie im Internet recherchiert und herausgefunden, dass Füchse unter anderem während der Paarungszeit Schreie von sich geben, die wie Frauenschreie klingen. Sie habe in ihrem Garten schon öfter Füchse gesehen.

Das ist eine Nachfrage bei einem Experten wert. Jörg Tigges ist Vorsitzender der Kreisjägerschaft in Dortmund. Kann er sich vorstellen, dass die Laute von Füchsen wie Frauenschreie klingen?

Er muss schmunzeln. Der Fuchs bellt, insbesondere in der Ranzzeit, berichtet er. Und die sei von Dezember bis Februar, hauptsächlich aber im Januar. Dennoch könne ein Fuchs auch zu anderen Zeiten Laute von sich geben, die aber ähnlich wie das Bellen eines Hundes klängen.

Kulturfolger des Menschen

Er als erfahrener Jäger, so Tigges, würde das Bellen eines Fuchses nicht unbedingt mit Frauenschreien assoziieren, „dafür bin ich wahrscheinlich schon zu lange Jäger.“

Doch wenn man gerade noch einen schlechten Krimi gesehen habe, könne das Kopfkino vielleicht solch eine Verbindung aufkommen lassen. Und da der Fuchs ein Kulturfolger des Menschen sei - also auch in der Stadt auftaucht -, könne man seine Laute nachts auch in der Stadt hören. Tigges: „Das Schöne an Dortmund ist, dass wir breite ländliche Bereiche haben, in denen man so etwas erleben kann.“

Die Polizei hat laut einer Sprecherin diese Interpretation, dass Fuchs-Laute wie Frauenschreie klingen, noch nicht gehört. Also wer glaubt, nachts Frauenschreie zu hören, sollte im Zweifelsfall lieber die Polizei anrufen.

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