Hubschrauber über Demos in Hörde nervt Anwohner – Darum war der Einsatz nötig

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Während der Demos in Hörde am Wochenende hat die Polizei einen Hubschrauber eingesetzt. Anwohner beschweren sich über den Lärm. Wie entscheidet die Polizei über einen solchen Einsatz?

Dortmund

, 27.05.2019, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Man kann sagen, es seien nur(!) 184 Rechtsextremisten gewesen, die am Samstag durch Hörde zogen. Oder man kann sagen, es seien 184(!) Rechtsextremisten gewesen, die am Samstag durch Hörde zogen. Hinzu kamen deutlich größere Gegendemonstrationen. Ob man das nun viel findet oder nicht – den größten Einfluss auf das Leben im Stadtteil hatte am Samstag sicher der begleitende, umfangreiche Polizeieinsatz.

Eine Quelle für Ärger bei vielen Hördern und auch Innenstadt-Anwohnern befand sich hoch über den Dächern: Ein Polizeihubschrauber war über große Teile des Tages während der Demo im Einsatz – und weithin zu hören. „Muss das wirklich sein“, fragt ein Hörder. Nun, muss es? Wir haben die Frage weitergegeben.

Hubschrauber dienen der Übersicht

„Ich kann das absolut verstehen, dass man sich da gestört fühlt“, sagt Polizeisprecherin Cornelia Weigandt. „In diesem Fall war der Einsatz aber notwendig.“

Ob ein Hubschrauber eingesetzt wird oder nicht, basiere auf einer „Gefahrenbewertung“ für die jeweilige Lage. Darin schätzt ein Expertenstab das Risiko einer Eskalation ein – immer auf ein konkretes Ereignis bezogen. Diese Einschätzung finde sich dann im Einsatzbefehl wieder, der den notwendigen Personaleinsatz und auch das notwendige Material wie Wasserwerfer oder eben Hubschrauber festlegt. Für den Demo-Samstag wurde ein solcher angefordert.

Aber wofür setzt die Polizei eigentlich Hubschrauber ein? „Hubschrauber dienen zur vollumfänglichen Beurteilung der Einsatzlage“, erklärt Cornelia Weigandt. „Durch die erhöhte Position kann man das große Ganze besser im Blick behalten.“

Dazu zähle zum Beispiel auch das Beobachten des Verkehrs, um Staus frühzeitig zu erkennen. Und ebenso wie ein Hubschrauber Strömungen von Autos im Blick behalten kann, hilft er auch, einen Überblick darüber zu bekommen, wo sich gerade viele Menschen aufhalten und wo sie sich hin bewegen könnten.

Komplexe Lage am Samstag

Und damit erklärt sich auch, warum es am Samstag zu einem langen Hubschraubereinsatz kam: Es seien mehrere Veranstaltungen verschiedener Gruppen angemeldet gewesen, sagt Cornelia Weigandt. Da ist es eben wichtig, den Überblick zu behalten. Auch darüber, wer vielleicht wo aufeinandertreffen könnte.

„Das ist in Hörde sicher keine alltägliche Situation, dass da den ganzen Tag ein Hubschrauber drüber steht“, räumt Cornelia Weigandt ein. „Durch einen Hubschrauber kann die Polizei allerdings Erkenntnisse sicherstellen, die nur durch die erhöhte Position zu sichern sind.“

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