Hunderte Fahrradfahrer blockieren am Freitagabend den Verkehr in Dortmund

Wall zeitweise gesperrt

Eine große Masse an Fahrradfahrern sorgte am Freitagabend für eine Beeinträchtigungen des Verkehrs in Dortmund. Die Polizei zeigte sich überrascht von der Aktion. Das steckt dahinter.

Dortmund

, 18.09.2020, 21:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Bewegung Critical Mass will für fahrradfreundlichere Innenstädte demonstrieren. Hier ein Symbolbild aus Hamburg von 2018.

Die Bewegung Critical Mass will für fahrradfreundlichere Innenstädte demonstrieren. Hier ein Symbolbild aus Hamburg von 2018. © picture alliance / Markus Scholz

Hunderte Fahrradfahrer blockierten am Freitagabend den Verkehr in Dortmund. Dabei handelte es sich laut Polizeischätzungen um eine Zahl von 500-700. Um was für eine Aktion es sich genau handelte, könne man allerdings nicht sagen, sagte Polizeisprecher Gunnar Wortmann im Gespräch mit der Redaktion.

Es sei keine Versammlung oder Veranstaltung angemeldet und handele sich wohl um eine Spontanaktion, von der zumindest die Polizei nichts wusste. Gegen 19.30 Uhr sei die Masse an Fahrradfahrern im Bereich des Walls aufgefallen.

Zuvor sei es hier und da beinahe zu Verkehrsunfällen gekommen, da sich die Radfahrer nicht an Verkehrsregeln gehalten haben und teilweise beispielsweise über rote Ampeln gefahren seien, sagt Wortmann.

Seit die Polizei die Aktion begleite, sei so etwas jedoch nicht mehr aufgefallen. Die Polizei begleite die Masse und versucht sie vor Unfällen abzusichern. Über die Märkische Straße waren die Fahrradfahrer nach Hörde unterwegs. Anschließend ging es wieder Richtung Innenstadt.

Sie fahren teilweise im Verbund, haben die Aktion allerdings nicht als Versammlung deklariert, sagt Wortmann. Das heißt, dass sich niemand als Veranstalter oder Anführer hervorgetan habe. Kontakt mit den Fahrradfahrern aufnehmen sei zudem überaus schwierig.

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Doch auch die Polizei sehe „keinen Versammlungscharakter“. Da die Masse auch in Bewegung sei und es nur zwischenzeitlich zu Verkehrsbehinderungen kommt, sehe man keinen Anlass, einzuschreiten - solange sich die Fahrradfahrer an die Regeln halten. „Es sind einfach sehr viele Fahrradfahrer - und das Fahren an sich ist ja nicht verboten“, sagt Wortmann.

Gegen 22.30 Uhr löste sich der Verbund auf dem Weg in Richtung Fredenbaumpark auf. Um 22.50 Uhr seien nur noch kleinere Grüppchen an Fahrradfahrern unterwegs gewesen, berichtet die Polizei Dortmund. Die Aktion verlief ohne große Probleme.

Aktion ist wohl der Bewegung Critical Mass zuzuordnen

Auf Twitter gibt es einige wenige Einträge, die die Aktion der Critical-Mass-Bewegung zuordnen. Bei einem Blick auf die Facebook-Seite der Bewegung, lässt sich eine Veranstaltung finden.

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Hier wird angekündigt, dass man anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Bewegung ab 19 Uhr vom Friedensplatz aus durch Dortmund fahren werde.

Die Idee der Bewegung ist, sich durch eine auffallend große Masse an Fahrern „für ein fahrradfreundliches und lebenswertes Dortmund“ einzusetzen.

Nächste Fahrrad-Demo mit erwarteten 1.000 Teilnehmern am Sonntag

Am kommenden Sonntag (20.9.) steht bereits die nächste Fahrrad-Demo in Dortmund an. Die Bewegung „Kidical Mass Dortmund“ wird anlässlich des Weltkindertags von 14 bis 16 Uhr vom Friedensplatz aus es mit erwarteten 1.000 Teilnehmern starten.

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Dann soll es über den Süd-, Hiltrop-, Hohen, Königs-, Burg- und Schwanenwall, Geschwister-Scholl-Straße bis zur Nebenfahrbahn der Weißenburger Straße gehen.

Auch mit dieser Aktion wollen die Veranstalter ein Umdenken in der Verkehrspolitik einfordern. Hier geht es dann explizit um Kinder, da gerade für sie eine Qualitätswende bei der Radinfrastruktur wichtig sei.

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