Husener Schulleiter: Schülerin hat sich uns über digitale Kanäle anvertraut

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Schüler und Lehrer der Hauptschule Husen sind froh über die Corona-Lockerungen. Auch wenn digitale Medien laut Schulleiter Dirk Bresinsky durchaus wichtige soziale Funktionen erfüllen können.

Husen

, 31.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als nach den Osterferien am 23. April wieder die ersten Schüler in die Katholische Hauptschule Husen kamen, habe er fast Tränen der Freude in den Augen gehabt, sagt Schulleiter Dirk Bresinsky. In den Wochen zuvor sei er allein durch die leere Schule gelaufen, und dabei sei ihm einmal mehr überdeutlich geworden: „Schule ohne Schüler ist nichts.“

Aber: Dass die Hauptschule an diesem Tag tatsächlich wieder öffnen konnte, war keinesfalls selbstverständlich. Der Schulträger (die Stadt Dortmund) habe sich schwer getan, die geforderten Hygieneartikel wie Seife, Seifenspender, Papiertücher und so weiter rechtzeitig zu beschaffen, also seien seine Kollegen und er selbst losgezogen, um das Nötige zu besorgen und so die Voraussetzungen für die Öffnung zu schaffen.

Trotz Corona läuft ein Kunstprojekt mit den Künstlern Marc Bühren und Claudia Müller (v.l.) von der Organisation lebens.fit und den Schülern weiter. Es wird vom Kolpinghaus Dortmund gesponsert

Trotz Corona läuft ein Kunstprojekt mit den Künstlern Marc Bühren und Claudia Müller (v.l.) von der Organisation lebens.fit und den Schülern weiter. Es wird vom Kolpinghaus Dortmund gesponsert. © Andreas Schröter

Er sei sich sicher – auch wenn sie es vielleicht nicht immer zugeben –, dass sich die Schüler genauso freuen, wieder in die Schule gehen zu können. Und mittlerweile tun sie es wie an fast allen anderen Schulen in einem rollierenden System.

Wichtig sei das nicht nur für die Zehntklässler, die jetzt ihren Abschluss machen, sondern auch für die Schüler der Stufe 9, bei denen es darum geht, ob sie den Hauptschulabschluss Typ A oder B erhalten und wie es für sie weitergeht. Viele Einzelgespräche gebe es deshalb in diesen Tagen.

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Auch wenn die Schule Videokonferenzen und andere digitale Formen des Lernens nutze, gebe es Grenzen: Die fachliche Anleitung fehle, sodass die Schüler alle Aufgaben selbstständig bearbeiten müssen, die aktive Unterstützung der Eltern sei häufig nicht vorhanden.

Oft seien die digitalen Fähigkeiten der Eltern nicht weit ausgeprägt, sodass sie ihren Kindern in der Handhabung der Technik wenig helfen können. In vielen Haushalten fehlten digitale Endgeräte wie Laptops. Auch haben die Schüler oft Schwierigkeiten, in einen normalen Alltags-Rhythmus zu kommen, in dem sie morgens zur gewohnten Zeit aufstehen.

Mit viel Abstand und in Kleingruppen sitzen die Schüler der Klasse 9 derzeit in ihren Klassenräumen. Für sie ist nun wichtig, ob sie den Hauptschulabschluss Typ A oder Typ B erhalten.

Mit viel Abstand und in Kleingruppen sitzen die Schüler der Klasse 9 derzeit in ihren Klassenräumen. Für sie ist nun wichtig, ob sie den Hauptschulabschluss Typ A oder Typ B erhalten. © Andreas Schröter

Neulich habe er ein gleichermaßen schreckliches wie schönes Erlebnis gehabt, so Bresinsky: Eine Schülerin habe über die digitalen Kanäle mitgeteilt, dass sie zu Hause geschlagen werde. Die Schule habe sich natürlich umgehend mit dem Jugendhilfedienst in Verbindung gesetzt.

Schön – auch wenn das komisch klingt – sei das insofern gewesen, weil er gesehen habe, dass die digitalen Medien Lehrern und Schülern helfen, miteinander in Kontakt zu bleiben und auf diese Weise eine wichtige soziale Funktion erfüllen.

Dirk Bresinsky lobt einmal mehr sein engagiertes Kollegium. Von den 30 Lehrern seien aktuell 28 im Dienst. Auch diejenigen, die zur Risikogruppe gehören, seien gekommen, weil es wichtig sei, dass die Schüler ihre Vertrauten um sich haben.

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