Ich bin der Dortmunder, der im Kino einschlief und eingeschlossen wurde

hzUCI im Ruhrpark Bochum

Arun Ramasubramanian aus Dortmund ist jetzt Teil der Kino-Geschichte - zumindest der des Bochumer UCI. Er schlief beim Film ein und wachte im leeren Saal auf. So hat er die Nacht erlebt.

Dortmund

, 10.01.2020, 17:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Arun Ramasubramanian (30) ist der Mann hinter einer kuriosen Polizeimeldung vom 9. Januar (Donnerstag). Die Polizei Bochum hatte mitgeteilt, dass am frühen Morgen einen Mann aus dem UCI-Kino im Ruhrpark befreien musste, der den Notruf gewählt hatte.

Er war während einer Spätvorstellung eingeschlafen und erst aufgewacht, als alle Kino-Mitarbeiter schon weg waren.

Arun Ramasubramanian: „Es war für uns alle lustig“

Gegen 5 Uhr morgens befreiten Polizisten den 30-Jährigen aus seinem Cineplex-Verlies. „Nachdem sie gemerkt haben, das bei mir alles in Ordnung ist, war es für uns alle lustig“, sagt Arun Ramasubramanian. „Ich bin froh, dass die Polizisten mir helfen konnten.“

Der Abend hatte für den Inder, der seit acht Jahren in Deutschland lebt, einigermaßen normal begonnen. Er hatte sich entschlossen, die Deutschland-Premiere des Bollywood-Films „Darbar“ um 23 Uhr zu besuchen.

Das war zwar gegen seine Gewohnheiten. Aber er wollte mitreden können am nächsten Tag, an dem er mit seinem Bruder in Indien zum Gespräch über den Film verabredet war, in dem zahlreiche Superstars mitspielen.

Nach der ersten Hälfte des Films schlief er ein - und wachte erst um 4.30 wieder auf

Gegen 23.30 Uhr begann der Film. Arun Ramasubramanian habe sich noch selbst erinnert, dass er darauf achten müsse, seinen Zug gegen 1 Uhr zu bekommen. Erst über drei Stunden später realisierte er, dass er das offensichtlich nicht geschafft hatte.

Die erste Hälfte des Films war noch spannend, die zweite Hälfte nicht mehr so sehr. Er schlief ein - auch, weil er einen langen Arbeitstag als Ingenieur in einer Firma aus der Autoindustrie in den Knochen hatte.

Mittlerweile kann er über das Erlebte lachen. Als er gegen 4.30 Uhr im leeren Kinosaal erwachte, kam aber Panik in ihm auf. „Ich wusste nicht, wo ich bin. Ich dachte erst, ich wäre zuhause, habe dann aber gemerkt, dass das nicht so ist.“

Er wache häufig um diese Uhrzeit auf, trinke dann etwas und gehe noch einmal schlafen. In dieser Nacht ging es aber darum, einen Weg aus dem Kino-Komplex zu finden. Wie es der Timing-Teufel so will, war auch noch sein Handy-Akku leer.

Sitznachbarn weckten ihn nicht, Kino-Mitarbeiter sahen ihn nicht

Erst nach längerer Suche fand er ein Notruf-Telefon. 20 Minuten später holten Polizisten ihn aus dem Gebäude. „Ich saß halb schlafend, halb wach auf einem Sofa“, sagt Arun Ramasubramanian.

Er vermutet, dass die Mitarbeiter des Kinos ihn nicht gefunden hätten, weil er in der obersten Reihe in der Ecke gesessen habe. „Direkt neben mir saßen noch Leute, die mich aber nicht geweckt habe, als der Film vorbei war.“

Arun Ramasubramanians Lehre aus dem Missgeschick: „Ich werde nicht mehr an Wochentagen in die Spätvorstellung gehen.“

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