Igel-Babyboom in Dortmund: Pflegestellen leisten Schwerstarbeit

hzIgel in Not

Regine Weber gehört zur Arbeitsgruppe Igelschutz. Jetzt zur „Igel-Baby-Hauptsaison“ wohnen viele Tiere bei ihr, auch ältere. Dabei ist es nicht immer gut, einen Igel aus der Natur zu holen.

Deusen

, 23.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ab Ende Juli bis in den September hinein ist „Igel-Baby-Hauptsaison“. Doch auch ältere, unterernährte, kranke oder verletzte Tiere brauchen jetzt die Unterstützung der Arbeitsgruppe Igelschutz.

Regine Weber aus Deusen ist eine der ehrenamtlichen Helferinnen. Seit sie vor sechs Jahren einen verletzten Igel aus dem eigenen Garten aufgepäppelt hat, nimmt sie immer wieder Tiere bei sich auf.

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Teils über die Igel-Station des Dorstfelder Tierheims, eine Beratungsstelle, die von Mitte September bis Mitte Januar geöffnet ist und Fundtiere an die Pflegestellen vermittelt, wenn Hilfe nötig ist.

„Manche Leute haben auch meine Telefonnummer, weil sie schon einmal Igel hergebracht haben“, sagt Regine Weber. „Andere kommen über die Notfall-Nummer auf mich, die aktiv ist, wenn die Igel-Station geschlossen ist.“ Über die (0151) 70 06 28 61 werden die Igel-Finder an den nächstmöglichen Igel-Helfer verwiesen.

Igel müssen kräftig für den Winter sein

Verletzte und kranke Igel werden dann von Regine Weber und den anderen ehrenamtlichen Helfern zum Tierarzt gebracht und mit Medikamenten und Salben gesund gepflegt, bis sie wieder ausgewildert werden können.

Unterernährte Igel werden je nach Vorliebe mit Avocado, Hähnchenflügeln, Hackfleisch, Katzen- oder Hundefutter fit für den Winter gemacht. „Wie Menschen haben auch Igel unterschiedliche Figuren“, erklärt Regine Weber. „Bei manchen reicht ein Gewicht von 500 Gramm, um sie auszuwildern, andere wiegen bis zu 1500 Gramm.“

Die schwächeren Igel sind bei Regine Weber in Badezimmer und Küche untergebracht. Diejenigen, die schon kältere Temperaturen aushalten, sind in einem Gehege im Garten.

Die schwächeren Igel sind bei Regine Weber in Badezimmer und Küche untergebracht. Diejenigen, die schon kältere Temperaturen aushalten, sind in einem Gehege im Garten. © Carolin West

Welche Aufgabe genau sie erwartet, weiß Regine Weber erst, wenn sie montags ihre Igel von der Station abholt – oder Igel von Privatleuten bei ihr abgegeben werden. Manchmal sei es leider so ernst, dass der Igel vom Tierarzt erlöst werden müsse, so Regine Weber.

Im Mai und Juni sei das in diesem Jahr besonders oft der Fall gewesen. Ende August gab es dafür die Entschädigung: Sechs Igel-Babys mit Muttertier lebten zeitweise bei Regine Weber. „So etwas hat man nicht oft“, sagt sie. „Das war schon toll zu sehen.“

Nicht jeder Igel braucht Hilfe

Inzwischen konnte die aufgepäppelte Igel-Familie wieder ausziehen. Derzeit wohnen Igel Nummer 129 bis 133 für dieses Jahr bei Regine Weber, darunter auch drei Babys. Sie hofft, dass es alle fünf schaffen werden.

„Das ist der Lohn für unsere Arbeit, wenn wir die gefundenen Igel nach der Pflege bei uns auswildern können.“ Allerdings möchte sie auch an Igel-Finder appellieren, nicht jeden Igel aufzunehmen und zur Station oder einem Igel-Helfer zu bringen.

Die Igel-Mutter säugt ihre insgesamt sechs Babys. "Das bekommt man nicht oft zu sehen", schwärmt Regine Weber.

Die Igel-Mutter säugt ihre insgesamt sechs Babys. „Das bekommt man nicht oft zu sehen", schwärmt Regine Weber. © Privat

„Igel, die nachts unterwegs sind, sollten nur dann abgegeben werden, wenn sie offensichtlich krank oder verletzt sind“, sagt Regine Weber. „Wenn Igel tagsüber offen herumlaufen, ist das kein gutes Zeichen. Dann sollte man uns kontaktieren.“

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