Immer wenn der BVB spielt, gibt‘s in Schönau ein Parkchaos

hzParkärger bei BVB-Spielen

Es gibt viele BVB-Fans in Schönau, das ist nicht das Ding. Trotzdem freuen sich die meisten Anwohner nur bedingt auf die neue Bundesligaspielzeit. Und das hat einen ganz bestimmten Grund.

Schönau

, 25.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Irgendwie ist Schönau wie das kleine gallische Dorf, das den römischen Eroberern trotzt. Nur hat das kleine gallische Dorf einen Druiden mit dem Namen Miraculix, der einen Zaubertrank brauen kann. Der sorgt dafür, dass die Römer draußen bleiben.

In Schönau ist das eben nicht der Fall - und so ist Chaos angesagt, wenn die Heimspiele der Dortmunder Borussia anstehen. Denn Schönau scheint ein Geheimtipp für BVB-Fans zu sein, die von außerhalb kommen. Die fahren über die Schönaustraße in das ruhige Wohngebiet, parken alles zu - einschließlich der Fläche unter der Schnettkerbrücke - und verschwinden dann wieder.

Immer wenn der BVB spielt, gibt‘s in Schönau ein Parkchaos

Parken ist nicht erlaubt, trotzdem wird der Platz unter der Schnettkerbrücke als Parkplatzfläche genutzt. © Jörg Bauerfeld

„Bei den Abendspielen geht es dann bis spät in die Nacht ziemlich laut zu bei der Abfahrt“, sagt Jürgen Engel. Der wohnt in der gemütlichen Gartenstadt im Bereich der Schönaustraße. Engel ist seit ewigen Zeiten BVB-Fan, hat eine Dauerkarte und ist dementsprechend oft im Stadion. Das Chaos rund um die Spiele bekommt er hautnah mit.

Immer mehr Falschparker nach dem Stadionausbau

„Das ist erst so schlimm, seitdem das Stadion ausgebaut wurde“, sagt Jürgen Engel. 2003 zündete der BVB die dritte Ausbaustufe, die die Zuschauerzahl auf über 80.000 hievte. Und seitdem ist auch der Ärger groß in Schönau.

„Wir liegen irgendwie in einem toten Dreieck“, sagt Anwohnerin Erika Braunshausen. 1911 ist die Siedlung gegründet worden, „und ist nun eingekesselt zwischen Stadion und Universität. Und das bringt natürlich Probleme mit sich“. Lärm und eben die Parksituation. Und da würden nicht nur Situationen entstehen, dass vielleicht einmal ein Gartentörchen zugeparkt ist.

„Die Rettungskräfte kommen an den Spieltagen kaum durch“, sagt Jürgen Engel. Der hatte 2012 einen medizinischen Notfall und musste ins Krankenhaus. „Da zählte jede Minute. Und was machen Sie, wenn dann die Straßen zugeparkt sind?“, fragt Engel.

Rasenflächen schon mit Steinen abgesichert

Also versuchen die Anwohner in Schönau seit gut sieben Jahren verstärkt, etwas gegen das wilde Parken in ihrem Wohngebiet zu unternehmen. Auch mit Hilfe der Stadtverwaltung und des Ordnungsamtes. „Es hat sich marginal etwas verbessert, aber wir sind noch nicht zufrieden mit der Situation“, sagt Engel. So gibt es jetzt vermehrt Knöllchen für die Autofahrer, die nicht regelkonform parken. Es wurden kleine Rasenflächen, die von „Wildparkern“ einfach zugestellt wurden, mit großen Steinen abgesichert.

Immer wenn der BVB spielt, gibt‘s in Schönau ein Parkchaos

Anlieger-frei-Schilder werden ignoriert. © Jörg Bauerfeld

Auch zusätzliche Halteverbotsschilder sind angebracht worden. Die Falschparker kommen trotzdem wieder. Das wird sich wohl auch nicht ändern, wenn die neue Saison beginnt. Denn auch der Platz unter der Schnettkerbrücke wird komplett zugeparkt. Obwohl das Schild mit der Parkverbotszone nicht zu übersehen ist. „Das wird einfach ignoriert“, sagt Jürgen Engel.

Die Frage ist, was tun? „Als Bezirksvertretung sind uns hier die Hände gebunden“, sagt Bezirksbürgermeister Hans Semmler (CDU), der das Thema schon viele Jahre begleitet. „Spielt der BVB, wird hier alles zugeparkt im Stadtbezirk Hombruch. Wir werden da wenig unternehmen können.“

Langer Atem bei den Schönauern

Also heißt es für die Schönauer: weiter langen Atem haben. „Es tut sich ja auch etwas. Wir werden gehört und werden auch ernst genommen“, sagt Anwohnerin Ruth Storchmann. „Es hat sich einiges getan und das Ordnungsamt hat sich sehr engagiert. Ist ständig präsent. Wir hoffen natürlich, dass die Kontrollen auch in der kommenden Saison weitergehen.“

Eine Sperrung der Schönaustraße, was den Anwohnern an Heimspieltagen wohl am liebsten wäre, kommt für die Stadt Dortmund nicht in Frage. „Da ist der Aufwand einfach zu groß, das hat uns die Stadtverwaltung schon einmal mitgeteilt“, sagt Hans Semmler. Sei’s drum, die Schönauer werden weiterkämpfen für die Ruhe im Wohngebiet.

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