Querdenker und Radfahrer werden am Dienstag (2.3.) wieder für Verkehrschaos in Dortmund sorgen. © Robin Albers
Coronavirus-Demonstration

Impfgegner wollen Autokorso durch Wohngebiete führen lassen

Die Coronaschutz- und Impfgegner wollen am Dienstag (2.3.) erneut mit einem Autokorso in Dortmund demonstrieren. Auch Gegenproteste organisieren sich. Kommt es wieder zum Verkehrschaos?

Nachdem der Autokorso der Coronaschutz- und Impfgegner am vergangenen Dienstag (23. Februar) für viel Aufregung und Verkehrschaos in Dortmund gesorgt hat, steht schon die nächste Demonstration in den Startlöchern.

Für eine Woche später, also den 2. März (ebenfalls ein Dienstag), wird in den sozialen Medien und in den Telegram-Gruppen von „Querdenken 231“ zum „2. Dortmunder Autokorso“ aufgerufen. Erneut ist das Motto „Ich lasse mich nicht impfen“.

Weniger Details wegen Einsatztaktik

Die Querdenker werten die Demonstration vom vergangenen Dienstag trotz zahlreicher Störungen und Blockaden als Erfolg. Deshalb habe man direkt den nächsten Autokorso angemeldet, heißt es in einem Telegram-Chat.

Man wolle am Dienstag durch 125 zum Teil kleine Straßen in dicht besiedelten Wohngebieten rund um den Wall fahren. Von da aus soll es zum Borsigplatz und in die Nordstadt gehen – „um auch unsere Mitmenschen mit Migrationshintergrund mit Im(p)formierender Beschallung für das todbringende Thema zu sensibilisieren“, wie der Autokorso in dem Chat beworben wird.

Die Polizei kann diese geplante Route aus Gründen der „Einsatztaktik“ nicht bestätigen oder verneinen. Laut Polizeisprecher Peter Bandermann werde die Polizei keine Details zur Route des Autokorsos veröffentlichen, um möglichen Störungen und Blockaden zu verhindern.

Die von den Querdenkern beworbene Route ist aber höchst unwahrscheinlich. „Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger hat höchste Priorität“, so Bandermann. Ein Autokorso in der Nordstadt, der enge Straßen blockiert, könne wegen möglicher Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst nicht zugelassen werden.

Erneuter Gegenprotest auf Fahrrädern

Die Querdenker wollen sich laut eines Flyers, der in den sozialen Medien geteilt wird, wieder um 18 Uhr am Parkplatz E2 am Remydamm treffen. Um 19 Uhr soll der Autokorso losgehen. Die Polizei wollte die Zeiten nicht bestätigen.

Polizeisprecher Peter Bandermann merkte jedoch an, dass der Start und das Ende des Autokorsos davon abhänge, ob die Demo blockiert oder gestört werde – wie es bei dem ersten Autokorso auch geschah.

Davon ist auszugehen: Unter dem Motto „Querdenken ausbremsen!“ will sich wieder ein Gegenprotest auf Fahrrädern um 17.30 Uhr auf dem Platz von Leeds treffen, wie verschiedene Antifa-Gruppen auf ihren Kanälen bekannt gaben.

Die Polizei Dortmund hat bereits angekündigt, dass man bei der Versammlung am Dienstag „mit starken Kräften vor Ort sein“ wird. Wie die beiden Gruppen getrennt werden, will die Polizei ebenfalls aus Gründen der Einsatztaktik nicht mitteilen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
1990 im Emsland geboren und dort aufgewachsen. Zum Studium nach Dortmund gezogen. Seit 2019 bei den Ruhr Nachrichten. Findet gerade in Zeiten von Fake News intensiv recherchierten Journalismus wichtig. Schreibt am liebsten über Soziales, Politik, Musik, Menschen und ihre Geschichten.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt